Gründungsfinanzierung 12.03.1999, 17:20 Uhr

Treff im Internet für Anleger und Jungunternehmer

„Schon mal versucht, Anteile junger Unternehmen zu zeichnen? Bei uns kommen sie zum Zug!“ Mit diesem Slogan wirbt die Börse in Stuttgart um Wagniskapital auf neuen Wegen, nämlich im Internet.

Unter der Adresse http:// www.boerse-stuttgart.de/wagniskapital werden auch Privatanleger von der SBS Wagniskapital GmbH & Co. KG, einer Tochter der Stuttgarter Börse, angesprochen, einen Teil ihres Kapitals in junge Firmen zu stecken, die dies für die richtige Umsetzung einer zündenden Idee benötigen. Das aber bekommt man nicht bei den Banken, weiß Gerhard Stelzer, Geschäftsführer der Bau-CD Datenmanagement GmbH, aus leidvoller Erfahrung. Seine Hausbank auch Kredite ab – aus Unkenntnis der Branche und Angst vor dem zu großen Risiko. Die sieben Banken, bei denen er sein Glück versuchte, hätten immer nur gefragt, warum denn die Hausbank nicht finanziere. „Und dann kann man direkt einpacken“, seufzt Stelzer. Auch mit Kapitalbeteiligungsgesellschaften verhandelte er, aber deren Entscheidungen dauerten ihm zu lang. Zu seinem Glück traf er irgendwann auf Rüdiger Braun, den Geschäftsführer der SBS Wagniskapital. Der habe ihn um ein Unternehmensexposé gebeten und seine Firma dann in einer Veranstaltung mit Interessenten zusammengebracht.
„Wir haben keine Anforderungen an Umsatz, Gewinn oder Alter“, beschreibt Claudia Gloistein, Managerin dieses Projekts einen Hauptunterschied zu Kapitalbeteiligungsgesellschaften. Eines der drei bisher betreuten Unternehmen habe sich erst mit Beginn der Zeichnungsfrist eintragen lassen. Wichtig sei vor allem, daß Unternehmen plausible Konzepte vorlegen – unter technischen wie kaufmännischen Gesichtspunkten. So sollen also Wachstumschancen gegeben sein, etwa indem das Unternehmen eine Nische auf dem Markt aufgespürt hat, in der es Geld verdienen kann. Denn nur dann könne es ja die Gewinnerwartungen der Investoren erfüllen, meint Claudia Gloistein. Wirtschaftsprüfer nehmen dann die Bilanzen unter die Lupe. Nicht zuletzt aber muß auch das Management stimmen. Denn die beste Idee kann nicht erfolgreich sein, wenn der Umsetzer fehle, meint man bei der SBS. Weil viele Jungunternehmer aber oft gar nicht wissen, was denn die potentiellen Investoren von ihnen erwarten, stellt ihnen die Stuttgarter Börse Räume zur Verfügung, in denen sie Informationsveranstaltungen abhalten können. Zudem dürfen sie Kurzportraits ihrer Firmen in das Internet-Programm der Börse stellen, das zu den Top-Ten-Internet-Seiten in der Bundesrepublik gehöre – mit mehr als 60.000 Zugriffen pro Tag. Investoren, die die Unternehmen noch näher beschnuppern wollen, können dies dann auf speziellen Präsentationen tun.

Drei Unternehmer haben schon ihre Geldgeber gefunden

Drei Unternehmen hat die Börse bisher so betreut. Gerhard Stelzer von der Bau-CD Datenmanagement GmbH etwa konnte gleich unter mehreren Investoren auswählen. Einer hat den Zuschlag erhalten, insgesamt flossen 1,2 Mio. DM. Auch die Kenosha Watercooler Vertriebs- und Service AG aus dem badischen Eigenstein-Leopoldshafen brachte sämtliche der 245 000 Aktien unter – insgesamt erhielten die Hersteller von Wasserspendern mehr als 3 Mio. DM. Das dritte Unternehmen war die GHS Gesundheits Service AG aus Ingersheim bei Stuttgart. Hier fanden sich ein größerer und kleine und mittlere Investoren, die die GHS mit 2,2 Mio. DM auf den Wachstumspfad zu bringen versuchen. Das Unternehmen bietet Selbsttests zur Gesundheitsvorsorge und zur Messung von Schadstoffen im persönlichen Lebensumfeld an. Die Anteile dieser Unternehmen werden seit Januar im Telefonverkehr der Stuttgarter Maklerfirma KST gehandelt. Sie entwickelten sich gut, meint Claudia Gloistein.
Ein paar Nummern größer und solche Unternehmen wären Kandidaten für den mittlerweile so beliebten Neuen Markt. Die SBS versteht sich auch als Vorstufe für die Börse. Allerdings muß Anlegern klar sein, daß sie mit der Beteiligung an einem solchen Unternehmen ein größeres Risiko eingehen als etwa beim Kauf von Aktien, die im Dax notiert sind. Dennoch ist das Interesse der Investoren groß. Neben speziellen Fonds und auch Beteiligungsgesellschaften, also den institutionellen Investoren, zeigen sich auch viele Privatanleger bereit, ihr Geld einzusetzen. „Viele sprechen gerade auch auf die kleinen Beträge an“, meint Claudia Gloistein. Zeichnungen ab etwa 5000 DM sind möglich. So könne auch das Risiko unter verschiedenen Unternehmen gestreut werden. Ende April will die SBS zwei weitere Unternehmen anbieten. Auf längere Sicht sollen es pro Jahr 10 bis 15 Unternehmen sein.
BRIGITTE SCHOLTES

 

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