Start-up-Porträt 30.11.2012, 19:56 Uhr

TroFilms produziert hauchdünne Schutzfolien

Die TroFilms GmbH aus Georgensgmünd hat ein neues Produktionsverfahren für µm-dünne, UV-gehärtete Kaschierfolien entwickelt, mit denen u.a. Verpackungen und Bücher beschichtet werden. Die Folien sind nicht nur kratz-, bruch- und knickfester als die bisher eingesetzten, sondern ihre Fertigung verschlingt auch 60 % weniger Energie und setzt praktisch kein Ozon frei.

In der Fabrikhalle, in der Ralf Troyer seit einigen Wochen bis zu 25 km hauchdünne Folie am Stück produziert, wurden früher Fenster hergestellt. Die Mietkonditionen stimmen. Platz für Entwicklung ist auch reichlich vorhanden. Ein guter Ort für seine junge TroFilms GmbH. Gefunden hat er ihn mit Unterstützung des Netzwerks Nordbayern und der Unternehmerfabrik des Landkreises Roth. Diese Initiativen stellten auch den Kontakt zu Investoren her.

Troyer war 15 Jahre als leitender Angestellter im Bereich Veredlung von DruckErzeugnissen tätig und zuletzt drei Jahre selbstständig. Trotz dieser Erfahrung beteiligte er sich dieses Jahr am Businessplan-Wettbewerb Nordbayern (BPWN) und hat es nicht bereut. „Ich konnte dabei noch wahnsinnig viel lernen und es haben sich sehr wichtige Kontakte ergeben“, berichtet er. Dass nur elf Monate nach seiner Gründungsidee erste Folien von seiner neu angeschafften, für ihn gebauten Maschine liefen, führt er auch auf die Unterstützung des Netzwerks und das gute Abschneiden im Wettbewerb zurück.

Business-Angel ünterstützt TroFilms bei der Gründung

„Das positive Feedback der Jury hat nicht nur die Kreditabsicherung durch die KfW und die Kreditbewilligung unserer Hausbank erleichtert“, erzählt der Gründer. „Einer der Juroren von einer renommierten Steuerberatungs-, Wirtschaftsprüfungs- und Anwaltskanzlei hat auch gleich angeboten, uns unter seine Fittiche zu nehmen.“ So sei sein Unternehmen in Vertrags- und Steuerfragen von Anfang an sehr professionell aufgestellt worden, und das zu Gründerkonditionen. Obendrein meldete sich aus dem Netzwerk ein Business-Angel, dessen Beteiligung schnell unter Dach und Fach war und die Fremdkapitalquote bei der Start-Investition von knapp 1 Mio. € deutlich senkte.

Dank dieses schnell geknüpften Unterstützernetzwerks kann sich Troyer weitgehend auf seine Kernaufgaben konzentrieren. Im Mittelpunkt steht die Technik. Sein Fertigungsverfahren für die nur etwa 15 µm dünnen UV-gehärteten Folien hat es in sich. „Ich bin seit den Anfängen in den 90er-Jahren im Bereich Strahlen härtender Lacke und Folien unterwegs“, berichtet er. Sein Verfahren führt diese Erfahrung mit einem neuen Ansatz zusammen: das UV-Härten in seiner Anlage geschieht unter Schutzgasatmosphäre, also praktisch unter Ausschluss von Sauerstoff.

TroFilms härtet Folien mittels UV und unter Sauerstoffausschluss

Normal binde ein Sauerstoffatom vier Atome der sogenannten Initiatoren, was ein komplettes Aushärten aufhalte und den Energiebedarf in die Höhe treibe. „Wir brauchen 60 % weniger Energie als herkömmliche Verfahren und bekommen robustere Oberflächen, die kratz-, bruch- und knickfest sind“, so der Gründer. Nicht der einzige Vorteil. Obendrein entsteht wegen des Sauerstoffausschlusses kein Ozon, wodurch die teure Ablufttechnik komplett wegfällt. „Hier in der Halle riechen sie nichts – bessere Arbeitsbedingungen, die zugleich die Umwelt schützen.“

Wie die gesamte Gründung läuft auch die Vermarktung der Folien gut an. „Man kennt mich in der Branche“, erklärt er. Seine Wettbewerber hätten den Nachteil, dass sie wie ihre Kunden in der Veredlung tätig sind. „Niemand vergibt gern Aufträge an einen Wettbewerber. Das kommt uns zugute, weil wir unabhängig sind und nur Folien liefern“, so Troyer. Entsprechend positiv war die Resonanz auf seine Gründungspläne. Mehr als ein Dutzend Kunden beliefert seine TroFilms GmbH bereits. Sie testen seine Folien unter Realbedingungen. Zum Versandt werden die hauchdünnen Schutzfilme aufgerollt – in jeweils 3 km langen Stücken. Die Breiten dieser Rollen variieren – wobei die internationalen Norm-Maße für Druck-Erzeugnisse die Vielfalt limitiert. Das wird den Lager- und Logistik-Aufwand in Grenzen halten. Wenn alles klappt, wie sich der Gründer das vorstellt, hat die reaktivierte Fabrikhalle Zukunft. 

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