Wachsendes Kongressgeschäft 30.01.2009, 19:39 Uhr

Zur Tagung in den Krönungspalast  

Schottland öffnet für den Business-Tourismus häufiger seine historischen Gemäuer. Um den Business-Tourismus anzukurbeln, hat Schottland in den vergangenen Jahren mehrere moderne Kongresszentren gebaut. Für eine weitere Steigerung auf dem Geschäftsreise-Sektor setzt das schottische Fremdenverkehrsamt nun verstärkt auf seine historische Bausubstanz. VDI Nachrichten, Edinburgh, 30. 1. 09, rok

Wer in Schottland eine Tagung besucht, passiert möglicherweise erst ein mal archaische Burgtore und läuft auf mittelalterlichen Pflastersteinen. Denn die Business-Abteilung des schottischen Fremdenverkehrsamtes hat den Zauber der historischen Bauten als Alleinstellungsmerkmal entdeckt. Zuvor waren auf dem britischen Eiland moderne, hochfunktionale Kongresszentren in Edinburgh, Glasgow und Aberdeen entstanden – wie sie die Konkurrenz auf der ganzen Welt anbietet. Mit alten Burgen und Schlössern kann Schottland aber in besonderem Maße dienen und will diese unter anderem als Anziehungspunkt für geschäftliche Incentive-Reisen nutzen.

Für besonders festliche Empfänge und gediegene Veranstaltungen lässt sich zum Beispiel der einstige Krönungspalast der Schottenkönige, Scone Palace (nördlich von Perth), mit seiner Long Gallery samt gastronomischer Bewirtung mieten. In diesem extrem lang gestreckten Repräsentationssaal fanden ehedem die Krönungszeremonien statt.

Sowohl einzelne Säle als auch der gesamte Palast können gebucht werden. Für Business-Events mit besonders archaischer Pracht und Herrlichkeit steht Edinburgh Castle auf einem Hügel im Zentrum der Stadt zur Verfügung. Von den weitläufigen Terrassen und den spätmittelalterlichen Rittersälen aus genießt der Besucher einen eindrucksvollen Blick auf Edinburgh.

Die sogenannte MICE-Industrie (Meetings, Incentives, Congresses, Events) zähle neben Kernindustrien wie etwa die Energiebranche, Chemie, Biotechnologie, Medizin- und Pharmaforschung zu den am schnellsten wachsenden Wirtschaftszweigen des Landes, sagt Amanda Henderson, Leiterin des Sektors Geschäftsreisen beim schottischen Fremdenverkehrsamt „VisitScotland“. Jährlich kämen rund 3 Mio. Geschäftsreisende nach Schottland, was zu jährlichen Einnahmen von 1,3 Mrd. € führe. „Die Geschäftsreisenden sind für uns vor allem deshalb wichtig, weil deren durchschnittliche Ausgaben wesentlich höher sind als die der Besucher mit touristischen Motiven.“

Am Gesamttourismus habe der Geschäftsreisebereich aktuell einen Anteil von 21%. Ziel der VisitScotland Business Tourism Unit sei es, diesen bis zum Jahr 2015 auf 25% zu erhöhen.

Trotz enormer weltweiter Konkurrenz auf diesem Gebiet punktet Schottland mit Alleinstellungsmerkmalen. Dabei spielt unter anderem die Tradition auf dem Feld der Erfindungen eine große Rolle. „Schottland war und ist eine Ideenschmiede und ein legendärer Innovationsstandort“, betont Amanda Henderson. Der Slogan „Tradition of Innovation“, mit dem man Schottland als Tagungsstandort vermarkte, knüpfe genau daran an. Die akademischen Leistungen der letzten 200 Jahre, beispielsweise von John Dunlop, Adam Smith, James Watt und Sir Alexander Fleming, gehörten zur schottischen Kulturgeschichte, beeinflussten das Selbstverständnis der Schotten bis heute und biete Tagungsgästen ein inspirierendes Umfeld. „Diejenigen, die zu Kongressen nach Schottland einluden, berichteten übrigens von überdurchschnittlich hohen Teilnehmerzahlen“, so Henderson.

Neben dem kulturellen Reiz kann Schottland aber auch Branchen-Schwerpunkte anbieten. Die Stadt Aberdeen, Sitz vieler internationaler Firmen aus der Öl- und Gasindustrie, ist beispielsweise ein interessanter Standort für Kongresse, die Bezug zu diesen Branchen haben.

Und Edinburgh – nicht unbedingt bekannt als Industriestandort – beheimatet Biotechnologie-Unternehmen. „Die Industriezweige, in denen Schottland stark ist – zum Beispiel Energie, Chemie oder Biotechnologie – tagen gerne in der Heimat von Klon-Schaf Dolly“, berichtet Henderson. Im Jahr 2008 war die deutsche Dechema – Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie – zu Gast in Schottland. Dr. Willi Meier, Geschäftsführer der Europäischen Föderation für Korrosionsschutz und Dechema-Mitarbeiter, zeigt sich begeistert und ergeht sich in Superlativen: „Das Konferenzzentrum EICC in Edinburgh ist aus meiner Sicht das beste Konferenzzentrum Europas. Unsere Teilnehmer waren alle rundum zufrieden.“

Eine weitere wichtige Rolle bei der Vermarktung von Schottland als Kongressstandort spielen die technischen Universitäten. Um Schottland als Standort für Tagungen interessanter zu machten, initiierte das Kongressbüro der Stadt Edinburgh eine Zusammenarbeit mit akademischen Einrichtungen. „Die Grundidee ist, dass Akademiker und Wissenschaftler automatisch als Botschafter für ihr Land wirken und auch aktiv als solche auftreten können“, erläutert Henderson. Was das Beispiel Edinburgh betreffe, habe man auf diesem Weg seit 1996 mehr als 200 große Tagungen in die Stadt holen können. „Aufgrund des Erfolgs wird dieses Modell von Kongressbüros weltweit oftmals als Vorbild herangezogen. Schottland wurde dadurch in der MICE-Branche zum Vorbild.“ LARS WALLERANG

Von Lars Wallerang

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