Start-up 02.10.2009, 19:43 Uhr

Lukrative Ideen von Start-ups  

Auch in Krisenzeiten können Neugründungen wachsen. Beispiele dafür finden sich heute Abend in der Alten Oper in Frankfurt. Die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young wird dort den Titel „Entrepreneur des Jahres“, u.a. in der Kategorie „Start-up“, vergeben. Alle Aspiranten haben zukunftsweisende Geschäftsmodelle im Gepäck – eine kleine Auswahl. VDI nachrichten, Düsseldorf, 2. 10. 09, sta

Puuh, geschafft! Die private Wellness-Oase ist fertig. Die Fliesen glänzen, alles ist sorgsam verfugt. Aber wohin nun mit dem Handtuchhaken? Etwa Bohren?

Bei dieser Frage bekommen Hobbyhandwerker schweißnasse Hände. Groß ist die Furcht vor zerplatzter Keramik. Helfen will die „Nie wieder bohren AG“. Das Unternehmen aus Hanau entwickelt und vertreibt Accessoires für Bad und Küche. Deren Besonderheit: Sie lassen sich ohne Dübel und Schrauben an der Wand festmachen. Möglich machen das ein silikonartiger Kleber und innovative Adapter. „Unser Befestigungssystem hält großen Kräften stand“, betont Alleinvorstand Frank Braun. „Gleichzeitig ist es im Bedarfsfall leicht wieder zu entfernen. Der elastisch bleibende Kleber ist sehr resistent gegen Zug- und Scherkräfte, also die übliche Belastung in der Verwendung. Er reagiert jedoch anfällig auf Torsionskräfte, also auf Verdrehen.“

Seit Gründung im November 2005 wächst die AG stetig: Die Zahl der Mitarbeiter hat sich von 4 auf 50 (2008) erhöht, der Umsatz kletterte im selben Zeitraum von 100 000 € auf 1,85 Mio. €.

Über mangelndes Wachstum kann sich auch Kofler Energies, München, nicht beklagen. Für 2009 rechnet die AG mit 80 Mio. € Umsatz, mehr als fünfmal so viel wie im Startjahr 2008. Die Mitarbeiterzahl stieg von 20 auf 180. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Steigerung der Energieeffizienz in Gebäuden. Die Projekte reichen von der Optimierung der Energieanlage eines mittelständischen Betriebs bis zur kompletten energetischen Sanierung des Terminal 1 am Frankfurter Flughafen. „Wir bieten Energiesparen mit Erfolgsgarantie“, so Vorstandschef Georg Kofler. „Unser Energiesparvertrag garantiert über verschiedene Effizienzstufen eine Senkung des Energieverbrauchs um bis zu 40 %. Der Kunde bekommt damit große Planungssicherheit. Bis zu 100 % der notwendigen Investitionen werden durch uns vorfinanziert, die Refinanzierung erfolgt in der Regel ausschließlich über erzielte Einsparungen.“

Energie ist auch das Thema der Inventux Technologies AG. Die Berliner haben sich auf die Entwicklung, Produktion und Vermarktung mikromorpher Dünnschicht-Solarmodule spezialisiert.

„Die Vorteile der Dünnschicht-Technologie liegen im Vergleich zur konventionellen, kristallinen Modultechnik zum einen im deutlich geringeren Energieeinsatz bei der Produktion und der geringeren Verwendung des knappen Solarsiliziums“, erklärt Vorstandschef Volko Löwenstein. „Zum anderen liefern mikromorphe Dünnschichtmodule einen rund 7 % bis 10 % höheren Energieertrag pro Jahr und damit eine entsprechend höhere Rendite.“

Am Firmensitz Berlin hat Inventux Ende letzten Jahres als erstes Unternehmen in Europa mit der Serienproduktion von siliziumbasierten mikromorphen Dünnschicht-Solarmodulen begonnen. Die Bezeichnung „mikromorph“ steht für zwei verschiedene Halbleitermaterialien, die in einer Zelle vereint sind: mikrokristallines und amorphes Silizium. Die sogenannte Tandemzelle nutzt durch ihren doppelschichtigen Aufbau das Lichtspektrum der Sonne optimal aus. So werden sowohl die sichtbare Strahlung als auch ein Teil der infraroten Strahlung in Strom umgewandelt. Deshalb hat die Tandemzelle einen 50 % höheren Wirkungsgrad als amorphe Zellen.

Die Inventux Technologies AG beschäftigt aktuell über 160 Mitarbeiter. Gestartet ist sie 2007 mit acht Personen. Die Produktion der Solarmodule lief im Dezember 2008 an.

Ein weiterer Kandidat für den Titel des Entrepreneurs des Jahres ist Mark Zimmermann, Geschäftsführer von Infomotion, Frankfurt. Die GmbH entwickelt Business Intelligence Lösungen. „Wir sorgen also dafür, dass in großen Firmen mit vielen Systemen alle anfallenden Informationen intelligent zusammengeführt und an den richtigen Stellen wieder verfügbar gemacht werden. Dabei bieten wir alle Prozessschritte an: von der Analyse, über die strategische Beratung und Entwicklung bis hin zur Implementierung. Mitunter betreiben wir die Systeme auch beim Kunden.“

Gestartet ist Infomotion im November 2004 mit zwei Mitarbeitern. Ende 2008 waren es bereits 85. Der Umsatz kletterte von 3 Mio. € in 2005 auf 14 Mio. € in 2008. Mit Blick auf die Zukunft gibt sich Zimmermann zuversichtlich: „In fünf Jahren wollen wir führender Spezialist für sämtliche Werkzeuge aus dem Bereich Business Intelligence sein – und zwar branchenübergreifend.“ S. ASCHE

Von S. Asche
Von S. Asche

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