Wartung 11.09.2009, 19:42 Uhr

In der Wirtschaftskrise schlägt die Stunde für flexible Instandhalter  

Während viele Branchen unter der momentanen Finanzkrise leiden, sieht sich der Instandhaltungssektor durch die anhaltende Wirtschaftsflaute eher gestärkt. Denn viele produzierende Betriebe drosseln derzeit ihre Produktion und nutzen diese Gelegenheit, um lange aufgeschobene Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen durchführen zu lassen. Die Serviceanbieter setzen dabei auf einen Mix von Komplett- und kundenspezifischen Speziallösungen. VDI nachrichten, München, 11. 9. 09. kip

Instandhalter stemmen sich gegen die derzeitige Finanzkrise: Die wirtschaftlich erschwerten Rahmenbedingungen zusammen mit der reduzierten Auslastung von Prozess- und Fertigungsanlagen bieten dem Instandsetzungssektor sogar gute wirtschaftliche Chancen. „Längst geplante oder fällige Maßnahmen zur Optimierung von Fertigungsanlagen und Maschinen können jetzt umgesetzt werden, natürlich auch im Hinblick auf Kostenreduktion und Effizienzsteigerung“, so Wolf-Dietrich Müller, Geschäftsbereichsleiter der Messe München GmbH, im Vorfeld der „Maintain“, Fachmesse für industrielle Instandhaltung Mitte Oktober.

Doch befindet sich nach seinen Worten auch die industrielle Instandhaltung momentan in einem grundlegenden Wandel. Durch die Globalisierung und die EU-Erweiterung stehe sie in einem belebenden Wettbewerb. Gleichzeitig sorgten die zunehmende Automatisierung sowie das gesteigerte Umweltbewusstsein dafür, dass moderne Instandhaltungs- und Servicelösungen immer wichtiger werden.

„Davon profitieren insbesondere die Anbieter und Nachfrager von Maschinen und Anlagen sowie von Produkten und Dienstleistungen zur Instandhaltung“, ergänzte Müller. Voraussetzung sei aber aber, dass moderne Lösungen zur industriellen Instandhaltungen wichtige Kriterien erfüllen: „Sie tragen zum Beispiel zur Kostensenkung und zur Effizienzsteigerung bei. Zudem ergeben sich unter dem Druck wachsender Veränderungen Chancen für neues Wachstum.“ Das hier angewandte Wissen sei ein Wertschöpfungsfaktor. Es beschleunige die Modernisierung der Produktionsabläufe und des Ressourcenmanagements.

Gleichzeitig sehen Branchenexperten in diesen Lösungen ein immer stärker nachgefragtes und kostbares Wirtschaftsgut. Denn das angewandte Know-how lässt sich nach ihrer Meinung künftig vermarkten und bildet somit eine neue Umsatz- und Gewinnquelle. Allerdings wird es auch bei den Anbietern von Instandsetzungsdienstleistungen einen Wandel geben. „Da Dienstleistungen und Services in der Instandhaltung zunehmend wichtiger werden, setzen Unternehmen neben hochwertigen Komponenten und Speziallösungen immer mehr auf Komplett- und Systemlösungen“, betonte der Instandsetzungsexperte.

Ein Anbieter solcher Komplettlösungen ist die InfraServ Knapsack KG (ISK) in Knapsack. Der Industrieparkdienstleister und Standortbetreiber des Chemieparks Knapsack bietet den Unternehmen am Standort eine breite Palette von verschiedenen industrie- und chemienahen Dienstleistungen an, etwa Analytik, Anlagenplanung und -bau, Instandhaltung, Umweltschutz und Logistik. Für die Produktion stellt InfraServ neben Strom verschiedene Gase und Flüssigkeiten über ein Pipelinesystem zur Verfügung.

Die ISK ist aber nicht nur Dienstleister für Chemie- und Industrieunternehmen am eigenen Standort, sondern ebenfalls in der ganzen Region, in Deutschland und mit Engineering-Leistungen auch weltweit. „Wir weiten unsere Geschäftsfelder aus, um alle Dienstleistungen aus einer Hand liefern zu können. Gleichzeitig legen wir großen Wert darauf, unsere Flexibilität zu bewahren. So können wir kundenspezifisch ein Team aus Spezialisten der verschiedenen Unternehmensbereiche zusammenstellen“, betonte Thomas Happich. Der Kunde, so das Mitglied der ISK-Geschäftsführung, könne sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren, während sich InfraServ im Gegenzug um die Technik kümmere. „Denn eigenes Personal für diese Aufgaben vorzuhalten zieht meist auch kostenintensive Aus- und Fortbildung nach sich – und stellt Unternehmen in Zeiten des Ingenieur- und Fachkräftemangels nicht selten vor unlösbare Aufgaben“, so der Instandhaltungsexperte.

Bei InfraServ in Knapsack scheint diese Strategie jedenfalls aufzugehen. Mit einer Gewinnsteigerung von über 20 % wurde das Rekordergebnis aus dem Jahr 2007 (10 Mio. €) im vergangenen Jahr noch einmal deutlich überboten. Der Jahresumsatz stieg von rund 187 Mio. € im Jahr 2007 auf etwa 195 Mio. € im vergangenen Jahr.

„Die derzeitige Auftragslage ist sehr gut und gerade in den Bereichen Instandhaltung und Engineering sind bereits jetzt Verträge geschlossen, die Teilbereiche weit über die zweite Jahreshälfte auslasten“, so Helmut Weihers, Geschäftsleiter der ISK. Der Umsatz im Dienstleistungsbereich in Höhe von rund 97 Mio. € sei in 2008 gegenüber dem Vorjahr um 13,1 Mio. € gestiegen. Erfreulich habe sich der Umsatz außerhalb des Chemiestandortes entwickelt, der um über 30 % gegenüber dem Vorjahr lag. Das gesunde Wachstum habe dank der sehr guten Auslastung alleine im Jahr 2008 zu über 50 Neueinstellungen geführt und auch für das Jahr 2009 werden laut ISK-Geschäftsleiter Handwerker und Ingenieure gesucht.

ROLF MÜLLER-WONDORF/KIP

Von Rolf Müller-Wondorf/Dietmar Kippels

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