Business Angels Panel 28.11.2016, 12:01 Uhr

Finanzierer setzen auf Industrieautomation

Die informellen Gründungsförderer in Deutschland investierten zuletzt am liebsten in innovative Produktionstechnologie.

Foto: panthermedia.net/Sarah Holmlund/VDIn

Nicht nur in Fertigungsbetrieben steht das Thema Industrie 4.0 ganz oben auf der Agenda. Auch bei den Business Angels hat es die Spitzenposition erreicht: Nirgends engagieren sich die Finanzierer derzeit lieber. Das ist ein Ergebnis des jüngsten Business Angels Panels. Die 19 Teilnehmer hieven außerdem die Anbieter von Umwelttechnologien, Webservices, Software und Medizintechnik in die Top 5 (siehe Grafik).

Die Stimmung unter den Geldgebern ist gut. Sowohl die Geschäftslage als auch die Geschäftsaussichten wurden im dritten Quartal besser bewertet als zuletzt (s. Grafik unten). Zu erklären ist das wohl nur mit der positiven Grundeinstellung, die jeder Wagnisfinanzierer quasi per Definition mitbringt. Nüchtern betrachtet sind die aktuellen Zahlen jedenfalls keine wirklichen Happy-Pills.

Business Angels Panel 3. Quartal 2016

Business Angels Panel 3. Quartal 2016

Foto: VDI nachrichten

Beispiel Exitbilanz: Insgesamt konnten die Befragten nur vier Start-ups aus ihrer Obhut entlassen. Schlimmer noch: Dreimal vollzog sich die Trennung in Form einer Liquidation. Die Investoren verloren also ihren gesamten Einsatz.

Beispiel Budget: Die Befragten gaben an, nur noch 30 % ihrer für Angel-Investments vorgesehenen Mittel auf der hohen Kante zu haben. Das ist angesichts der miserablen Exitbilanz nicht verwunderlich, markiert aber doch den zweitniedrigsten Wert in der knapp 15-jährigen Geschichte des Panels.

Beispiel Investitionsbilanz: Jeder Engel investierte durchschnittlich nur 29 000 €. Das liegt weit unter dem langjährigen Mittel. Der Trend zu vorsichtigen Investments bleibt also bestehen.

Wo so viel Schatten, da ist naturgemäß auch Licht. Quelle sind in diesem Fall die Gründer. Sie versorgen die Investoren weiterhin mit reichlich Beteiligungsangeboten. Jeder Engel erhielt im Durchschnitt 32 Geschäftskonzepte zur Prüfung vorgelegt. Die Zahl ist zwar etwas verzerrt durch das Engagement eines „Power-Angels“, der stolze 300 Businesspläne auf sich vereinen konnte. Doch auch ohne ihn läge die Zahl noch weit über dem langjährigen Mittel von rund 16.

In der Masse der eingereichten Konzepte scheint durchaus auch Klasse gewesen zu sein: Immerhin hat jeder Umfrageteilnehmer knapp drei Teams zu näheren Verhandlungen eingeladen. In jedem vierten Fall mündeten die Gespräche gar in einer neuen Beteiligung – eine erfreulich hohe Quote. Jeder Engel hat durchschnittlich sieben Schützlinge unter seinen Fittichen.

Von Stefan Asche

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