Kurzportrait 16.07.2014, 12:00 Uhr

Russische Gründer züchten Ziegen, die humanes Protein erzeugen

Lactoferrin ist fast so etwas wie ein medizinisches Wundermittel. Das Protein entzieht Bakterien das lebensnotwendige Eisen und wirkt so wie ein natürliches Antibiotikum. Resistenzen sind bisher nicht bekannt. Zusätzlich hat es antivirale und antifungale Wirkungen. Säuglinge ohne ausgebildetes Immunsystem sind darauf angewiesen. In Muttermilch ist es reichlich vorhanden. In künstliche Nahrung lässt es sich bisher aber kaum zu akzeptablen Kosten einbinden. Das Start-up Transgemepharm will das ändern – und setzt auf genmanipulierte Ziegen.

„Wir haben das Gen für das humane Lactoferrin ins Genom der Ziegen transferiert“, so Gründerin Elena Sadchikova. „Nun ist das Protein in deren Milch enthalten. Uns ist es gelungen, es sauber zu isolieren. Aktuell durchlaufen wir mit dem Produkt präklinische Tests. Wir möchten es global als Medikament vermarkten.“

Bisher verkauft die 2010 aus der russischen Akademie der Wissenschaften ausgegründete Firma ihre Erzeugnisse als Nahrungsergänzung und Zusatzstoff für Kosmetika. „Es hilft Hautprobleme zu lindern und beseitigt Parodontitis“, so Sadchikova. Das Anwendungsspektrum sei riesig. Entsprechend groß sind die Bemühungen von Experten in aller Welt, das Protein kostengünstig zu gewinnen.

„Holländer wollen das Lactoferrin aus Kuhmilch gewinnen. Den Wissenschaftlern gelang es jedoch bisher nicht, das Zielprodukt sauber zu isolieren.“ Auch deutsche Experten seien bisher gescheitert. „Die Agennix AG wollte Lactoferrin aus Pilzen gewinnen und als Krebstherapeutikum nutzen. In Laborversuchen hat das auch geklappt – im Patienten nicht.“

Die bisherigen F&E-Aufwendungen wurden zu 100% vom Staat getragen. Die Skolkovo-Stiftung hat dem dreiköpfigen Gründerteam Juristen und weitere Wissenschaftler an die Seite gestellt. Außerdem wurden 300 Hochleistungsziegen aus Frankreich eingeführt.

Von sta
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