Umwelt 23.11.2012, 19:56 Uhr

BP-Ölkatastrophe hat kaum Konsequenzen

Am 15. November haben sich die USA und BP auf 4,5 Mrd. $ Strafzahlung für die Ölkatastrophe vor zwei Jahren geeinigt. Weder diese „Strafe“ noch die Forderungen nach mehr Sicherheit haben nachhaltigen Effekt auf die Öl-Aktivitäten im Golf von Mexiko.

"Das größte Problem ist das Wiederherstellen des Vertrauens"

"Das größte Problem ist das Wiederherstellen des Vertrauens"

Foto: BP

Für die durch die Explosion der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ am 20. April 2010 im Golf von Mexiko ausgelöste größte amerikanische Ölkatastrophe hat BP, London, am 15. November eine Strafe von 4,5 Mrd. $ (rund 3,52 Mrd. €) akzeptiert. Die Geldstrafe will das Unternehmen über einen Zeitraum von fünf Jahren bezahlen. Doch damit ist der britische Energiekonzern noch nicht völlig aus dem Schneider. Hinzu kommen viele Zivilklagen, die derzeit noch nicht abgeschlossen sind.

Die US-Umweltorganisation Public Citizen ist z. B. der Ansicht, dass BP mindestens weitere 51,5 Mrd. $ an Schadensersatzleistungen zahlen muss. Hierfür hat der Konzern bereits 42 Mrd. $ an Rückstellungen gebildet. Doch das alles wird BP nicht in den Konkurs treiben. Am Tag der Bekanntgabe des Vergleichs betrug die Marktkapitalisierung des Unternehmens 128 Mrd. $ – 0,4 % mehr als am Tag zuvor. Analysten sehen deshalb den größten Schaden nicht bei den finanziellen Belastungen, sondern dem anhaltenden Imageproblem.

BP: Vertrauensverlust ist das größte Problem

„Das größte Problem für BP ist die Wiederherstellung des Vertrauens. Es wird noch lange dauern, bis Regierungen, Partner und Mitarbeiter das glauben, was das BP-Management sagt“, meint Prof. James O‘Rourke von der University of Notre Dame im US-Bundesstaat Indiana. Das Misstrauen spiegelt sich auch in der Vergleichsvereinbarung wider. So werden in den nächsten fünf Jahren zwei externe Sicherheitsingenieure alle BP-Aktivitäten im Golf beobachten und Versäumnisse sofort an die Explorationsaufsicht melden. Doch deren Kontrollen beziehen sich weiterhin nur auf die Sicherheitsauflagen aus der Zeit vor der Explosion, denn geändert hat sich fast nichts.

Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass man nicht ermitteln konnte, was genau zu der Katastrophe geführt hat. „Alle Wissenschaftler, die sich mit dem Unfall befasst haben, bestätigen, dass es praktisch keine Informationen über den Tag vor dem Unfall gab. Wir benötigen bessere Messgeräte und wesentlich detailliertere Logfiles“, beklagt deshalb Prof. Steve Murawski von der University of South Florida in Tampa. Doch genau dagegen hat sich die Ölindustrie bislang mit Erfolg gewehrt.

Einen Tag nach dem BP-Vergleich explodiert die nächste Bohrinsel

Dass sich durch die Ölkatastrophe in der Golfregion bislang nur wenig geändert hat, wurde auch durch zwei Ereignisse deutlich, die nur einen Tag auseinander lagen. Am 15. November wurde der Vergleich gemeldet und am nächsten Tag explodierte im Golf erneut eine Bohrinsel.

Auch bezüglich der Situation am einstigen Katastrophenort gibt es keinen Grund zur Zufriedenheit. So tritt aus der 100-t-Betonabdeckung am Meeresboden wieder Öl aus. Derzeit sind es nur rund 100 Barrel pro Tag, doch es wird immer mehr. Entdeckt wurde das Leck bereits Mitte September – unternommen wurde jedoch bislang nichts. Auch was die Erdölexploration in der Region angeht, so hat sich nichts geändert. BP ist mit sieben Bohrinseln weiterhin der größte Ölproduzent. Im nächsten Jahr sollen zwei Inseln hinzukommen.

  • Harald Weiss

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