Gründer 28.10.2005, 18:41 Uhr

Stein für Stein zur eigenen Firma  

VDI nachrichten, Deißlingen/Rottweil, 28. 10. 05 – Handwerklich begabte Vertriebler, Architekten und Ingenieure können sich mit der Ytong Bausatzhaus GmbH als Bauunternehmer selbständig machen. Viel Startkapital ist nicht nötig. Größere Maschinen stellt der Franchise-Geber.

Gerhard Trick ist stolz. „Wir haben über 400 Kunden beim Selbstbau begleitet – und keiner hat bisher das Handtuch geworfen.“ Seit 1997 vertreibt der studierte Betriebswirt mit seinem Geschäftspartner, dem Architekten Dieter Jehle, Ytong-Bausatzhäuser.

Eigentlich ist klar, dass Bauherren ihren kostspieligen Traum vom Eigenheim nicht während der Realisierung platzen lassen. Allerdings werden Ytong-Bausätze auch von ausgemachten Laien genutzt. Bei Menschen mit zwei linken Händen müssen Trick und seine Mitarbeiter deshalb schon mal moralische Aufbauhilfe leisten. „Doch im Grunde sind unsere Lösungen narrensicher“, erklärt der Baden-Württemberger. Zumal bei jedem neuen Bauabschnitt ein versierter Baubetreuer auf die Baustelle kommt und die entscheidenden Handgriffe vorführt. Die ersten Reihen der Mauern setzt er gemeinsam mit den Selbstbauern. Er zeigt außerdem, wie Fenster eingesetzt, Rollläden integriert und Fertigdecken eingezogen werden.

Durch Eigenleistung können die Bauherren bis zu 50 000 € sparen. Darüber hinaus profitieren sie von den Sondertarifen, die Ytong-Bausatzhaus als bundesweiter Großabnehmer nicht nur vom Mutterunternehmen Ytong bei Steinlieferungen genießt, sondern auch bei Lieferanten von Dachpfannen, Stahlträgern, Kupferrohren und anderen Baumaterialien. Auf Wunsch vermitteln Trick und andere Vertriebspartner des Systems auch Grundstücke und beraten über staatliche Förderprogramme.

Tricks“ Unternehmen, die Bausysteme für Selberbauer (BfS) GmbH, bedient als Franchise-Nehmer sechs Landkreise südlich von Stuttgart bis an die Schweizer Grenze. „Um uns über Wasser zu halten, müssen wir mindestens 15 Häuser pro Jahr realisieren.“ Das gelang bisher immer. Mit Partner Jehle hat er sogar Zeiten erlebt, wo sie die dreifache Menge verkauften. Die beiden sind alte Hasen im Baugeschäft und kooperierten schon mit Ytong, bevor es deren Franchise-System überhaupt gab. Dem System schlossen sie sich gleich nach der Gründung 1997 an.

„Wir versprachen uns im umkämpften Markt viel vom Renommee der Marke“, erinnern sich die Unternehmer. Außerdem bietet das bundesweite System für eine monatliche Gebühr in Höhe von 650 € bis 1250 € Verkaufs- und Motivationstrainings, Rechtsberatungen und Schulungen über Baufinanzierung, Förderprogramme und Bautechniken an. „Obwohl ich wusste, wie das Geschäft läuft, habe ich dabei noch viel gelernt“, berichtet Trick. Zudem kümmert sich die Ytong-Systemzentrale um Werbung in Fachmedien, Messeauftritte, die Kundeninformation übers Internet und um Werbeheftchen. Der einzelne Unternehmer kann dadurch viel sparen. „Allein für eine Broschüre müsste ich über 20 000 € bezahlen“, rechnet Trick vor. „Im Verbund zahle ich hingegen nur eine Pauschale.“ Und gute Rechtsanwälte könne ein System mit über 100 Partnern natürlich auch leichter bezahlen als ein Einzelunternehmen.

Ytong hat sich gegenüber seinen Franchise-Nehmern verpflichtet, die erhobenen Gebühren komplett in Vertrieb und Marketing zu investieren. Die Zentrale vermittelt Bauinteressenten an die regional zuständigen Franchise-Nehmer. Doch Trick und Jehle warnen vor dem Irrglauben, dass einem im Franchise-System gebratene Tauben in den Mund fliegen: „Ohne Eigeninitiative, regionale Werbung und ein Netzwerk von Baufachleuten läuft es nicht.“ Für Gründer empfiehlt sich laut Trick eine kaufmännische Ausbildung. Ab einem gewissen Unternehmensgröße seien betriebswirtschaftliche Kenntnisse unabdingbar. Doch auch ein Architekt oder Bauingenieur sollte an Bord sein, der mit den Kunden die individuelle Bauplanung bestreitet.

Jehle und Trick sehen trotz mauer Baukonjunktur und anstehender Streichung der staatlichen Eigenheimzulage weiterhin gute Chancen für Gründer im Bausatzhaus-System. „Sicher werden einige Leute gar nicht mehr bauen“, vermutet Trick, doch je weniger Geld die dann noch übrigen Bauherren haben, desto interessanter werde für sie die Option, billig zu bauen, indem sie selbst Hand anlegen. Und den Traum von den eigenen vier Wänden, da sind sich beide sicher, werden die Leute so schnell nicht aufgeben. PETER TRECHOW

Die Serie wird in den kommenden Ausgaben der VDI nachrichten fortgesetzt.

Von Peter Trechow
Von Peter Trechow

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