Gründer 21.01.2005, 18:36 Uhr

Geld für den ersten Mitarbeiter

VDI nachrichten, Düsseldorf, 21. 1. 05 -Egal ob Hochschulabsolventen, Arbeitslose oder Auszubildende eingestellt werden sollen – für fast alle Fälle gibt es finanzielle Unterstützung von Bund oder Land. Nutzen sollte das Angebot aber nur, wer tatsäch- lich und langfristig helfende Hände benötigt. Einstellungen verursachen schließlich nicht nur Personalkosten.

Geschafft! Joachim Wahle beschäftigt seit April 2003 einen ersten fest angestellten Mitarbeiter. Matthias Woltering arbeitet bei ihm als Systemadministrator und Projektmanager. Unter dem Dach der Duisburger TraffGo GmbH entwickeln die beiden Spezialsoftware zur Modellierung und Simulation von Verkehrsströmen. Kunden sind Autobahn- und Stadienbetreiber oder Reedereien. Das Duo kennt sich noch aus Universitätszeiten. Beide promovierten am Lehrstuhl für Physik von Transport und Verkehr der Universität Duisburg-Essen.
Trotz freundschaftlicher Bande musste sich Wahle die Einstellung genau überlegen. Schließlich muss er den neuen Kollegen nicht nur entlohnen, er muss auch Sozialversicherungsbeiträge abführen und eine Unfallversicherung abschließen. Die einzelnen Posten summieren sich auf knapp 25 % des Bruttogehalts.
Geholfen hat bei diesem Kraftakt das Programm „Innovationsassistent“ der nordrhein-westfälischen Landesregierung. Es unterstützt kleine und mittlere Unternehmen des produzierenden und produktionsnahen Gewerbes mit Sitz in NRW bei der Einstellung von Hochschulabsolventen. Die Höhe des Zuschusses beträgt bis zu 60% des Bruttojahresgehaltes, maximal jedoch 15 300 €. Die Förderdauer beträgt ein Jahr. Voraussetzung: Der Jahresumsatz des Unternehmens darf 40 Mio. € nicht übersteigen. Als Assistenten dürfen nur Hochschulabsolventen verpflichtet werden, deren Abschluss nicht länger als drei Jahre zurückliegt und die danach nicht länger als drei Jahre in der Wirtschaft beschäftigt waren.
Auch in anderen Ländern gibt es das Programm „Innovationsassistent“. In Brandenburg, Hessen und Schleswig-Holstein wird über zwei Jahre lang ein Zuschuss bezahlt in Berlin nur über zwölf Monate. Die Höhe der Zuwendungen betragen in Schleswig-Holstein und Berlin bis zu 45 %, in Hessen und Brandenburg maximal 50 % des Bruttojahresgehaltes. Die maximalen Fördersummen pro Jahr liegen zwischen 15 000 € in Schleswig-Holstein und 20 000 € in Hessen und Brandenburg. Mehr Informationen stehen auf den Webseiten (siehe Kasten).
Die Bundesagentur für Arbeit bezuschusst ebenfalls Personalkosten. Bis zu 50 % der Gehälter von neu eingestellten Arbeitslosen werden bezahlt. Der Einstellungszuschuss kann bis zu zwei Jahre nach Gründung beantragt werden. Er wird gewährt, wenn nicht mehr als fünf Mitarbeiter beschäftigt sind. Detailinformationen können der Webseite (siehe Kasten) entnommen werden.
Einmalige Prämien für die Einstellung von neuen Mitarbeitern werden in NRW und Bremen gewährt. Über 10 000 € „Gründungsprämie“ dürfen sich Gründer in NRW freuen, die innerhalb der ersten drei Jahre eine Vollzeitstelle für mindestens 24 Monate schaffen. Der Zuschuss wird bei Nichteinhaltung verzinst zurück gefordert. Der Mindestinvestitionsbedarf der Unternehmen muss 25 000 € betragen. Weitere Einzelheiten stehen auf der Go!-Webseite (siehe Kasten). In Bremen erhalten Gründer aus der Arbeitslosigkeit bis zu fünf Jahre nach Start einen Zuschuss von 5000 € zu einem geschaffenen Ausbildungsplatz. Die Mittel aus dem Starthilfefonds werden von der Bremer Wirtschaftsförderung (WfG) nur gewährt, wenn das Ausbildungsverhältnis mindestens über die gesetzlich vorgesehene Dauer abgeschlossen wird. Mehr Details hierzu auf der Webseite (siehe Kasten).
Kredite für die Schaffung von Arbeitsplätzen werden von der KfW Mittelstandsbank in Hessen, Brandenburg und Thüringen gewährt. Über die Richtlinie „Gründungs- und Wachstumsfinanzierung“ (GuW) gewährt sie Kredite bis zu einer Höhe von 100 % des Kapitalbedarfs – auch für die Errichtung und Schaffung von Arbeitsplätzen. Weitere Einzelheiten stehen auf der Webseite (siehe Kasten).
Alle Förderrichtlinien haben eines gemeinsam: Sie unterstützen die Schaffung von Vollzeitarbeitsplätzen. Damit können nicht alle Gründer was anfangen. So verlockend die Fördersummen auch sein mögen – oft ist der Verzicht die bessere Wahl. Wencke Welker beispielsweise setzt lieber auf freie Mitarbeiter. Seit August 2002 ist die 25-Jährige selbstständig. Ihr Ingenieurbüro „wzwei“ unterstützt Bauherren, Architekten und deren Partner. Die Paderbornerin visualisiert Baupläne am PC und bietet CAD- sowie allgemeine Computer-Dienste. „Fest angestellte Mitarbeiter sind für mich erst dann ein Thema, wenn ich eine langfristige Auftragssicherheit habe, die ich nicht selbst oder mit freien Mitarbeitern bewältigen kann.“ Ihr Unternehmen soll langsam wachsen. Noch hat sie ihr Büro in der eigenen Wohnung. „Allein aus Platzgründen wäre die Einstellung eines Mitarbeiters schwierig“, so die Ingenieurin. „Ich müsste schließlich eine zweite Büroausstattung finanzieren.“
Wer sich entschlossen hat, fest einzustellen, sollte vor allem auf die Qualifikation der potenziellen Kollegen achten. „Häufig aber stellen Jungunternehmer die Mitarbeiter ein, die menschlich zu Ihnen passen oder die sie kennen, obwohl sie gar nicht die notwendigen Kompetenzen haben“, warnt Wolf-Dieter Waag, Geschäftsführer der Personalberatung Abreast aus München. „Es sollte vor einer Einstellung klar sein, was der Mitarbeiter können muss und tun soll.“ Idealerweise wird vorab ein Stellenprofil verfasst.
SEBASTIAN HANNY/sta

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