Markttrends 30.11.2011, 14:24 Uhr

So schaffen es Jungunternehmer in die Medien

Medien und Unternehmensgründer passen gut zusammen: Gründer suchen, was Medien bieten – nämlich Aufmerksamkeit für ihre Ideen und Produkte. Umgekehrt bieten sie, was viele Journalisten suchen: zukunftsträchtige, häufig faszinierende Ideen, die Menschen auch gegen widrigste Umstände mutig und entschlossen umsetzen. Im echten Leben gestaltet sich ihre Zusammenarbeit dennoch oft schwierig. Zwar gibt es jede Menge Workshops, Ratgeber oder Checklisten, die Start-ups in die Grundlagen der Pressearbeit einführen. Doch es mangelt am grundsätzlichen Verständnis der Abläufe in Redaktionen.

Das beginnt mit den zeitlichen Dimensionen. Journalisten spurten je nach Medium täglich oder wöchentlich einem Redaktionsschluss entgegen. Beiträge müssen zu diesem fixen Termin unwiderruflich fertig sein. Konsequenz: Medienschaffende sind kurzfristig auf sehr gut erreichbare, verbindliche und informative Partner angewiesen. Im Zweifel kommt ins Blatt oder auf Sendung, wer am schnellsten reagiert und am besten vorbereitet ist. Vor der intensiven Phase der Produktion steht die Themenfindung. Sie geschieht meist im Verborgenen. Bei einer kurzen Vorrecherche entscheidet sich, ob und welche Themen und Unternehmen es in die engere Auswahl schaffen. Entscheidend dafür ist eine Website mit verständlichen Erklärungen der Geschäftsidee und ihrer technische Hintergründe. Damit sich auch Laien zügig orientieren können, empfiehlt sich ein trichterartiges Modell: Die Startseite muss in wenigen klaren Sätzen erklären, wer hier seit wann was macht. Details sind hier fehl am Platz. Es geht nur darum, Besucher zu orientieren und Lust auf mehr zu machen. So sehr eingangs Mut zur Lücke zählt, so wenig Lücken sollten die weiteren Seiten offen lassen. Wichtig: Besucher kommen mit unterschiedlichen Informationsbedürfnissen. Die einen wollen die Technik genau verstehen. Andere achten eher auf geschäftliche Aspekte. Noch Andere wollen mehr über die Menschen hinter einem Start-up erfahren. Journalisten bei der Vorrecherche wollen schnell ein Gesamtbild. Trägt das Unternehmen eine eigene Geschichte? Kann es mit seiner Expertise oder seinen Erfahrungen zu einer allgemeinen Fragestellung beitragen? Steht es für einen Trend? Nur wenn solche Fragen sich auf Webseiten schnell beantworten lassen, kommt es zur Kontaktaufnahme. Was Journalisten eint, ist Ungeduld. Oder positiv ausgedrückt: Neugier. Diese Gier können nur Fakten stillen. Gründungsdatum, Rechtsform, Namen der Gründer, Ansprechpartner für die Presse, etwaige Referenzkunden und ein prägnanter „Lebenslauf“ mit zentralen Meilensteinen des Start-ups sollten jeweils auf einen Klick zu finden sein. Auch aktuelle Meldungen machen Sinn. Sie signalisieren, dass das Unternehmen aktiv ist. Sind die „News“ schon Monate alt, deutet das auf ruhende oder zumindest sehr schleppende Geschäfte hin. Der erste Eindruck zählt. In diesem Zusammenhang ist es tödlich, Pressemitteilungen oder Fotos passwortgeschützt zu verwahren. Weltkonzerne können es sich leisten, Journalisten zur Registrierung zu zwingen. Bei Start-ups endet der Versuch dagegen in der Regel mit einen schnellen Abschied auf immer. Pressemitteilungen sollten ebenso wie Texte der Webseiten kurz gehalten sein. Um auch komplexe Sachverhalte auf den Punkt zu bringen, bieten sich Fragen und Antworten in einem eigenen Bereich an. Auch Fotos und Skizzen können helfen. Wobei häufig auffällt, dass Webseiten ansprechend bebildert sind, für Pressezwecke aber keinerlei Fotos bereit stehen. Aus journalistischer Sicht ist das ein Kardinalfehler. Denn gerade Zeitungsmacher denken in Texten und in Bildern. Sind auf den Webseiten ansprechende Fotos von Team und Technik zugänglich, hebt das die Chance auf Berichterstattung erheblich. Leider kommt es oft vor, dass Gründer druckfähige Fotos zusagen, dann aber auf den allerletzten Drücker unscharfe, schlecht ausgeleuchtete Bilder vor unruhigem Hintergrund schicken. Damit schneiden sie sich ins eigene Fleisch. Denn statt mit lebendigen Bildern auf ihr Unternehmen aufmerksam zu machen, sähen sie beim Betrachter Zweifel an ihrer Professionalität. Das Geld für gute Fotografen ist mit Sicherheit besser angelegt, als Ausgaben für semiprofessionelle PR-Agenturen. Treten sie mit dem Anliegen an Redakteure heran, Artikel zu „platzieren“ oder Pressemitteilungen zu drucken, endet das Gespräch schnell. Auch der Anspruch, Artikel vor Drucklegung zu korrigieren, ist verfehlt. Wer von seiner Geschäftsidee so überzeugt ist, dass er ein ganzes Unternehmen darauf aufbaut, sollte eine journalistische Recherche nicht fürchten. Im Gegenteil ähnelt es einem Lotteriegewinn, wenn Medien anbeißen. Denn Redaktionen werden von Pressemitteilungen überflutet, in denen Start-ups, Initiativen und Investoren, Gründerwettbewerbe sowie Förderprogramme auf kommunaler, Landes-, Bundes- oder EU-Ebene um Aufmerksamkeit buhlen. Umso unverständlicher ist es, wenn Start-ups im zweiten oder dritten Jahr nach ihrer Gründung bei Medienanfragen blank dastehen. Ein Tipp zum Schluss: Wer für seinen Businessplan Marktinformationen zusammenträgt, Präsentationen für Investoren aufbereitet und sich mit Marketing- und Vertriebsstrategien befasst, sammelt dabei alle Daten und Fakten, auf der informative Pressearbeit basiert. Gewürzt mit technischer Faszination und einigen Anekdoten, die sich bei der Gründung zugetragen haben, lässt sich daraus ein ansprechendes, originelles Pressepaket schnüren. (pt)

Von Peter Trechow

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