Partnerland China 13.04.2012, 11:58 Uhr

Deutsche Muttergesellschaften profitieren von Töchtern in China

Zwar verliert China etwas an wirtschaftlicher Dynamik, aber für deutsche Firmen bleibt das diesjährige Partnerland der Hannover Messe ein wichtiger Wachstumsmarkt. Denn während viele Unternehmen hierzulande von zweistelligen Zuwachsraten nur träumen können, sind sie bei ihren chinesischen Töchtern gewohnte Realität – und die Muttergesellschaften profitieren davon.

China ist für deutsche Firmen der wichtigste Wachstumsmarkt.

China ist für deutsche Firmen der wichtigste Wachstumsmarkt.

Foto: Gildemeister

In den letzten zehn Jahren haben die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer ihren Asienanteil beim Export nach Angaben des VDMA, Frankfurt am Main, von 17 % auf derzeit rund 30 % fast verdoppelt. Dabei ist insbesondere die Volksrepublik China trotz des für 2012 vorausgesagten etwas verringerten Wirtschaftswachstums von 7,5 % für deutsche Unternehmen ein immer stärker werdender Partner.

Die Geschäftsaussichten der mit Tochterunternehmen in China engagierten deutschen Firmen sind unverändert gut, was auch der Produktion in Deutschland zugute kommt. So plant etwa der Ventilatoren- und Motorenhersteller EBM-Papst, Mulfingen, seinen derzeitigen Umsatz in China von rund 1 Mrd. RMB (121 Mio. €) bis zum Geschäftsjahr 2015/2016 auf mehr als 2 Mrd. RMB mindestens zu verdoppeln, wie der für das Chinageschäft verantwortliche General Manager, Helmut Schoeneberger, am 20. März am Produktionsstandort Shanghai erklärte.

Rittal: Anteil von China am Gesamtumsatz liegt bei 10 %

Bei dem nach eigenen Angaben weltweit führenden Schaltschrank- und Gehäusesystemspezialisten Rittal, Herborn, hat der Chinaanteil am Gesamtumsatz (2011: rund 2,2 Mrd. €) bereits etwa 10 % erreicht. Und das Geschäft wächst laut dem für den internationalen Vertrieb verantwortlichen Christoph Caselitz derzeit weiter um rund 10 %. „Wir haben eine gesunde Wachstumsstory und unser Produktionsstandort China wird wahrscheinlich in einigen Jahren bereits eine Kapazität erreicht haben wie Rittal in Deutschland“, erklärte Caselitz in Shanghai.

Für Rittal ist die Volksrepublik ein bedeutender Markt, weil der Anbieter von Schaltschränken, Stromverteilungen, Klimatisierungen und IT-Infrastruktur insbesondere Lösungen für die Wachstumsbranche Windenergie liefern kann. Sowohl unter dem Stichwort „Greentelligence“ als auch Metropolitan Solutions beeindrucke das Partnerland der Hannover Messe gerade in den Zukunftsbranchen mit seinem Wachstumspotenzial. „Ob in der Verkehrstechnik, der IT, der Energie oder im klassischen industriellen Produktionssektor – wir bieten dafür eine große Bandbreite an Produkten und Lösungen für die Schlüsselbranchen Chinas“, erklärte Qinghao Zheng, Präsident von Rittal China. So stellten z. B. Schaltschränke des Unternehmens im Kontrollraum, im Signalübertragungszentrum und in der Energieverteilung der 35 km langen U-Bahn-Linie 7 täglich die schnelle und zuverlässige Beförderung von Hunderttausenden Fahrgästen in der Wirtschaftsmetropole Shanghai sicher.

Phoenix Contact: „Heute ist China unser größter Markt außerhalb Deutschlands“

„China ist ein Markt, der in den letzten Jahren durchschnittlich immer zweistellige Wachstumsraten gezeigt hat“, begründete auch Frank Stührenberg, Vertriebschef von Phoenix Contact, Blomberg, das zunehmende Engagement des Verbindungstechnikspezialisten. Fabrikautomatisierung, regenerative Energien sowie Elektromobilität sind elementare Märkte des Unternehmens, das seit 1993 mit einer eigenen Gesellschaft in China präsent ist.

Gestartet wurde die Produktion mit einem Steckersystem für einen Elektrobus in Nanjing. Joint-Venture-Partner war und ist bis heute das Nanjing Automation Research Institute (derzeitiger Anteil 5 %). Im vergangenen Jahr habe die ausschließlich mit einer 1600 Mitarbeiter starken chinesischen Belegschaft (auch im Management) agierende Nanjing Phoenix Contact Ltd. einen Umsatz von umgerechnet 183 Mio. € (Gesamtumsatz der Unternehmensgruppe: rund 1,52 Mrd. €), erwirtschaftet.

„Heute ist China unser größter Markt außerhalb Deutschlands“, so Stührenberg. Anfang dieses Jahres wurde in Nanjing eine neue Fertigungshalle in Betrieb genommen, die mit 25 000 m2 die größte Montage- und Logistikhalle der gesamten Unternehmensgruppe darstellt. „Aber jeder Euro Umsatz, der von unserem chinesischen Unternehmen erwirtschaftet wird, zieht etwa 0,45 € Umsatz in unseren deutschen Werken nach sich“, so Stührenberg. 

Von Jürgen Siebenlist

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