Konjunktur 03.09.2004, 18:32 Uhr

„Ein beträchtlicher Rückgang der Lohnstückkosten“

VDI nachrichten, Düsseldorf, 3. 9. 04 -Die Strukturkrise im Bau über-deckt die Wachstums- erfolge Ostdeutschlands in anderen Branchen – so das Fazit einer neuen KfW-Studie zu den Neuen Ländern. Im Folgenden dokumentieren wir die wichtigsten Aussagen der Untersuchung.

– Die Entwicklung des Verarbeitenden Gewerbes ist die Erfolgsgeschichte der neuen Länder. Der Anteil des Verarbeitenden Gewerbes an der Bruttowertschöpfung ist zwar noch relativ niedrig, steigt aber von Jahr zu Jahr (von 10,2 % Anfang der 90er Jahre auf 16,1 % heute).
– Die Exportquote des Verarbeitenden Gewerbes nimmt beständig zu (knapp 14 % 1991, 24,5 % 2003 alte Bundesländer: 39,4 %). Die Auslandsumsätze wachsen dynamischer als die Inlandsumsätze (2002: Auslandsumsatz + 8,9 %, Inlandsumsatz + 0,5 %). Das Verarbeitende Gewerbe in den Neuen Ländern ist international durchaus wettbewerbsfähig und trägt maßgeblich zu den Exporterfolgen Ostdeutschlands bei.
– Relativ zu Westdeutschland ist es zu einem beträchtlichen Rückgang der Lohnstückkosten im Verarbeitenden Gewerbe gekommen. Sie liegen mittlerweile um 2,6 % unter denen der alten Länder. Dies ist für die Wettbewerbsfähigkeit der neuen Länder und ihre Attraktivität als Ziel von Direktinvestitionen extrem wichtig.
– Innerhalb weniger Jahre wurde ein Bestand von mehr als 500 000 mittelständischen Unternehmen aufgebaut. Allerdings ist die Betriebsgrößenstruktur ungünstig, weil vor allem die großen Unternehmen fehlen. Die Betriebsgrößenstruktur ist zugleich auch die Ursache für die im Durchschnitt niedrigere Eigenkapitalausstattung ostdeutscher Unternehmen.
– Der Erfolg des Aufbaus Ost wird häufig an der wirtschaftlichen Entwicklung der alten Bundesländer gemessen, indem bestimmte Verhältniszahlen – zum Beispiel das Pro-Kopf-Einkommen im Ost-West-Vergleich – untersucht werden. Eine andere interessante ökonomische „Benchmark“ ist jedoch ein Vergleich der neuen Bundesländer mit anderen Transformationsökonomien in Mittel- und Osteuropa. Bei dieser Betrachtung schneiden die neuen Länder wesentlich besser als bei einem reinen „Ost-West-Vergleich“ ab (siehe Grafik). Ihr Bruttoinlandsprodukt ist seit 1991 real um 54 % gestiegen, das von Tschechien um 24 % und das von Ungarn um 34 %. Das BIP pro Kopf liegt in den neuen Ländern bei 17 500 €, in Tschechien bei 7700 € und in Ungarn bei 7200 €. Auch die Qualität der Infrastruktur in den Neuen Ländern ist wesentlich besser als in Mittel- und Osteuropa.
– Bei einem Vergleich der Arbeitslosenquoten zwischen Ost- und Westdeutschland sollte nicht übersehen werden, dass die Erwerbsbeteiligungsquote – definiert als der Anteil der Erwerbspersonen in Relation zur Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter – in den neuen Ländern um 4,1 % höher ist als in den alten. Die höhere Erwerbsbeteiligungsquote ist gleich bedeutend mit einem höheren Arbeitskräfteangebot, und bei gegebener Zahl von Arbeitsplätzen steigt mit der Erwerbsbeteiligung automatisch die Arbeitslosigkeit. Aufgrund der höheren Erwerbsbeteiligung werden in Ostdeutschland 390 000 Arbeitsplätze mehr nachgefragt, als dies bei Zugrundelegung der westdeutschen Erwerbsbeteiligungsquote der Fall wäre. Bei gleich hoher Erwerbsbeteiligungsquote in Ost- und Westdeutschland wäre die Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland um etwa 30 % niedriger. ps

Von Peter Schwarz

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