Start-up-Porträt 13.08.2010, 19:48 Uhr

Haus schickt SMS: „Bitte lüften!“

Strom- und Gasabrechnungen sind für viele Verbraucher eine Blackbox: Am Ende steht eine Zahl. Aber wie kommt die Summe zustande? Die Antwort liefern Smart Meter. Die intelligenten Zähler können aber viel mehr. Verknüpft mit der Plattform der Cuculus GmbH, helfen sie Hausbewohnern, richtig zu heizen und den Energieverbrauch zu senken. Das Ilmenauer Start-up will nun europaweit expandieren und sucht noch Beteiligungskapitalgeber.

Seit dem 1. Januar 2010 sind intelligente Zähler (Smart Meter) für Neubauten und bei größeren Renovierungen vorgeschrieben. Trotz einiger Pilotprojekte fanden sie jedoch bisher keine nennenswerte Verbreitung. Als Ursache vermutet René Böringer, Geschäftsführer der Cuculus GmbH, dass sich reines Smart Metering schlecht an Endverbraucher verkaufen lasse. Bei Strom liege das Einsparpotenzial nur bei wenigen Euro pro Monat. Und einmal optimiert, würde der Verbraucher seine Energiekurve auch nur selten einsehen wollen. Spannender werde die Sache erst, wenn er sich mit ähnlichen Haushalten vergleichen könne. Das – und einiges mehr – ermöglicht Cuculus.

Das Unternehmen wurde 2007 von René Böringer und Gunnar Scharfe gegründet. Beide sind Ingenieure für Elektrotechnik und Automatisierung. Das Duo arbeitet nach eigenen Angaben derzeit mit rund 30 Stadtwerken zusammen. Dadurch laufen bereits jetzt die Daten von mehreren Tausend Endverbrauchern auf der Cuculus-Plattform „Zonos“ zusammen. Mit diesen Zahlen können sich neue Nutzer messen. Dabei ist das Ranking dynamisch: Schafft ein Teilnehmer ein Gerät der Klasse A++ an, verändern sich seine Werte. Es lohne sich daher, immer wieder reinzugucken. Außerdem erlaube „Zonos“ seinen Nutzern, den selbst verursachten CO2-Ausstoß zu berechnen oder Trainingspläne zum Energiesparen abzurufen.

Auch für Vermieter ist „Zonos“ interessant. Sie können ihren Mietern das Portal als Mehrwert anbieten. Gleichzeitig können sie prüfen, ob eventueller Schimmelbefall auf Baumängel oder aber auf unzureichendes Heizen und Lüften zurückzuführen ist. Die Verbrauchskurve gibt diesbezüglich klare Hinweise.

Besser wäre es natürlich, wenn der lästige Pilz erst gar nicht wucherte. Die „Smart-Home“-Lösungen von Cuculus können dazu beitragen. Sensoren messen z. B. Temperatur und Luftfeuchtigkeit und übermitteln die Daten an die Plattform. Werden Grenzwerte unterschritten, bekommt der Mieter eine SMS: „Bitte lüften.“

Smart Metering und Smart Home müssen nicht zwingend im Bündel verkauft werden. Ein intelligenter Zähler ist also keine Voraussetzung, um in die schöne neue Welt der Heimautomatisierung einzusteigen. Somit kann Cuculus eine weitere Zielgruppe ins Visier nehmen: Internetservice-Provider, die ihren Kunden Dienste rund ums Haus anbieten wollen. Und das mit wenig Aufwand. Mit einem Starter-Paket für 150 € und einem Monatsbeitrag von unter 10 € bekäme der Verbraucher einen Grundstock an Sicherheits- und Komfortfunktionen, so Böringer, den auch Laien schnell installieren könnten. Weitere Komponenten könnten nach Bedarf im Online-Shop des Providers dazugekauft werden.

Eine „Haussitter“-Box ist die Kommandozentrale, die etwa mit dem Smartphone aus der Ferne gesteuert werden kann. Mithilfe von Zwischensteckern überwacht sie drahtlos einzelne Geräte. Sensoren an Fenstern und Türen dienen als Alarmsystem: Wenn ein Unwetter naht, warnt Cuculus den Einwohner per SMS, dass ein Fenster auf Kipp steht. Eine ähnliche Nachricht wird verschickt, wenn jemand ein Fenster unberechtigterweise öffnet. Die selben Sensoren können aber auch dafür verwendet wären, bei offenen Fenstern die Heizung automatisch herunterzudrehen. Oder die Kaffeemaschine abzuschalten, sobald die Haustür hinter einem zufällt.

Den Start von Cuculus ermöglichte der Hightech-Gründerfonds. Er investierte 500 000 € in die Geschäftsidee. Die Gründer und ihr Business Angel Frank Siegmund steuerten weitere 120 000 € Euro bei.

Das Geschäft lief so gut an, dass die Firma nach Böringers Angaben bereits 2009 positiv abgeschlossen hätte. Aber die Gründer entschlossen sich zu einer neuen Finanzierungsrunde, um Größeres stemmen zu können. Unter anderem, um weiter in Deutschland, aber auch in Skandinavien, Osteuropa und Frankreich Fuß zu fassen. Das ist noch für dieses Jahr geplant. „Nach unserer Erfahrung wollen die Energieversorger den Support vor Ort und in der Landessprache“, so Böringer. Wenn auch das ganze System auf leichte Handhabung ausgelegt sei, verlange das deutlich mehr als die heutigen 15 Mitarbeiter. Dafür hat Cuculus bereits frisches VC angeworben. Der Hauptfinanzierer wurde diesmal Yellow&Blue, ein holländischer Investor mit Schwerpunkt Energiemanagement und alternative Energien, zusammen mit den bisherigen Teilhabern und der KfW. Die Runde brachte insgesamt 2,6 Mio. € ein. Damit nicht genug: „Wir suchen noch Investoren aus dem TK-Bereich“, so Böringer, „damit die Finanzierung unsere Technologie abbildet. Sie vereint Energie und Telekommunikation.“ M. JORDANOVA-DUDA

www.cuculus.net

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