Industrie 11.02.2011, 19:51 Uhr

Nachfrageschub treibt die Logistikbranche an

Der Konjunkturfrühling hat auch die Anbieter von Intralogistik rund um Materialfluss, Lagerhaltung, Förder- und Hebetechnik erreicht: Branchenexperten rechnen bereits mit einem Auftragsplus von 10 % in diesem Jahr, so erste Prognosen auf der Messe Logimat vom 8. bis zum 10. Februar, Stuttgart. Die präsentierten Hightechlösungen zur Lagerautomation, Ident-Technik, Software, Verpackung und Energieeffizienz können dazu beitragen, dass diese Voraussage eintrifft.

Detlef Ganz, Geschäftsführer der Bito-Lagertechnik Bittmann GmbH, Meisenheim, gab sich in Stuttgart optimistisch: „Dass die Wirtschaft anzieht, ist weiterhin deutlich zu spüren. Seit dem ersten Quartal 2010 stellen wir einen Anstieg im Auftragseingang fest.“ Der habe sich erfreulicherweise als nachhaltig stabil erwiesen. Man beobachte auch, dass gerade Projekte, die 2009 und 2010 zurückgestellt wurden, in den vergangenen Monaten verstärkt zur Vergabe gekommen sind. Außerdem sei Deutschland der wichtigste Exporteur von Intralogistiklösungen, noch vor den USA und China. Da der hohe Exportanteil in der Branche kaum abnehmen dürfte, würden auch die internationalen Aktivitäten von Bito weiter zunehmen.

Die Intralogistik profitiert derzeit von der positiven Konjunktur- und Marktentwicklung. Schließlich muss sich jedes einzelne Unternehmen so organisieren, dass es am Aufschwung teilhat. „Interne Abläufe zu optimieren erhält eine immer größere Bedeutung für uns selbst und unsere Kunden“, betonte Silvan Hartwig, Geschäftsführer von Microsyst Systemelectronic, Weiden. Dies sei eine wichtige Grundlage, um auch in der Zukunft möglichen Konjunkturschwankungen gestärkt entgegenzutreten.

Auch die Simona AG, Kirn, Hersteller von thermoplastischen Kunststoffprodukten, hat durch den Ausbau eines Fräs- und Drehzentrums ihre Fertigungskapazitäten erhöht und die Werkstoffpalette für standardisierte wie auch individuelle Fertigteile und Profile erweitert. Damit kann das Unternehmen den erhöhten Bedarf, den die aktuelle konjunkturelle Entwicklung der Intralogistik mit sich bringt, durch Kunststofflösungen aus einer Hand decken. „Lager-, Förder- und Transporttechnik gehören zu den Wachstumsbereichen unseres Geschäftsfeldes Maschinenbau und Transporttechnik“, hob Verkaufsleiter Shahram Adjili auf der Logimat 2011 hervor.

Für Peter Wolf, Niederlassungsleiter Deutschland bei Mitsubishi Gabelstapler in Duisburg, ist wichtig, dass der Export zurzeit „brummt“. Aber auch der Binnenmarkt werde sich mittelfristig erholen und die Konjunktur weiter vorantreiben. Er rechnet für die Intralogistikbranche in 2011 mit einem Auftragsplus von 10 %. Für sein Unternehmen blickt er sehr optimistisch auf das neue Jahr, wofür der Branchenkenner mehrere Gründe anführte: „Wir sind ein Global Player und ein Full Liner mit eigenen Produkten. Neue Händler sorgen 2011 für eine bundesweite Präsenz und damit für eine bessere Großkundenbetreuung.“ Zudem würden neue Produkte wie die Grendia-Gas/Diesel-Gabelstapler-Serie von 1,5 t bis 5,5 t und die für dieses Jahr angekündigten neuen 3-Rad-Elektrostapler sowie Verbesserungen in der Lagertechnik das Unternehmen noch weiter nach vorne bringen.

Deutlich mehr Wachstum verspricht sich auch Lubomir Kroupa, Marketingleiter von Pack 2000 Verpackungssysteme, Landshut. Er setzt auf Schutzverpackungen für den Einzelversand im Geschäftsbereich B-to-B, also auf PE- und PU-Schaum, Membranumhüllungen, Fixierverpackungen sowie Exportbehälter. „Hier braucht der Kunde maßgeschneiderte Lösungen, welche neben den Schutzanforderungen auch die Bedürfnisse entlang der gesamten logistischen Kette optimal abbilden“, betonte Kroupa.

Zu den optimistischen Prognosen passen die in Stuttgart präsentierten Automatisierungslösungen. So ist für die Eckelmann AG, Wiesbaden, die Bildverarbeitung zu einer Schlüsseldisziplin der Intralogistik geworden. Johannes Stelter, Leiter des zuständigen Geschäftsbereichs, kommentierte: „Dies zeigt zum Beispiel unser Kameraportal zur gleichzeitigen Identifikation mehrerer hundert Mehrwegbehälter im Gebinde oder eine Lösung zur 3-D-Inspektion von Transportbehältern.“

Und dass per Software noch viel Optimierungspotenzial in der Intralogistik erschlossen werden kann, steht für die Entwickler beim Aussteller Ortec, Wildeshausen, außer Frage: Präsentiert wurde ein Kundenprogramm zur Optimierung von Planungs- und Dispositionsprozessen. Christoph Regnault, Verkaufsleiter und Marketing-Manager erklärte: „Ziel ist es, im Rahmen eines optimalen Planungsprozesses das Ressourcenmanagement des Kunden zu verbessern und damit die Profitabilität zu erhöhen.“

Mit innovativer Software warb auch Pago Etikettiersysteme, Aichtal, um Besucherinteresse. Götz Höhne vom Technischen Vertrieb erklärte: „Die neue Software ,Pagolinecontrol“ verbindet bestehende und neue Komponenten wie Drucker, Kameras oder Barcodeleser zu einem vernetzten Gesamtsystem für die Kennzeichnung und Identifikation zum Zweck des Tracking und Tracing.“ Auf ein neues Robotersystem wiederum setzt die Ro-Ber Industrieroboter GmbH, Kamen. Es basiert als Baukastensystem auf den Komponenten der Serien Genix und Gigant und soll vor allem die optimale logistische Nutzung bei niedrigen Deckenhöhen ermöglichen. „Aus diesem Grunde wurde die Vertikalachse grundlegend überarbeitet, um so maximale Arbeitsbereiche zu erreichen“, meinte dazu Elmar Stöve, Leiter Projektierung und Vertrieb in Stuttgart.

Dass Software mehr Effizienz in Materialfluss, Transport und Lagerhaltung bringt, belegte SimPlan, Maintal, mit Simulationslösungen für die Materialfluss- und Logistik. „Die Simulation hat sich zu einem Standardwerkzeug in der Intralogistik entwickelt“, meinte dazu Vertriebsleiter Harry Kestenbaum. Das Unternehmen – es ist mit über 50 Simulationsexperten nach eigenen Angaben einer der größten deutschen Simulationsdienstleister – will seine Marktposition durch die Entwicklung von spezifischen Softwarebausteinkästen wie etwa dem Lagerlogistikbausteinkasten und mit innovativen Techniken wie der Emulation von Softwarekomponenten weiter ausbauen. Automation in der Logistik setzt zudem schnelle, sichere Handhabung voraus. Entsprechende Kundenwünsche werden an den Spann- und Greiftechnikspezialisten Schunk, Lauffen, herangetragen.

Um die Effizienz ihres innerbetrieblichen Waren- und Teiletransports zu erhöhen, entscheiden sich die Anwender laut Schunk immer häufiger für roboter- und portalgestützte Handlinglösungen. Automationsexperte Matthias Poguntke stellte fest: „Die Intralogistik ist für uns ein Wachstumsmarkt mit hoher Dynamik. Gefragt sind hochflexible, robuste Systeme und Module, die prozesssicher arbeiten.“

Optimierte Lineartechnik für die Intralogistik kann die Rollon GmbH, Ratingen, bieten. Klaus Hermes, Marketingleiter, sagte: „Unsere Compact-Rail-Laufrollenführungen gleichen in der Kombination aus Fest- und Loslager Parallelitätsprobleme in der Anschlusskonstruktion aus.“ Je nach Baugröße würden die Rollen über 3 mm Versatz kompensieren und so den reibungslosen Betrieb sicherstellen. U. SCHAMARI/KIP

Von U. Schamari/Dietmar Kippels

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