Marktbeobachtung 09.06.2015, 12:00 Uhr

Japans Start-up Szene gewinnt an Dynamik

Im Land der aufgehenden Sonne wächst die Zahl der Jungunternehmer. Die Regierung will ihnen den Weg zum Erfolg ebnen.

Der japanische Premierminister Shinzo Abe will Start-ups fördern. Zahlreiche Programme sind in Vorbereitung. So soll etwa ein zentrales Portal eingerichtet werden, das den Behördengang bei der Anmeldung und Registrierung eines Unternehmens erleichtert. Geplant sind außerdem Einkommenssteuererleichterungen für Angel-Investoren und eine Gesetzesänderung, die das Crowdfunding ermöglicht. Nippons Finanzminister Taro Aso gilt als großer Befürworter des Crowdfunding. Er sieht darin eine Chance, die 15,7 Billionen Dollar, die Japans Haushalte auf niedrig-verzinslichen Sparkonten liegen haben, in die Wirtschaft zu schleusen.

Reformen im Gründersektor sind offenbar dringend nötig. In einer internationalen Untersuchung der Weltbank, in der die Rahmenbedingungen von Start-ups verglichen wurden, schaffte es Japan nur auf Rang 83.

Junge Japaner erwarten, dass Tokio endlich reagiert. Sie haben zunehmend Furcht davor, zur „verlorenen Generation“ zu gehören. Das traditionelle System der lebenslangen Anstellung bröckelt und die Zahl der nicht regulären Beschäftigten ist so hoch wie nie zuvor. Junge Japaner unter 30 haben kaum mehr Aussicht auf soziale Absicherung und eine unbefristete Festanstellung.

Dementsprechend wächst die Zahl junger Firmen schon jetzt. Rund 40% kommen aus dem Technikbereich mit Schwerpunkt auf Mobile Apps und Internet. Ein Beispiel ist Hachimenroppi. Das Unternehmen erhielt vergangenes Jahr 4,4 Mio. Dollar Venture Capital. Mit seiner App mischt es derzeit den traditionsreichen Tokioter Tsukiji-Fischmarkt auf. Es liefert frische Ware an Restaurantbetreiber und Zwischenhändler, die zuvor per App geordert haben.

Apps sind ohnehin das große Thema in Japan. Die Umsätze mit den kleinen Programmen explodieren. 2013 wuchsen sie um 759%. In den USA betrug die Wachstumsrate im gleichen Zeitraum nur 46 %. Laut Angaben der Marktforscher aus dem Hause App Annie werden in Japan aktuell die größten Umsätze weltweit erzielt. Auf den Plätzen folgen die USA, Südkorea, Deutschland und Großbritannien.

Auch an der Tokioter Börse wächst die Dynamik. Allein im ersten Quartal 2015 strebten 25 Firmen auf das Parkett. In diesem Jahr wird mit insgesamt 130 Börsengängen von jungen Unternehmen – fast 50% mehr als 2014.

„In Japan herrscht derzeit viel Ungewissheit. Das aber spornt viele junge Menschen dazu an, mehr Risiko einzugehen und neue Ideen auszuprobieren“, erläutert Hiro Maeda, Gründer von Open Network Lab, einem Inkubator in Tokio. Die Einrichtung für Tech-Start-ups mit internationaler Ausrichtung hat seit seiner Gründung 2010 fünf Start-ups finanziert.

Auch auf lokaler Ebene wird versucht, den Gründergeist zu entfesseln. Die Stadt Fukuoka auf der Insel Kyushu hat beispielsweise eine Sonderwirtschaftszone für Start-ups ins Leben gerufen.

Gleichzeitig finanzieren Konzerne wie Honda vermehrt eigene Spin-offs. Und sogenannte „Start-up-Dating-Salons“ für den Austausch mit Gleichgesinnten schießen in Tokioter Bars wie Pilze aus dem Boden.

Am Rande der Tokioter Bucht hat sich der Inkubator „Samurai Start-up Island“ etabliert. Rund 40 Unternehmen betreut das Team von Shohei Ando derzeit. Neben Arbeitsplätzen werden hier Workshops, Info- und Networking-Veranstaltungen geboten.

Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Inkubatoren und Akzeleratoren unterschiedlichsten Stils, ob größere Studentenbuden mit bunt bemalten Wänden, die das Gefühl eines kreativen Chaos vermitteln oder eher edle Brutkästen, wie „Egg Japan“ des Immobilienriesen Mitsubishi Real Estate im teuren Tokioter Shin Marunouchi Building.

Von B. Odrich/sta

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