Gründer 30.07.2010, 19:48 Uhr

Phase 1: Es steht die Idee – und fehlt das Know-how

„Damit müsste man sich selbstständig machen!“ Das denken viele Menschen, wenn sie eine Marktlücke identifiziert haben. Aber nur wenige werden tatsächlich aktiv. Zu unklar sind ihnen das weitere Vorgehen und die späteren Verdienstmöglichkeiten, zu riskant die nötigen Start-Investitionen. Doch wer sucht, der findet Unterstützung und Fördermöglichkeiten.

Hat die Idee genug Potenzial für eine Gründung? Wo und wie lässt sie sich vermarkten? Wie steht es um den Wettbewerb? Ist überhaupt eine eigene Firma sinnvoll – und wenn ja, in welcher Rechtsform? Auch die Frage nach der persönlichen Eignung zum Unternehmer müssen sich Gründer stellen – und beantworten. Das alles kostet Zeit und Kraft. Um sich nicht zu verheddern, helfen Checklisten und Leitfäden, die es online u. a. beim Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) oder bei den Industrie- und Handelskammern gibt. Die BMWi-Gründungswerkstatt und der Gründerleitfaden des VDI/VDE IT (Links: s.u.) helfen, Gründungsideen strukturiert anzugehen.

Doch damit ist die Frage der Übergangsfinanzierung bis zur eigentlichen Gründung nicht gelöst. Lars Hinrichs kennt die schwierige Vorbereitungsphase aus eigener Erfahrung. Er brachte 2003 mit Bill Liao die Netzwerkerplattform Xing an den Start. Mittlerweile hat sie knapp 10 Mio. Nutzer. Nun nimmt der Hamburger den nächsten Gründungsanlauf. Seine soeben gestartete HackFwd GmbH & Co. KG will IT-Gründern in der Pre-Seed-Phase den Rücken frei halten. Bis zu drei Leuten pro Team zahlt HackFwd ihr bisheriges Gehalt, damit sie sich voll aufs Programmieren und die Ausgestaltung ihrer Geschäftspläne konzentrieren können. Zusätzlich unterstützt Hinrichs die Gründer in spe bei der Buchhaltung, rechtlichen Fragen oder auch im Marketing und lässt ihnen Coachings angedeihen. Dafür verlangt HackFwd sichtbare Fortschritte – und den stolzen Preis von 30 % der Geschäftsanteile. Ob sich die umworbenen IT-High-Potentials darauf einlassen, bleibt abzuwarten.

Die Geschäftsidee stößt in ein Lücke, die Staat und private Investoren bisher nicht abdecken. Denn Unterstützung in der Pre-Seed-Phase ist für Gründer außerhalb von Unis und Forschungsinstituten rar. Zwar gibt es Dutzende Businessplan-Wettbewerbe, die praktische Hilfe bei der Entwicklung von Geschäftsplänen gewähren und Coachings anbieten. Doch die Teilnehmer treiben ihr Gründungsprojekt meist nebenberuflich voran. Nur so können sie ihre laufenden Kosten decken und die Tür zum alten Job offen halten.

Gründer aus Unis und Forschungsinstituten haben es da besser. Das Exist-Programm bietet ihnen zur Sicherung des Lebensunterhalts ein einjähriges Gründerstipendium, bis zu 22 000 € für Sachmittel und Coachings sowie einen Mentor und freie Nutzung der Infrastruktur. Ist absehbar, dass die Pre-Seed-Phase länger dauert, etwa weil Prototypen oder ein Proof-of-Concept her müssen, gibt es als Alternative den Exist-Forschungstransfer: in zwei Phasen können Forscher 36 Monate lang ihre HightechIdeen entwickeln, Businesspläne präzisieren und bekommen dafür bis zu vier Stellen finanziert. Zudem sind 60 000 € Sachkosten drin, sowie 150 000 € nicht-rückzahlbarer Zuschuss in Förderphase II.

Dass Pre-Seed-Förderung kein verlorenes Geld ist, zeigen Erfahrungen aus Hamburg. Das dortige Existenzgründungsprogramm „hep“ ist seit 1999 am Start, um Projekte auf dem Weg zur Gründung zu unterstützen. Dazu gibt es einerseits einen städtischen Ideenfonds, der auch Gründern ohne akademischen Hintergrund bis zu 50 000 € Pre-Seed-Finanzierung gewährt, wenn sie ernsthaft eine Gründung in der Hansestadt erwägen. Auf der anderen Seite können Gründer eine sechsmonatige Förderung im „Gründerjob“ beantragen, die ähnlich wie das Exist-Gründerstipendium ausgerichtet ist. Laut „hep“ liegt die Erfolgsquote bei 82 % – von 66 geförderten Firmen sind 54 weiter im Markt. Im Augenblick ist das Programm allerdings wegen einer Neustrukturierung ausgesetzt.

Dagegen können Hamburger Games-Entwickler auch weiterhin auf städtische Pre-Seed-Kredite bauen. Wer eine Spiele-Idee hat, bekommt bis zu 100 000 € zinslosen Kredit, um einen Prototypen zu basteln. Denn nur damit besteht die Chance, Investoren für das Projekt zu begeistern. Um Geld zu erhalten, müssen Entwickler einen schlüssigen Businessplan vorlegen und eine Expertenjury überzeugen. PETER TRECHOW

www.existenzgruender.de

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