29.10.2004, 18:34 Uhr

Umfrage zeigt hohe Technologie-Akzeptanz der Deutschen

VDI nachrichten, Berlin, 29. 10. 04 -Den Wandel zur Informationsgesellschaft befürworten deutsche Bürger, allerdings vermuten sie, dass die Innovationskräfte anderorts größer sind als im eigenen Land. Das geht aus dem VDE-Technologie-Barometer vor, das der Verband anlässlich seines Jahreskongresses in Berlin vorlegte.

Deutsche sind skeptisch. Jedenfalls dann, wenn sie an die technologische Innovationskraft im Lande denken. Sie glauben, dass die Innovationskraft der Japaner und US-Amerikaner viel größer ist. Auch Polen, Franzosen, US-Amerikaner und Japaner stehen Deutschlands Innovationskraft skeptisch gegenüber.

Bürger aus diesen vier Ländern glauben, dass die höchste Innovationskraft in Elektronik, Informationstechnik und anderen Zukunftstechnologien vor allem in Japan zu finden ist (52 %), dann in den USA (27 %), danach in Südostasien. Europa und Deutschland trauen die 4000 Befragten -jeweils 1000 in den vier Ländern – nicht all zu viel zu. Die höchste Innovationskraft vermutet nur 4 % der 4000 Befragten in Europa, nur 3 % tippt auf Deutschland.
Ganz anders Deutschlands Unternehmer. Die sind zwar auch skeptisch, wenn sie über die Rahmenbedingungen am Standort Deutschland reden, aber sich selbst trauen sie eine Menge zu.
Die befragten Führungskräfte in den Mitgliedsunternehmen des VDE glauben, dass deutsche Firmen in den Schlüsseltechnologien Elektrotechnik, Produktions-/Automatisierungstechnik, Medizintechnik und Mikro-/Nanotechnologie sehr wohl die Nase gegenüber ihren Wettbewerbern in anderen Ländern vorn haben. Dies sind Ergebnisse aus dem VDE-Technolgie-Barometer, die der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informatik anlässlich seines Jahreskongresses am 18. Oktober in Berlin vorstellte.
Laut VDE-Technologie-Baraometer belegt Deutschland Spitzenpositionen in wichtigen Technologiefeldern, ist im weltweiten Vergleich mit 110 Mrd. € viertgrößter Exporteur von elektronischen Gütern, nach den USA mit 183 Mrd. €, nach Japan mit 130 Mrd. € und China 116 Mrd. €.
Die Skepsis der Deutschen hat nichts mit mangelnder Akzeptanz von Technologie zu tun, wie dies besonders von Senioren immer wieder zu hören ist. Vielmehr gilt zu klären: Wo sind die postiven Leitideen, die Vorbilder?
Kai-Uwe Ricke, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom, auf dem VDE-Kongress über Innovationsgeist: „Hier tragen wir als Unternehmen eine herausragende Verantwortung. Wir brauchen Leuchttürme der Innovation.“
Klassische Klagen über Provinzialismus in der Schulausbildung, dass aus ideologischen Gründen Technologien der Energietechnik nicht angewendet werden und der Transrapid nicht in Deutschland fährt, waren erwartungsgemäß in den Kongressreden zu hören. Ebenso Forderungen nach Förderung und Hemmnisabbau.
Klaus Wucherer, VDE-Präsident und Mitglied des Zentralvorstandes der Siemens AG, beließ es in seiner Eröffnungsrede in Anwesenheit von Bundeskanzler Schröder aber nicht bei den bekannten Forderungen.
Klaus Wucherer verwies auf Positives: „Internationale Konzerne intensivieren ihr Engagement, errichten neue Forschungszentren und Chip-Fabriken in Deutschland, Dresden wird zum wichtigsten Mikro- und Nanoelektronik-Standort Europas. München hat in der Bio- und Informationstechnik internationales Spitzenniveau. Berlin ist auf dem Weg zu einem der bedeutendsten Wissenschaftstandorte weltweit. Auch die große Mehrheit unserer Mitgliedsfirmen steht zu ihrem F&E-Engagement in Deutschland.“
Jörg Thielges, Vorsitzender der VDE-ITG und IBM-Forschungsdirektor, ergänzt: „Wir haben die Basis für Innovationen, müssen diese nur noch in innovative Produkte umsetzen.“
Ob diese Umsetzung wirklich nur daran scheitert, dass es in Deutschland zu viele Regularien gibt, wie Thielges beklagte?
„Die Deutschen“ behindern den Produktinnovationssprung offensichtlich nicht. Denn, so steht es im neuen VDE-Technologie-Barometer nachzulesen: 61 % befürworten die Entwicklung zur Informationsgesellschaft. 61 % würden gern Möglichkeiten von E-Government nutzen. Auch Telearbeitsplätze und E-Learning sehen die Bundesbürger als interessante Anwendungsmöglichkeiten der Informationstechnik an. 71 % würden die Möglichkeiten von Telemedizin in Anspruch nehmen.
Keine Antwort gibt das Technologie-Barometer darauf, was Deutsche angesichts dieser großen Nachfrage von den stets gleichen Klagen von Rednern halten, dass andere die Rahmenbedingungen ändern müssen, damit etwas geschieht. Warum sagt niemand, wie die Nachfrage trotz widriger Rahmenbedingungen befriedigt werden kann? R. SCHULZE

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