Milliarden-Deal 27.05.2015, 12:00 Uhr

Snapchat stellt Börsengang in Aussicht

Der Fotodienst Snapchat, der für seine von allein verschwindenden Bilder bekannt ist, wird an die Börse gehen. Snapchat brauche den Börsengang, um unabhängig zu bleiben, sagte Mitgründer und Chef Evan Spiegel. Einen Zeitraum nannte er nicht. 

Es könnte der nächste Milliarden-Börsengang aus dem Silicon Valley werden. In den vergangenen Finanzierungsrunden war Snapchat von Investoren laut Medienberichten mit 15 Mrd. Dollar bis 19 Mrd. Dollar bewertet worden. Das ist zwar nur ein ausgehandelter Wert, der bestimmt, welche Beteiligung ein Investor für sein Geld bekommt. Solche Bewertungen gelten aber auch als Orientierungshilfen für Börsengänge. Facebook wollte Snapchat Anfang vergangenen Jahres dem Vernehmen nach für 3 Mrd. Dollar kaufen, doch das Gründerteam um Spiegel lehnte ab.

Bei Snapchat kann man Fotos und Videos verschicken, die sich nach dem Ansehen von allein löschen. Ein Markenzeichen des Dienstes ist, dass sie nur solange zu sehen sind, wie man den Finger auf dem Smartphone-Bildschirm hält. Diese Bedien-Funktion könnte mit der Zeit aufgegeben werden, unter anderem mit Blick auf neue Geräte wie Computeruhren, sagte Spiegel. Die App ist vor allem bei jungen Nutzern populär, die auch freizügige Bilder damit versenden.

Snapchat komme in seinen Hauptmärkten täglich auf 100 Mio. Nutzer, von denen 65% selbst Fotos sendeten, verkündete Spiegel.

Snapchat bemüht sich auch, sich als Kanal für klassische Medien zu etablieren. In einem speziellen Bereich der App zeigen TV-Sender wie CNN und MTV ihre Videos, auch Print-Medien wie „Cosmopolitan“, „People“ und „Daily Mail“ bringen Artikel und Bilder unter. Zudem will Snapchat auch zur Fotoplattform für große Events werden. Nutzer können sich entscheiden, Bilder etwa von Konzerten mit allen zu teilen. Solche Funktionen sollen ausgebaut werden. 

Von dpa

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