Export 19.02.2010, 19:45 Uhr

Hermes-Deckungen jetzt auch für Ingenieure  

Hermes-Deckungen sind ein bedeutender Bestandteil der deutschen Ausfuhrförderung. Sie schützen deutsche Unternehmen vor Verlusten durch ausbleibende Zahlungen ihrer ausländischen Geschäftspartner. Der Bund bietet seit 2009 auch Garantien für Exporte in EU- und OECD-Länder an. Sogar die Ausfuhr von Dienstleistungen lässt sich neuerdings versichern. VDI nachrichten, Düsseldorf, 19. 2. 09, sta

2009 stellte die Bundesregierung 22,4 Mrd. € an Exportgarantien zur Verfügung – so viele wie noch nie in der 60-jährigen Geschichte der Außenwirtschaftsförderung. 2010 dürfte das Volumen weiter steigen, denn wegen der Wirtschaftskrise hat der Bund die Exportkreditgarantien erneut kundenfreundlicher gestaltet.

Seit dem 1. Januar können Ingenieure, Architekten und weitere Dienstleister zur Absicherung ihrer Auslandsforderungen die neue „Leistungsdeckung“ des Bundes nutzen. Sie schützt Dienstleister vor einem Zahlungsausfall aus wirtschaftlichen und politischen Gründen und berücksichtigt gängige Geschäftsmodelle wie Honorarforderungen aus Agenturtätigkeit, Beratung, Schulung und Service. Erhältlich ist sie bei der Euler Hermes Kreditversicherungs-AG, die im Auftrag des Bundes die staatlichen Exportgarantien – die so genannten Hermes-Deckungen – federführend betreut.

Kostenlos freilich ist die Leistungsdeckung nicht. Fällig werden Antrags-, Bearbeitungs- und Ausfertigungsgebühren sowie Prämien. Dabei spielen Auftragswert, Laufzeit, die Risikokategorie des Käuferlandes sowie die Käuferbonität eine wichtige Rolle. Unter dem Strich bezahlt ein Ingenieurbüro zur Absicherung eines 1 Mio. €-Auftrags mit einem privaten Unternehmen knapp 13 000 €. Dabei wurde unterstellt, dass der Käufer eine durchschnittliche Bonität hat und in einem Land mittleren Risikos ansässig ist. Zudem verlangt der Bund eine Selbstbeteiligung in Höhe von 5 % bei politischen und 15 % bei wirtschaftlichen Risiken. Befristet bis Ende 2010 kann die Selbstbeteiligung bei wirtschaftlichen Risiken unter bestimmten Bedingungen gegen Zahlung einer Zusatzprämie auf 5 % reduziert werden.

Ob zahlreiche Ingenieure und Architekten das Angebot zur Leistungsdeckung annehmen, bleibt abzuwarten. Nach Angaben von René Andrich, Kommunikationschef von Euler Hermes „liegen zwar erste Anträge vor, Entscheidungen darüber sind aber noch nicht gefallen.“

Lebhaft entwickelt sich die Nachfrage nach der Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung (APG). Das ist eine kostengünstige und einfach zu handhabende Absicherung kurzfristiger Forderungen (Zahlungsziel bis zu zwölf Monate) für deutsche Exporteure, die wiederholt mehrere Besteller in unterschiedlichen Ländern beliefern. Der Vertrag hat eine Laufzeit von einem Jahr. Statt für jedes einzelne Exportgeschäft eine Absicherung zu beantragen, erhalten Unternehmen für ein Jahr eine Pauschaldeckung. „Die Zahl der 2009 neu vereinbarten Verträge hat sich gegenüber 2008 vervierfacht“, so Andrich.

Hintergrund des Booms: Weil private Versicherer inmitten der Krise angeblich ihr Angebot einschränken, erweiterte die Bundesregierung Mitte 2009 ihre Deckungsmöglichkeiten. Zuvor durfte der Staat – ganz im Sinne des Subsidiaritätsprinzips – keine „marktfähigen Risiken“ absichern, also keine Exportgeschäfte in EU- und Kernländer der OECD mit einer Risikolaufzeit unter zwei Jahren in Deckung nehmen. Diese Beschränkung wurde bis Ende 2010 aufgehoben. Jetzt floriert das Geschäft: Die Hermes-Deckungen erzielten 2009 einen Überschuss von 454 Mio. €, der in den Bundeshaushalt fließt.

Bei den Exporteuren kommt die ordnungspolitisch angreifbare Geschäftsausweitung des Staates gut an. Die Papierfabrik August Köhler AG z. B. nutzt zum ersten Mal eine Bundesdeckung zuvor habe man sich stets privat abgesichert. Und die Fahrzeugelektrik Pirna GmbH hat eigenen Angaben zufolge bei privaten Versicherern keine bezahlbare Deckung mehr erhalten.

Die privaten Anbieter respektieren die politische Entscheidung, „sehen aber keinen echten Bedarf dafür“. „Für die marktfähigen Länder gibt es bei kalkulierbaren Risiken ausreichend Deckung durch die privaten Kreditversicherer“, heißt es bei Coface. Und laut Atradius liegt das Prämienniveau des Bundes über dem der privaten Kreditversicherer für marktfähige Risiken. Dies wäre im Einzelfall zu prüfen. Für den Bund als Exportkreditversicherer dürfte 2010 aber wieder ein Rekordjahr werden. STEFAN TERLIESNER/sta

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