Dämpfer für die Konjunktur 09.07.2013, 12:54 Uhr

EU-Wirtschaftskrise belastet deutsche Exporte

Die deutschen Exporte sind im Mai dieses Jahres überraschend deutlich gesunken. Das Statistische Bundesamt meldet 4,8 Prozent weniger Ausfuhren als noch vor einem Jahr. In die Länder der Eurozone wurde sogar 9,6 Prozent weniger exportiert.

Die deutschen Exporte sind im Mai überraschend stark um 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Vor allem die Krisenstaaten in Südeuropa haben weniger in Deutschland eingekauft.

Die deutschen Exporte sind im Mai überraschend stark um 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Vor allem die Krisenstaaten in Südeuropa haben weniger in Deutschland eingekauft.

Foto: dpa

Noch im Juni hatte das Bundesfinanzministerium angesichts der jüngsten Wirtschaftsdaten die Aussicht auf eine allmähliche Erholung der Konjunktur gemeldet. Die deutsche Wirtschaft sei gut in das zweite Quartal gestartet, die Stimmung in den Unternehmen habe sich verbessert und die Steuereinnahmen stützten die Erwartung eines Konjunkturaufschwungs, hieß es im BMF.

Positives Geschäftsklima in deutschen Chefetagen

Auch die Chefs der deutschen Unternehmen schätzten die Geschäftsaussichten insgesamt besser ein, wie aus dem Geschäftsklimaindex hervorging. Der Index, den das Münchener ifo Institut regelmäßig berechnet, gilt als wichtiger Konjunkturindikator und war im Juni leicht angestiegen. Vieles sprach dafür, dass die Wirtschaftsaktivität in der zweiten Jahreshälfte wieder anziehen würde.

Nun also dämpft das Statistische Bundesamt (Destatis) den Optimismus mit neuen Zahlen. Im Mai 2013 wurden von Deutschland Waren im Wert von 88,2 Milliarden Euro ausgeführt und Waren im Wert von 75,2 Milliarden Euro eingeführt. Die Exporte lagen damit um 4,8 Prozent und die Importe um 2,6 Prozent niedriger als im Mai 2012. Die Außenhandelsbilanz – die Differenz zwischen Ein- und Ausfuhren – lag kalender- und saisonbereinigt bei einem Überschuss von 14,1 Milliarden Euro. Im Mai des vorigen Jahres waren es noch 1,5 Milliarden Euro mehr gewesen.

Einbruch der Exporte in die EU-Länder

Die Wirtschaftskrise in der Euro-Zone ließ den deutschen Außenhandel besonders bei den Geschäften mit den EU-Ländern einbrechen. In diese Länder wurden im Mai 2013 Waren im Wert von 32,3 Milliarden Euro geliefert. Das sind 9,6 Prozent weniger als noch vor einem Jahr.

Insgesamt bleibt der Export aber auf hohem Niveau. So verkauften die deutschen Unternehmen von Januar bis Mai Waren im Wert von 454,3 Milliarden Euro ins Ausland. Das ist ein Rückgang von nur 0,3 Prozent

Das hat dazu geführt, dass die deutschen Unternehmen auch ihre Produktion im Mai zurückgefahren haben. Destatis berichtet von einem Produktionsrückgang um ein Prozent im Vergleich zum April. Das war der deutlichste Rückgang seit dem vergangenen Oktober.

Allerdings spielt dabei eine große Rolle, dass die Produktion am Bau im April um 16 Prozent gestiegen war, um die Einbußen des langen Winters aufzuholen. Im Mai hat sich der Bau wieder auf das Normalniveau eingependelt. Rückgänge um 2,3 Prozent gab es aber auch bei der Produktion von Investitionsgütern wie Maschinen und Fahrzeuge. Mit einem Minus von 0,1 Prozent hielt sich dagegen die Produktion von Konsumgütern stabil.

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