Asien wird profitieren 01.08.2014, 14:39 Uhr

DMG-Chef zu Sanktionen: „Das Stück vom Kuchen für Deutschland wird kleiner“

Deutsche Unternehmen werden durch die EU-Sanktionen gegen Russland Marktanteile und Geschäftspartner verlieren. Der Chef des Bielefelder Maschinenbau-Konzerns DMG Mori Seiki, Rüdiger Kapitza, geht davon aus, dass sich russische Unternehmen neue Geschäftspartner in Asien suchen. 

Justierung eines Werkzeugmagazins: Am DMG-Produktionsstandort in Bielefeld werden Drehmaschinen etwa für den Werkzeug- und Formenbau sowie für die Automobilindustrie hergestellt. DMG-Chef Kapitza fürchtet, dass die Sanktionen gegen Russland besonders deutsche Unternehmen treffen werden.

Justierung eines Werkzeugmagazins: Am DMG-Produktionsstandort in Bielefeld werden Drehmaschinen etwa für den Werkzeug- und Formenbau sowie für die Automobilindustrie hergestellt. DMG-Chef Kapitza fürchtet, dass die Sanktionen gegen Russland besonders deutsche Unternehmen treffen werden.

Foto: DMG

„Russische Kunden werden sich umorientieren, wenn die die Lieferung nicht pünktlich oder gar nicht bekommen“, sagte Kapitza im Interview mit Ingenieur.de, dem Nachrichtenportal der VDI nachrichten. Die russischen Unternehmen würden ihre benötigten Güter und Anlagen künftig „woanders kaufen, zum Beispiel bei den asiatischen Nachbarländern, vor allem in China“, so Kapitza.

Asien gewinnt Marktanteile auf Kosten Europas

DMG-Vorstandschef Rüdiger Kapitza.

DMG-Vorstandschef Rüdiger Kapitza.

Foto: DMG

Diese Entwicklung habe schon vor zwei Jahren eingesetzt. „Das zeigt die Handelsstatistik Russland-China, die nach oben geht. Vor zwei Jahren war Deutschland der größte Handelspartner für Russland, die Russen haben in Deutschland am meisten gekauft“, sagt Kapitza.

„Das hat sich umgedreht vor zwei Jahren. Man muss kein Prophet sein, um zu wissen, dass sich das verstärken wird. Russland wird mehr aus China oder Südkorea kaufen als von Europa oder besonders von Deutschland. Das Stück vom Kuchen für die Europäer und vor allem für die deutschen wird kleiner.“

DMG will seinen Russland-Umsatz trotz Sanktionen halten

Allerdings hofft Kapitza, dass der DMG-Konzern, der bis 2013 noch unter Gildemeister firmierte, von den Sanktionen relativ wenig betroffen ist, „da wir ausschließlich für den zivilen Sektor liefern“. Aktuell liege der Umsatz mit Russland bei 100 Millionen Euro im Jahr. „Dieses Niveau muss jetzt verteidigt werden. Ohne Sanktionen könnten es 200 Millionen Euro sein, das war auch unser Ziel vor all den Krisen in der Ukraine. Mittelfristig, wenn die Krise beigelegt ist, werden wir das auch hinbekommen.“

DMG hat weltweit 7000 Mitarbeiter und konnte im 1. Halbjahr 2014 seinen Umsatz um 6 Prozent auf 1,03 Milliarden Euro steigern.

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