Gründer 24.03.2006, 18:43 Uhr

Jeder kann zum Transportdienstleister werden  

Eine Software wird aus mobilen Endgeräten einen positions- und zeitabhängigen Wegweiser zur nächsten Mitfahrgelegenheit bzw. Lagermöglichkeit machen.

Anzeigen in Online-Auktionen enden oft mit dem Hinweis „Nur für Selbstabholer“. Vor allem Verkäufer sperriger Waren wollen damit Verpackungs- und Transportprobleme umgehen. Sie nehmen dafür in Kauf, ihren Kundenkreis – und damit auch den potenziellen Verkaufserlös – einzuschränken. „Das muss auch anders gehen“, dachten sich Oliver Wolf und Michael Böttger. Kurzentschlossen erarbeiteten die Online-Profis das Konzept für „Raumobil“, ein Portal zur Vermittlung von Logistik-Diensten.

„Die Grundidee besteht darin, eine Plattform zu entwickeln, die jedermann – egal ob privat oder gewerblich – zum Anbieten oder Suchen von Transporten nutzen kann“, erklärt Wolf. Um sich von reinen Transportdienstleistern zu unterscheiden, wollen die beiden Gründer auch Mitfahrdienste sowie Wohn- bzw. Lagerraum vermitteln.

Das Geschäftsmodell überzeugte: Raumobil wurde Preisträger beim Gründerwettbewerb „Mit Multimedia erfolgreich starten“ des Bundeswirtschaftsministeriums. Außerdem heimste das Unternehmen den Sonderpreis „Multimedia in der Logistik“ der Deutschen Post World Net ein. „Das Konzept erweckt Vertrauen, weil es einfach und nachvollziehbar ist“, erklärt Wolfram Groß, Projektleiter des Bereichs Multimedia beim Gründerwettbewerb. „Jeder kennt Situationen, in denen ein solcher Online-Dienst hilfreich gewesen wäre.“ Mit Hilfe der gewonnenen Preisgelder und der Coachings konnten inzwischen die ersten wichtigen Bereiche des Unternehmenskonzepts umgesetzt werden.

Im Zentrum steht ein Internetportal, über welches die User Fahrten, Transporte und Räume aller Art anbieten und suchen können. In einem zweiten Schritt soll dieses Angebot u.a. durch Routenplaner und Abfahrtszeiten von Verkehrsmitteln erweitert werden. Der Clou: Die Kunden können die Daten und Preise der verschiedenen privaten und gewerblichen Anbieter vergleichen und das für sie optimale Angebot auswählen.

Doch Raumobil hat nicht nur den Anspruch, anwenderfreundliche Produkte auf den Markt zu bringen, sondern ist gleichzeitig auch Hightech-Schmiede. So sollen den Kunden in einem dritten Schritt mit Hilfe einer neu entwickelten Software namens „Mobilizer“ revolutionäre Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Durch den Mobilizer wird Raumobil zu einem „personal assistant tool“, welches das Portal plattformunabhängig auf mobilen Endgeräten verfügbar macht. Zusätzlich schafft es auch die Möglichkeit, komplexere Planungen und Organisationsmodelle personalisiert abzuwickeln. „So wird zum Beispiel das Handy erkennen, wo man sich gerade befindet und automatisch die an diesem Ort verfügbaren Logistikkapazitäten anbieten“, erklärt Böttger. „Das kann genauso eine in Echtzeit vermittelte Mitfahrgelegenheit für den Heimweg aus der Disco sein wie die Planung eines Kongresses, bei dem durch das Buchen eines Veranstaltungsortes alle Teilnehmer automatisch eine individuell optimierte Anfahrtsbeschreibung bekommen.“

Von den Entwicklungschancen ihrer Idee sind die beiden Gründer überzeugt: „Gerade der Bereich Privat-Logistik ist ein schlafender Riese“, schwärmt Wolf. „Hier sind riesige Kapazitäten bisher ungenutzt.“ Außerdem deuten auch wachsende Energiekosten auf eine weiter wachsende Attraktivität von Privat-Logistik-Konzepten hin: „Da wird man sich in Zukunft drei Mal überlegen, ob man die Kosten für die Fahrt nach München mit dem eigenen Pkw nicht dadurch reduziert, dass man jemandem einen Koffer mitnimmt“, so Böttger.

Ein gutes Jahr nach der Idee steht das ehrgeizige Projekt jetzt kurz davor, online zu gehen. Anfangs soll der Service für Nutzer kostenfrei sein. „Später fallen Vermittlungsgebühren in Höhe von 1 € bis 1,50 € an“, so Wolf. „Wer die Mobilizer-Funktion in Anspruch nehmen will, dem wollen wir ein Jahresabonnement für etwa 25 € bis 30 € anbieten.“

Ein Beitrag von:

  • Christoph Gabler

  • Stefan Asche

    Stefan Asche

    Redakteur VDI nachrichten
    Fachthemen: 3-D-Druck/Additive Fertigung, Konstruktion/Engineering, Logistik, Werkzeugmaschinen, Laser

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