Geldanlage. Gründungsfinanzierung 19.11.2004, 18:34 Uhr

Wie Engel dem Fiskus ein Schnippchen schlagen

VDI nachrichten, Düsseldorf, 19. 11. 04 -Um privaten Beteilungskapitalgebern das Leben zu vereinfachen, hat sich im Business Angels Netzwerk Deutschland (BAND) die Arbeitsgruppe „Best Practice“ gegründet. Sie zeigt idealtypische Deals auf. Die VDI nachrichten veröffentlichen quartalsweise Beispiele. Teil 1 zeigt, wie die Engel Steuern sparen können.

Mit einem Trick können private Wagniskapitalgeber Steuern sparen. Sie müssen sich lediglich zweigleisig an ihren Schützlingen beteiligen. Unter dem Dach einer GmbH oder einer vermögensverwaltenden KG erwerben sie direkt Unternehmensanteile. Parallel engagieren sie sich über eine typisch stille Beteiligung und vereinbaren eine disquotale Gewinn- und Verlustzuweisung.
Sollte das Start-up erfolgreich wachsen und der Engel seinen Anteil nach einiger Zeit verkaufen können, streicht er die Gewinne über die direkte Beteiligung ein. Als Privatperson müsste er diese nach dem Halbeinkünfteverfahren versteuern. Investiert er aber als GmbH, sind die Erträge per Gesetz nahezu steuerfrei. Der gleiche Effekt kann erzielt werden, wenn der Engel sich über eine vermögensverwaltende KG engagiert. Schließen sich hier beispielsweise elf Engel zusammen, die insgesamt 10 % am Unternehmen halten, so bleibt jeder Einzelne unterhalb der 1 %-Wesentlichkeitsgrenze, ab der der Fiskus bei einem Verkauf zuschlagen würde. Zwei Voraussetzungen sind allerdings unabdingbar: Damit der Fonds von der Finanzverwaltung als „vermögensverwaltend“ anerkannt wird, müssen die Kriterien des BMF-Schreibens (s. Webadresse) sinngemäß eingehalten werden. Außerdem gilt für die Investoren das Herberger-Motto: „Elf Freude sollt ihr sein.“ Schießt nur einer quer, fällt das Modell in sich zusammen.
Der wirkliche Clou der zweigleisigen Beteiligung wird erst im Verlustfall deutlich. Dr. Rolf Leuner, Geschäftsführer und Partner bei Rödl & Partner in Nürnberg, erklärt: „Ideal wäre es, wenn der Engel sich atypisch still beteiligen würde. Dann wäre er voll am Verlust beteiligt und könnte ihn steuerlich absetzten – auch im Insolvenzfall.“ Eine 500 000  €-Einlage könnte also in Gänze abgeschrieben werden, falls das Start-up vom Markt verschwindet. Wird der Engel mit dem Höchststeuersatz veranlagt, würde sich der Fiskus rund zur Hälfte am Verlust beteiligen. „Leider aber wird kein Unternehmer einer atypisch stillen Beteiligung zustimmen. Sie erlaubt dem Teilhaber schließlich auch den Zugriff auf stille Reserven“, so Leuner.
Der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater verweist deshalb auf die typisch stille Beteiligung. „Problematisch daran ist aber, dass nur laufende Verlustzuweisungen steuerlich abzugsfähig sind – Insolvenzverluste sind es nicht. Die Zeit, bis zu der die Einlage über die laufenden Verlustzuweisungen steuerlich kompensiert wird, ist in der Regel lang. Kommt es in den ersten Jahren zur Insolvenz, hat der Investor erst Bruchteile seiner Einlage geltend machen können.“ Eine Lösung verspreche die disquotale Gewinn- und Verlustzuweisung. „Sie legt fest, dass der Engel in den Anfangsjahren am Verlust deutlich höher beteiligt wird als am Gewinn.“
Voraussetzung für die disquotale Verteilung ist das Einverständnis der Finanzverwaltung. „Das Verfahren muss vertraglich festgelegt und begründet werden“, so Leuner. „Es muss glaubhaft gemacht werden, dass der Deal der Gewinnerzielung dient und nicht als Steuersparmodell.“ Ansatzpunkte könnten in der Rating-Thematik liegen. Letztlich aber müsse jeder Fall einzeln begründet werden. Leuner bietet Unterstützung an (rolf.leuner@roedl.de). S. ASCHE

  • Stefan Asche

    Stefan Asche

    Redakteur VDI nachrichten
    Fachthemen: 3-D-Druck/Additive Fertigung, Konstruktion/Engineering, Logistik, Werkzeugmaschinen, Laser

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