China Bedeutung sinkt 18.04.2013, 09:45 Uhr

Investitionsgüter­industrie legt weltweit zu

Der Industrieverband VDMA verzeichnet erstmals seit Langem einen Rückgang des China-Geschäfts. War das Reich der Mitte in den Jahren zuvor noch Wachstumsgarant für deutsche Firmen, so wachsen nun die Unternehmen in anderen Regionen – etwa in Russland und in den industriell wieder erstarkten USA.

Russland und die USA werden als Absatzmärkte der Investitionsgüterindustrie immer wichtiger.

Russland und die USA werden als Absatzmärkte der Investitionsgüterindustrie immer wichtiger.

Foto: Hannover Messe

Die deutschen Maschinenbauunternehmen werden erst im Jahr 2013 den Umsatz des Rekordjahres 2008 übertreffen. Das erwartet der Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Dessen Hauptgeschäftsführer Hannes Hesse sagte auf der Hannover Messe, er rechne für 2012 mit insgesamt 207 Mrd. € Umsatz und damit 3 % Wachstum gegenüber dem Vorjahr.

Allerdings konnten sich die Unternehmen im vergangenen Jahr nicht wie gewohnt auf China als Wachstumstreiber verlassen. Das Umsatzplus verdanken sie steigenden Exporten in andere Märkte. „Trotz des Rückgangs des China-Geschäfts zeigt der Export wegen des starken US-Geschäfts ein nominales Plus von 5,1 %“, sagte Hesse in Hannover.

Russland wird als Absatzmarkt immer wichtiger

Hesse hob besonders die wachsende Bedeutung Russlands hervor. Russland sei bereits das viertgrößte Absatzland für deutsche Maschinenbauer – nach China, den USA und Frankreich. Die Unternehmen lieferten 2012 Maschinen im Gesamtwert von knapp 8,1 Mrd. € – das entspricht rund 5 % der Exporte. Deutsche Maschinen sind in Russland beliebt: Rund 22 % der Importe stammen aus der Bundesrepublik. „Mit großem Abstand folgen China mit 13 % sowie Italien mit 11 %“, stellte Hesse fest.

Ähnliche Tendenzen hinsichtlich der Verschiebung von Exportanteilen verzeichnen die Unternehmen der Automatisierungstechnik. Hier wuchsen die Exporte nach China nach Angaben des Fachverbands Automation im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) um 7,8 % gegenüber 2011. Allerdings sei das die niedrigste Rate seit zwölf Jahren. „Ausfälle im Bereich Solarindustrie und Windkraftanlagen führen zu einer allgemein verhaltenen Entwicklung“, sagte Gunther Kegel, Vorsitzender des Vorstands des Fachverbands.

Ausfuhren in die USA stiegen um 12,3 %

Das stärkste Wachstum für die Automatisierer erwartet Kegel in den industriell wieder erstarkenden USA. Um 12,3 % seien die Ausfuhren im vergangenen Jahr gewachsen. Insgesamt gingen 10 % der Exporte der Automatisierer dorthin. Den Grund sieht er in den niedrigen Energiekosten in den Vereinigten Staaten. „Das Fracking hat die erschließbaren Reserven vervielfacht.“ Viele US-amerikanische Unternehmen stellen nach ZVEI-Angaben deshalb ihre Prozesse momentan von Kohle auf Gas um – im industriellen wie auch im Kraftwerksbereich. Vor allem in der Petrochemie sei deutsche Prozessautomatisierung gefragt.

„Die Gaspreise liegen bei rund 25 % der europäischen Preise – ein dramatischer Wettbewerbsvorteil für die, die Gas nicht nur als Energielieferant, sondern auch als chemischen Grundstoff verwenden“, erläuterte Kegel. Auf absehbare Zeit werde sich daran nichts ändern. Die Konjunktur für sowohl die Fabrik- als auch die Prozessautomation sei robust. „Nach unserer Einschätzung wird diese Robustheit weiter anhalten“, sagte Kegel.

Der Gesamtumsatz der Automation sei im vergangenen Jahr um 1,4 % auf 48,3 Mrd. € angewachsen, so Kegel. Im selben Zeitraum sei allerdings der Auftragseingang um 2,4 % geschrumpft. Für das laufende Jahr hält der Fachverband Automation eine leichte Zunahme von 2 % für möglich.

Mit ebenfalls 2 % Wachstum rechnet der VDMA im deutschen Maschinenbau. „Trotz aller Unsicherheiten bestätigen wir unsere Wachstumsprognose“, erklärte Hesse auf der Hannover Messe. Zwar sei der Auftragseingang in eine Seitwärtsbewegung übergegangen. „Das Ifo-Geschäftsklima sowie die bessere Stimmung in den Kundenländern weltweit deuten auf eine Belebung der Geschäftstätigkeit hin.“

Von I. Hartbrich Tags:
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