Außenwirtschaft 12.08.2005, 18:39 Uhr

Quoten für Textilimporte aus China umstritten

VDI nachrichten, Düsseldorf, 12. 8. 05 – Hauptkritikpunkt ist, dass die EU reale und geplante Lieferungen nicht unterscheidet.

Die EU ist weltgrößter Exporteur von textilen Produkten und zweitgrößter bei Textilien und Bekleidung – gleich nach China. Aber die EU ist auch zweitgrößter Importeur. Deshalb musste China beim Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) akzeptieren, dass die Einfuhr chinesischer Textilien bis 2008 beschränkt werden kann, wenn die Importe heimische Märkte durcheinander bringen. Aufgrund der EU-Statistik wurden deshalb im Juni Importquoten verhängt. Die sind zum Teil schon jetzt ausgefüllt. Neue Lieferungen darf es demnach nicht mehr geben.

Die Kontroverse um Bekleidungsimporte aus China geht in eine weitere Runde. Nachdem Pullover schon nicht mehr importiert werden durften, hat in dieser Woche die Einfuhr von chinesischen Hosen in die EU ihr Kontingent für das Jahr ausgeschöpft: Die Einfuhren haben Montagnacht die Quote für 2005 erreicht. China musste 2001 bei seinem Beitritt zur WTO die Klausel anerkennen, dass WTO-Mitglieder die Einfuhr chinesischer Textilien mit Quoten belegen können, falls die eigenen Märkte gestört werden.

Nach Angaben des GermanFashion Modeverbands, Köln, wurden aus China in den ersten fünf Monaten 2005 Textilien für 1,42 Mrd. € nach Deutschland eingeführt. Das sei gegenüber demselben Vorjahreszeitraum ein Zuwachs von 50 % gewesen. Europaweit waren die Steigerungen noch viel stärker, wie die EU in ihrem Amtsblatt vom 9. Juli offiziell bekannt gab. Im Rahmen von Konsultationen hatte das Anfang Juni zu einer bilateralen Vereinbarung mit China zu Höchstmengen für zehn Produktkategorien bis Ende 2007 geführt. Nach Angaben von Eurostat stiegen z. B. die Einfuhren der Warenkategorie 5 (Pullover) mit Ursprung in China in den ersten vier Monaten 2005 gegenüber dem gleichen Zeitraum 2004 um über 460 %. Die entsprechenden EU-Einfuhren aus allen anderen Ländern waren im selben Zeitraum um über 11 % zurückgegangen. Der Stückpreis der Einfuhren aus China verminderte sich um 23 %.

Silvia Jungbauer, Leiterin der Abteilung Internationaler Handel beim Gesamtverband Textil + Mode, Eschborn, kritisiert die einseitige Argumentation mit dramatischen prozentualen Erhöhungen. „Legale und illegale Umgehungen der China-Quoten in den Vorjahren über Hongkong und andere asiatische Länder hatten ein Ausmaß, das häufig unterschätzt wird.“ Da diese Waren jetzt mit regulärem China-Ursprung nach Europa gelangten, führe allein dieser Effekt bei vielen Produkten zu Importvervielfachungen. „Entsprechend haben andere Länder – rein statistisch – große Marktanteile eingebüßt“, argumentiert Jungbauer.

Thomas Rasch, Hauptgeschäftsführer des GermanFashion Modeverbands, Köln, hat auch seine eigenen Ansichten, woher die Steigerungen kommen und spricht von „Luftbuchungen“ und „chaotischer Quotenhandhabung“. Es gebe eben EU-Länder, die an einem Import-Stopp interessiert seien, um die eigene Fertigung zu schützen.

Derzeit wartet die Generaldirektion Handel der EU-Kommission auf statistische Daten über den wahren Import und Export chinesischer Textilien. Die sollen am 15. August vorliegen. Dann, so sagte ein Sprecher der Behörde werde man „klarer sehen“, ob die Einfuhren ihr Jahreskontingent wirklich erreicht hätten. Laut EU-Handelskommissar Peter Mandelson sollen im September Verhandlungen mit China beginnen. Bis dahin gelte eine flexible Handhabung beim Importverbot für Pullover.

 

Von djg/Vwd/Käm

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