Produktion läuft an 01.08.2013, 09:29 Uhr

Der Photovoltaikmarkt am Bosporus kommt in Schwung

Die Türkei gilt als einer der vielversprechendsten neuen Photovoltaikmärkte. Inzwischen profitiert das Land auch von chinesischen Herstellern, die in der Türkei produzieren und nach Europa liefern wollen.

Ende Mai eröffnete China Sunergy (CSUN) die bisher größte Modulfertigung in der Türkei. Sie soll laut Engin Yaman, General Manager Central Europe, bis Ende des Jahres auf eine jährliche Kapazität von 300 MW bei Modulen und 100 MW bei Solarzellen ausgebaut werden.

Ende Mai eröffnete China Sunergy (CSUN) die bisher größte Modulfertigung in der Türkei. Sie soll laut Engin Yaman, General Manager Central Europe, bis Ende des Jahres auf eine jährliche Kapazität von 300 MW bei Modulen und 100 MW bei Solarzellen ausgebaut werden.

Foto: China Sunergy

Mit einer jährlichen solaren Einstrahlung von bis zu 2000 kWh/m2 bietet die Türkei vor allem im Süden des Landes Sonne pur. Doch mit weniger als 10 MW installierter Leistung führte die Photovoltaik bisher nur ein Schattendasein. Doch dies beginnt sich nun zu ändern. Treibende Faktoren sind die stark gesunkenen Preise für Photovoltaikanlagen, der wachsende Energiebedarf in dem wirtschaftlich boomenden Land, die starke Abhängigkeit von Gasimporten sowie die hohen Stromkosten.

Die Türkei braucht bis 2021 neue Kraftwerke mit 29 GW Kapazität

Derzeit kostet die Kilowattstunde Strom für den gewerblichen Bereich rund 14 US-Cent (26 Türkische Lira), für private Haushalte sind es rund 16 US-Cent (32 Türkische Lira). Die Strompreise stiegen seit 2006 um jährlich durchschnittlich 11 %, der Strombedarf um jährlich 6 %. Laut Matthias Kittler, Principal beim Berliner Beratungsunternehmen Apricum, benötigt die Türkei bis zum Jahr 2021 neue Kraftwerke mit einer Kapazität von 29 GW. Zusätzlich müssten veraltete Kraftwerke mit einer Stromerzeugungskapazität von 20 GW ersetzt werden.

Zurzeit gilt im Land für Solarstrom ein Einspeisetarif von 13,3 US-Cent/kWh mit einer Laufzeit von zehn Jahren. Für Solarstrom aus Anlagen mit einem hohen Anteil lokal produzierter Komponenten wird ein Zuschlag von bis zu 6,7 US-Cent/kWh mit fünfjähriger Laufzeit gezahlt.

Anlagen mit einer Nennleistung von bis zu 1 MW können lizenzfrei betrieben werden, für größere Anlagen ist eine behördliche Lizenz erforderlich. Die erste Lizenzierungsrunde fand vergangene Woche statt (10. bis 14. Juni). Sie übertraf sämtliche Erwartungen. Bei der Regulierungsbehörde EPDK gingen 496 Projektanträge mit einem Volumen von 8,9 GW ein. Damit wurde das Ausschreibungslimit in Höhe von 600 MW beinahe um das 15-Fache überschritten.

Antragsteller sind laut der von der EPDK online veröffentlichten Liste vor allem türkische Unternehmen. Der Anteil ausländischer Investoren und Projektentwickler beträgt laut Ertug Babatas, Business Developer beim Hamburger Solarspezialisten Enerparc AG, nur rund 5 %.

Enerparc reichte nach eigenen Angaben zusammen mit türkischen Partnern rund zehn Projekte ein. Babatas rechnet damit, dass die türkische Netzregulierungsbehörde Teias in nächster Zeit die Netzanschlusspunkte und Anschlusskapazitäten veröffentlicht und dann konkrete Projektangebote eingereicht werden können. Bis zum Frühjahr 2014 sei damit zu rechnen, dass die Projekte genehmigt seien und gebaut werden könnten.

Probleme durch die türkische Bürokratie und schwierige Finanzierungen

Bisher seien die Erfahrungen mit der türkischen Bürokratie ernüchternd und die ausführenden Behörden würden oftmals verabschiedete Gesetze nur schleppend umsetzen, sagte Niels Kröner, Managing Director der AEE Renewables Group. Eine weitere wichtige Hürde sei die schwierige Finanzierung. Zum einen seien Photovoltaikprojekte für die Banken Neuland, zum anderen lägen die Erwartungen an die Renditen oft im zweistelligen Bereich.

Die besten Erfahrungen haben Unternehmen wie die AEE Renewables Group oder Enerparc bisher mit lizenzfreien, kommerziellen Projekten ohne die Beteiligung von Banken gemacht. So realisierte beispielsweise Enerparc jüngst eine 500-kW-Anlage auf dem Dach von Prokon Manufacturing in Ankara. Der Solarstrom wird dort zum Eigenverbrauch verwendet.

Mit dem wachsenden türkischen Photovoltaikmarkt entsteht nun auch eine im Land heimische Zulieferindustrie. Ende Mai eröffnete China Sunergy (CSUN) die bisher größte Modulfertigung in der Türkei. Sie soll laut Engin Yaman, General Manager Central Europe, bis Ende des Jahres auf eine jährliche Kapazität von 300 MW bei Modulen und 100 MW bei Solarzellen ausgebaut werden.

CSUN möchte aus dem Land am Bosporus mit kurzen Wegen sowohl die Türkei als auch die angrenzende MENA-Region (Mittelmeer-Anrainer-Staaten) sowie Europa beliefern. Ein weiterer Vorteil: Die in der Türkei produzierten Solarmodule von CSUN unterliegen nicht den EU-Handelszöllen für chinesische Solarimporte.

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