Gründer 14.06.2002, 18:20 Uhr

Problem erkannt – Gründung geplant

Seit Montag stehen die Sieger der StartUp-Werkstatt von Stern, McKinsey, den Sparkassen und VIVA fest. 3300 Schüler beteiligten sich am Gründungsspiel im Internet.

Beim Einparken ist Jan-Peter Lambeck etwas unkonzentriert. Beim Gründen nicht. Seit Montag ist der 18-Jährige mit seinem Team von SafetyCAR Bundessieger der StartUp-Werkstatt, an der in diesem Jahr 660 Schülerteams aus ganz Deutschland teilnahmen. Sie mussten in den vier Monaten des Internetplanspiels Schritt für Schritt einen Geschäftsplan für ihr fiktives Unternehmen erstellen.
Den Siegern von SafetyCAR gab ein Unfall den entscheidenden Anstoß für ihre Idee. Lambeck übersah beim Einparken einen Poller und war auf einen Schlag um viele Euro ärmer. Grund genug für sechs Gymnasiasten aus Wuppertal, eine strapazierfähige, günstige Stoßstange zu entwickeln. Bei intensiver Materialforschung kam ihnen die zündende Idee: eine Stoßstange aus Hartgummi, die Stöße bis 10 km/h ohne Schäden wegsteckt. Härtere Stöße dämpft eine dicke Schicht aus thermoplastischem Partikelschaum. „Unsere Stoßstange würde 70 “ kosten“, erklärt Geschäftsführer Thomas Wülfing. Zur Kalkulation des Preises haben die Schüler bei Chemiekonzernen Materialkosten erfragt, Angebote für notwendige Maschinen eingeholt und Arbeitskosten ermittelt. Eine runde Sache also, die tatsächlich realisierbar wäre – hätten die Schüler das nötige Startkapital.
Doch um eine reale Gründung geht es ihnen nicht. „Uns hat vor allem der Wettbewerb gereizt“, verrät der zweite Geschäftsführer Niko Ippendorf. Zwar könne er sich vorstellen, später ein Unternehmen zu gründen, bisher sei aber alles nur ein Spiel. Ein Spiel allerdings, „das Schüler vor Herausforderungen stellt, die auch ein echter Gründer bewältigen muss“, wie Dr. Jürgen Kluge, Deutschland-Chef von McKinsey und Mitinitiator der StartUp-Werkstatt, betont. So müssen sich die Teams Gedanken über die Rechtsform ihres Unternehmens machen, Fragen des Vertriebs und Marketings klären und ihre Idee echten Unternehmern präsentieren. Gefragt sind vor allem Teamwork und selbständiges Arbeiten.
Das haben auch die vier Gymnasiasten von eCityGuide aus Leipzig gelernt. Ihr Geschäftsplan: Sie wollen Touristen elektronische Stadtführer vermieten. Die Handhelds sollen zudem als e-Ticket im Öffentlichen Verkehr dienen. Als sie ihr Konzept bei Siemens und Dresdner Bank vorstellten, war das Urteil einhellig: ökonomisch sehr Erfolg versprechend. Als bestes ostdeutsches Team belegt eCityGuide Platz vier.
MathespASs aus Landau ist das einzige reine Mädchenunternehmen unter den ersten Zehn. Die 18-jährigen Schülerinnen planen Mathereisen. „Die Pisa- Studie hat gezeigt, dass gerade in Mathe die Fähigkeiten vieler Schüler gegen Null tendieren“, so die Geschäftsführerin Christiane Zeck. Einem ganz anderen Missstand hat sich Public Desire aus Rheine angenommen. Bei ihrer Silvesterparty stieß den sieben Mitgliedern übel auf, dass man aus 5-Liter-Fässchen Bier nicht pfützenfrei zapfen kann. „Wir müssen irgend was entwickeln“, beschlossen sie damals. Aus der Silvesteridee ist mittlerweile ein drehbarer Bierfass-Ständer mit Abtropfbecken gereift.
P. TRECHOW

Ein Beitrag von:

  • Peter Trechow

    Peter Trechow ist Journalist für Umwelt- und Technikthemen. Er schreibt für überregionale Medien unter anderem über neue Entwicklungen in Forschung und Lehre und Unternehmen in der Technikbranche.

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