Gründer 08.02.2008, 19:33 Uhr

Ingenieure mixen Cocktails – in schwarz-rot-gold  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 8. 2. 08, jul – Mit der flüssigen Deutschlandfahne prosteten sich Fußballfans schon zur WM 2006 zu. Schwarz ist der Black Wodka, rot der Beerensaft und golden die Zitrusfrüchte. Drei Ingenieure haben einen Cocktail in den Farben der Deutschlandfahne gemacht. Nun nehmen sie auch andere Länder ins Glas.

Die Schichten vermischen sich nicht, man schmeckt sie nacheinander auf der Zunge. Um einen Schichtcocktail einzuschenken – sonst etwas für die sichere Hand von Profis – hatten drei Diplom-Ingenieure, die damals noch ihren MBA-Abschluss an der TU München machten, einen mittlerweile patentierten Trichter erfunden.

Dieser macht aus der aufwändigen Angelegenheit ein Produkt fürs Volk. Für die Entwicklung sei physikalisches Know-how notwendig gewesen, erklärt Manuel Götzendörfer, Miterfinder des „National-Cocktails“. Zuerst gieße man die obere, schwarze Schicht ein. Danach die rote und dann die gelbe, die die anderen anhebe. Die unterschiedliche Dichte der Flüssigkeiten hält die Schichten auseinander. Gerührt oder geschüttelt trennten sie sich nicht wieder, warnt er.

Der Architekt Götzendörfer sowie seine Kommilitonen Philipp Beyer und Andreas Brandmaier, von Haus aus Ingenieure für Elektro- und Informationstechnik, suchten nach einer Geschäftsidee für den Businessplanwettbewerb „Innovationen im Fußball“, den das Gründungszentrum der TU München, das so genannte UnternehmerTUM, und Audi 2005 ausgerufen hatten. Beim Fußball denkt man zwar zuerst an Bier, aber nicht so die drei Fans, die kein Spiel der Nationalmannschaft verpassten. Sie fieberten im Stadion mit und ließen sich von dem geschminkten und Fahnen schwenkenden Publikum inspirieren.

Der „National-Cocktail“ sollte jedoch keine Gedankenspielerei nur für den Wettbewerb bleiben. Die Studenten beschlossen, damit Ernst zu machen und das Getränk rechtzeitig zur WM in die Bars und Kneipen zu bringen. Doch die angesprochenen Lebensmittelkonzerne winkten ab: zu kurzfristig. Schließlich fanden sie einen Lizenznehmer in der mittelständischen Wolfra Kelterei bzw. ihre Tochter Gastro-Trend.

Inzwischen sind die Fahnen eingemottet, aber der „National-Cocktail“ wird immer noch bestellt. Unter anderem im Internet als privater Party-Gag. Für den patriotischen Hobby-Barkeeper haben die Erfinder ein Set zusammengestellt: drei Flaschen mit den Zutaten, die Einschenkhilfe und Gläser mit der Aufschrift „So schmeckt Deutschland“. Insgeheim hoffen sie, dass auch die Bundeskanzlerin eines Tages ihre Staatsgäste damit bewirtet.

Große Unternehmen tun das bereits, z. B. bei der Jahreshauptversammlung: dann gern in ihren eigenen Firmenfarben und alkoholfrei. Götzendörfer, Beyer und Brandmaier haben bereits für Siemens, Audi, O2 und andere die passenden Getränke kreiert. Jetzt richten sie den Blick ins Ausland. In diesem Jahr kommt die italienische Flagge ins Glas. Auch diesmal übernimmt Gastro-Trend den Vertrieb. Spanien, Frankreich und Österreich sollen folgen.

Das Geschäftsmodell erlaubt den drei ehemaligen Studenten, das Cocktail-Mixen als Nebenjob zu betreiben. Hauptberuflich sind sie im Innovationsmanagement tätig, Götzendörfer etwa beim UnternehmerTUM. Doch ganz in die Hände des Lizenznehmers wollen sie ihr Produkt nicht legen: Zu viel Spaß macht ihnen die Suche nach neuen Geschmackskreationen. Dafür haben sie sich sogar ein kleines Labor eingerichtet.

Um die Ergebnisse zu testen, gehen sie auf die Straße, schenken den Leuten Drinks ein und bitten um Feedback. Zurzeit testen sie bei italienischen Gastronomen, wie die grün-weiß-rote Flagge mundet. Die Begeisterung, erzählt Götzendörfer, sei ihnen schon wegen der Optik immer sicher.

MATILDA JORDANOVA-DUDA

Von Matilda Jordanova-Duda

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