Beratung 12.10.2001, 17:31 Uhr

„Kein Tag ist wie der andere“

Jan Henning Krumme hat den Traumjob gefunden. Dafür verbringt der Familienvater allerdings mehr Zeit auf Reisen und in Hotels als die meisten anderen Ingenieure.

Montagmorgen, Flughafen München. Am Abflugschalter steht auch Jan Henning Krumme – auf dem Weg zur Arbeit. Für den 36-Jährigen ist das Ziel fast nie dasselbe, er arbeitet als Unternehmensberater. Sein Einsatzort ist der Sitz des jeweiligen Kunden.

Ein Blick zurück: Jan Henning Krumme studiert Fertigungstechnik in Erlangen bis zum Vordiplom, wechselt an die Universität München. Dort belegt er das Fach Maschinenbau. Im Sommer 1991 folgt die Diplomprüfung und die Frage nach dem „Und jetzt?“. Der frisch gebackene Ingenieur studiert ein Jahr lang Informatik in Toulouse. „Ich wollte Auslandserfahrung sammeln, habe mich aber unter dem Eindruck des zusammenwachsenden Europas gegen die USA entschieden“, begründet Krumme den Schritt ins Nachbarland.

In Frankreich reift die Idee, Berater zu werden, mit Schwerpunkt Informatik. Nicht der strategischen Beratung, sondern der konkreten Umsetzung von moderner Technologie gilt sein Interesse. Über eine Jobmesse kommt ein Kontakt zustande, im August 1992 beginnt der gebürtige Heidelberger seinen neuen Job bei der internationalen Unternehmensberatung Accenture.

Das erste halbe Jahr war schwierig, erinnert sich Krumme. „Ich musste mich in hochbürokratische Verwaltungsprozesse einarbeiten und gewachsene Organisationsstrukturen analysieren. Das hatte mit Hightech oder Informatik nicht viel tun. In dieser Zeit habe ich mich öfter gefragt, ob das Beratungsgeschäft das Richtige für mich ist. Heute weiß ich, dass es allen Einsteigern ähnlich geht – man hat vom ersten Projekt immer andere Vorstellungen.“ Was ihm damals geholfen hat, war seine Zeit in Frankreich. Auch dort musste er sich in einer neuen Umgebung, und dass mit einer anderen Sprache, zurecht finden.

Was reizt den Ingenieur nun nach fast zehn Jahren an seinem Geschäft und wo sieht er Unterschiede zu den Kollegen in der Industrie? „Als Berater ist kein Tag wie der andere. Zudem kommt im Schnitt alle sechs Monate ein neues Projekt oder ein neuer Kunde.“ Sich in in wechselnde Zusammenhänge hineinarbeiten und -denken, ist gefragt, das mache den Job wirklich spannend, sagt Krumme.

Studienfreunde, die in die Industrie gegangen sind und dort den Sprung in die oberen Etagen geschafft haben, führen ein ähnliches Leben wie Krumme. „Bei den Kollegen von früher, die Führungspositionen erreicht haben, ist der Tagesablauf durchaus vergleichbar. Wir alle verbringen mehr als die Hälfte unserer Zeit in Meetings, der Rest verteilt sich auf das Vor- und Nachbereiten sowie die Organisation von Projekten oder der eigenen Arbeit.“ Insgesamt sei sein Arbeitsaufwand allerdings doch etwas höher als bei den Kollegen in der Industrie, und zuweilen hektischer, denn öfter als vielen lieb ist, schlafen Unternehmensberater nicht im eigenen, sondern im Hotelbett. Für den zweifachen Familienvater ist das natürlich eine Schattenseite seines Berufes – die einzige, wie er beteuert. Seine Strategie: Viele Telefongespräche mit der Familie von unterwegs, einen Tag in der Woche im Heimatbüro nahe des Wohnorts in München und konsequentes Vermeiden von Wochenendarbeit.

Die tägliche Arbeit ist für Krumme der beste Lehrmeister. Das im Studium erworbene Wissen „konnte ich zu Beginn meines Jobs gar nicht gebrauchen. Erst später, als die ersten Projekte im Maschinen- und Anlagebau anstanden, half mein Ingenieurwissen weiter“, meint Krumme. Was ihm wesentlich geholfen habe, seien die analytischen Fähigkeiten, das methodische Angehen von Problemen. Dieses im Studium vermittelte Potenzial komme der Arbeitsweise von Beratern sehr entgegen.

Bereits nach zwei Jahren bekommt man Verantwortung für eine Gruppe, da sei Führen und Strukturieren wichtig. Sein Rat an Ingenieurstudenten, die den Weg in die Beratung suchen: Viel jobben, das Studium über Nebenfächer breit anlegen und – wo immer es geht – Teamarbeit praktizieren.

Wer Berufserfahrung hat, sollte versuchen, viele unterschiedliche Bereiche abzudecken, Zusammenhänge zu erfassen und sich keineswegs zu früh in eine Spezialisierung drängen zu lassen. Wichtig sei auch die Bereitschaft, immer wieder dazu zu lernen. So hat Krumme ein „Mini-MBA“ erfolgreich abgeschlossen. Bleibt die Frage nach seinem Berufsziel? Eines Tages Partner bei Accenture, lautet die spontane Antwort.

.Accenture

Technik-ExpertenAccenture ist eine der größten internationalen Unternehmensberatungen für Management und Technologie. Das Unternehmen beschäftigt weltweit mehr als 75 000 Mitarbeiter in 46 Ländern. Accenture erzielte im Jahr 2000 einen Umsatz von 9,75 Mrd. US-Dollar. ws

Ein Beitrag von:

  • Ralf Miller

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