Tarifrunde 2015 07.11.2014, 15:06 Uhr

IG Metall Niedersachsen fordert 5,5 bis 6,0 Prozent mehr Lohn

Die IG Metall Niedersachsen hat sich festgelegt und will in die Tarifrunde 2015 mit einer Forderung von sechs Prozent mehr Lohn gehen. Die Forderung beschließt die Gewerkschaft just an dem Tag, an dem die deutschen Unternehmen einen neuen Exportrekord aufstellen.

Herstellung von Stahlrohren bei Vallourec & Mannesmann in Düsseldorf: Die IG Metall will in der nächsten Tarifrunde 2015 bis zu sechs Prozent mehr Lohn fordern.

Herstellung von Stahlrohren bei Vallourec & Mannesmann in Düsseldorf: Die IG Metall will in der nächsten Tarifrunde 2015 bis zu sechs Prozent mehr Lohn fordern.

Foto: Jakob Studnar/dapd/dpa

Der Maschinenbau beschäftigt aktuell so viele Mitarbeiter, wie seit 20 Jahren nicht mehr. Mehr als eine Millionen Menschen in Deutschland verdienen im Maschinenbau ihre Brötchen. Diese stolze Zahl verkündete die Branche erst vor wenigen Wochen auf dem 7. Maschinenbau-Gipfel in Berlin.

Trotzdem gibt sich die Metall- und Elektroindustrie (M + E) in ihrer Herbsteinschätzung verschnupft. „Die Konjunkturaussichten in der M + E-Industrie haben sich aufgrund der Schwächephase in wichtigen Euro-Ländern sowie der Krisen in Nahost und in der Ukraine eingetrübt. Das Geschäftsklima als wichtiger Frühindikator ist im Oktober zum sechsten Mal in Folge gesunken“, warnen die in der Organisation Gesamtmetall zusammengeschlossenen Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie.

Metaller Meiner: Krisenszenario verkehrt die Tatsachen

Da dürfte die heutige Nachricht aus Niedersachsen die Stimmung bei Gesamtmetall noch weiter eintrüben: Die IG Metall Niedersachsen hat beschlossen, mit einer Lohnforderung von bis zu sechs Prozent in die Tarifrunde 2015 der Metall- und Elektroindustrie zu gehen. „Es gibt Wachstum und sicherlich auch Herausforderungen. Aber die Beschwörung eines allgemeinen Krisenszenarios, wie es einige Arbeitgeber derzeit tun, verkehrt die Tatsachen und sämtliche Prognosen der Wirtschaftsinstitute“, begründete Bezirksleiter Hartmut Meine die hohe Ausgangsforderung.

Die neueste Zahl aus dem deutschen Warenexport gibt dem Gewerkschafter recht: Noch nie haben deutsche Unternehmen so viele Waren exportiert wie im September 2014. Trotz der internationalen Krisen verkauften deutsche Firmen im September Waren im Wert von 102,5 Milliarden Euro ins Ausland.

Export in EU-Länder ohne Euro besonders stark

Laut Statistischem Bundesamt wurde damit der erst im Juli erreichte Höchstwert noch einmal um 1,4 Milliarden Euro übertroffen. Gemessen am Vormonat stiegen die Exporte dabei um 5,5 Prozent – dreimal so viel wie erwartet.

Der Rekord im Exportgeschäft brummt vor allem in EU-Länder, die nicht zur Eurozone gehören, etwa Polen und Großbritannien. Die Ausfuhren dorthin kletterten im Vergleich zum September 2013 um 13,8 Prozent, die in die Eurozone hingegen nur um 3,4 Prozent. Das Geschäft mit der übrigen Welt zog um 10,5 Prozent an.

Bessere Regelungen für Altersteilzeit und Bildungsteilzeit im Forderungskatalog

Neben dem deutlich höheren Einkommen will die IG Metall bessere Regelungen für die Altersteilzeit erreichen. Damit dürften die Gewerkschafter bei den Arbeitgebern aus Granit stoßen. „Weiterbildung, die betrieblich notwendig ist, findet sowieso täglich in tausenden Betrieben statt“, schimpft Nico Fickinger, Hauptgeschäftsführer von Nordmetall. Wer etwas für sein persönliches Fortkommen unternehmen wolle, müsse dies eben in seiner Freizeit tun.

Also stellen sich die Gewerkschaftler in Niedersachsen auf harte Verhandlungen ein: „Ein Spaziergang wird das sicherlich nicht. Ich gehe davon aus, dass wir für unsere berechtigten Forderungen hart streiten müssen“, so Meine. Der Tarifvertrag für die rund 3,7 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie läuft zum Ende des Jahres aus, die Friedenspflicht Ende Januar 2015.

Danach sind Streiks, das macht die IG Metall schon jetzt klar, ziemlich sicher. Am kommenden Dienstag, den 11. November, wird die IG Metall ihre bundesweiten Empfehlungen abgeben. Diese werden nach den regionalen Beratungen am 27. November 2014 dann endgültig festgezurrt.

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