Beratung 07.09.2012, 00:00 Uhr

Lohnt sich die Selbstständigkeit?

Bevor man sich als Ingenieur oder Ingenieurin ernsthaft mit der Selbstständigkeit befasst, sollten einige grundsätzliche Dinge geklärt werden. Grundvoraussetzungen für die Selbstständigkeit sind eine gute Ausbildung und ein gewisses Maß an Berufserfahrung.

Selbstständigkeit: Lieber etwas Beruferfahrung sammeln, als direkt reinzupreschen.

Selbstständigkeit: Lieber etwas Beruferfahrung sammeln, als direkt reinzupreschen.

Foto: panthermedia.net/NatashaFedorova

Der Schritt direkt von der Hochschule oder Universität in die Selbstständigkeit – ob als Freiberufler oder als Unternehmensgründer – wäre ein zu hohes berufliches und finanzielles Risiko. Besser ist eine mehrjährige Tätigkeit in einem einschlägigen Berufsfeld als „abhängig Beschäftigter“ in einem entsprechenden Unternehmen. Der Übergang in eine selbstständige Tätigkeit soll auch keine Ad-hoc-Entscheidung, sondern von langer Hand geplant sein. Denn bevor in der Selbstständigkeit Geld verdient wird, kostet sie Geld.

Wichtig ist ein überzeugendes Unternehmenskonzept, sowohl für die berufliche Ausrichtung, die potenziellen Kunden oder Auftraggeber, als auch für die finanzielle Ausstattung des Unternehmens. Mögliche „Geldgeber“ für die Selbstständigkeit müssen ebenfalls mit einem guten Unternehmenskonzept überzeugt werden. Kredite haben dann ja auch die unangenehme Eigenschaft, dass sie Zinsen kosten und auch noch zurückgezahlt werden müssen. An einem gewissen Grundstock an Eigenkapital führt kein Weg vorbei – und damit ist eine fünfstellige Summe gemeint, ohne die kaum eine Bank einen Kredit gibt. Als Erstes muss also Geld angespart werden.

Selbstständigkeit braucht Zeit

In der Selbstständigkeit arbeitet man selbst und ständig! Sind Aufträge da, gibt es nur wenig Freizeit, weil die Aufträge bearbeitet werden müssen, sind keine Aufträge da, gibt es auch keine Freizeit, weil jetzt Aufträge akquiriert werden müssen – im lockeren Jargon auch Klinken putzen genannt. Neben den fachlichen Aufgaben müssen sich selbstständige Ingenieure auch noch um das kaufmännische Geschehen ihres Unternehmens kümmern.

Zwar kann man sich in der Selbstständigkeit die Buchhaltung und die Steuern von einem guten Steuerberater erledigen lassen, was zu empfehlen ist, aber die Grundbegriffe für qualifizierte Angebote, Auftragsbestätigungen, Rechnungen und Zahlungsverkehr sollten schon geläufig sein. Und dann sind da noch die Versicherungen wie:

  • Berufs- oder Betriebshaftpflicht
  • Lebensversicherung /Altersvorsorge
  • Krankenversicherung u. Pflegeversicherung
  • Unfallversicherung
  • Berufsausfallversicherung

um nur an die Wichtigsten zu erinnern. Deren Beiträge laufen weiter, auch wenn keine Zahlungseingänge zu verzeichnen sind.

Selbstständigkeit: Auftraggeber verlangen Garantien

Je nach Umfang der Aufträge verlangt der Auftraggeber Garantien, Bürgschaften und Versicherungsnachweise. Handelt es sich um Auslandsgeschäfte, die ja in der globalisierten Wirtschaft nicht so selten sind, muss sich der Auftragnehmer über seine Bank um „unwiderrufliche Akkreditive“ (englisch: „Letter of Credit“) und mit einer Auslandskreditversicherung absichern für den Fall, dass der Vertragspartner insolvent wird oder die Zahlung einfach einstellt bzw. „vergisst“. Ein bisschen Sachkunde im Vertragsrecht ist in der Selbstständigkeit von Vorteil. Alle Versicherungen, Bürgschaften und Garantien kosten sehr viel Geld, das bei der Angebotserstellung in der Preiskalkulation zu berücksichtigen ist. Hier leistet eine gute Hausbank wertvolle Dienste, wenn auch nicht kostenlos.

In der Selbstständigkeit ist man zuständig für den Vertrieb, die Geschäftsführung, die kaufmännischen Belange, die Planung und die Ausführung in einer Person. Gutes Verhandlungsgeschick ist beim Kunden unabdingbar. Wer es nicht hat, muss es lernen, sonst gehen gute Aufträge verloren. Dazu gehört auch gutes Benehmen, Höflichkeit hat noch nie geschadet und auch nicht „passende“ Kleidung zum jeweiligen Anlass. Übrigens: Als junger Ingenieur oder junge Ingenieurin mit einem rassigen Sportwagen beim Kunden vorzufahren und um Aufträge nachzufragen, könnte missverstanden werden. Ein ordentlicher Mittelklassewagen reicht aus.

Fazit zur Selbstständigkeit

Als Fazit kann gesagt werden: Ingenieure und Ingenieurinnen sind in der Wirtschaft, ob abhängig beschäftigt oder in der Selbstständigkeit, unverzichtbar. Nicht nur in den großen „DAX-Firmen ist gutes Geld zu verdienen. Die Selbstständigkeit kann manchmal ganz schön stressig sein, aber sie bereitet auch sehr viel Freude und Zufriedenheit und sie sichert bei professionellem Herangehen an das Projekt „Selbstständigkeit“ ein gutes Einkommen.

 

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