Start-up 01.06.2012, 11:00 Uhr

Deutscher Gründerpreis: Im Finale sind viele Ingenieure

Die Nominierten für den Deutschen Gründerpreis 2012 stehen fest. Unter ihnen sind viele Ingenieure. Sie machen Loks wieder flott, entwickeln Beschichtungs- und Einspritzdüsen oder optimieren Solarkraftwerke. Die Sieger werden am 26. Juni in Berlin gekürt.

„In diesem Jahr konnten wir sehr unterschiedliche Unternehmen aus den verschiedensten Branchen nominieren, die alle in ihrem Bereich Hervorragendes leisten“, erklärt Nadine Helterhoff, Projektleiterin des Deutschen Gründerpreises in Berlin.

In der Kategorie Start-up gehört die Hamburger Ajax Loktechnik GmbH & Co. KG zu den drei Finalisten. Maja Halver und ihr Ehemann Jörn Bruhn, beides Ingenieure, bieten einen in der Branche ungewöhnlichen Service bei der Reparatur und Wartung von Dieselloks und Güterzügen: Telefonische Erreichbarkeit rund um die Uhr, kompetente Ansprechpartner, die schon beim ersten Anruf die Schadensdiagnose eingrenzen, hoch qualifizierte Techniker, die auch abends oder am Wochenende Vollgas geben, um die Züge schnell wieder flott zu bekommen. „Soweit irgend möglich, schicken wir die Techniker raus, damit sie den Schaden direkt vor Ort reparieren“, erklärt Halver.

Außergewöhnlich kurz sind auch die Durchlaufzeiten bei Ajax Loktechnik. Das spart viel Zeit und Geld – schließlich kostet jeder Ausfalltag etwa 1000 €. „Für die alle acht Jahre anstehende Hauptuntersuchung beispielsweise benötigen wir nur rund acht Wochen, statt der sonst oft üblichen sechs bis zwölf Monate“, so die branchenerfahrene 47-Jährige, die vorher als Geschäftsführerin einer Lokvermietung häufig händeringend nach einem besseren Service für ihre Loks gesucht hatte. Dank ihrer guten Kontakte hatte die Ingenieurin bereits nach zwei Wochen den ersten Auftrag und konnte sich ohne größere Probleme in der Branche durchsetzen: Schon zwei Jahre nach dem Start beschäftigt Ajax Loktechnik 15 Mitarbeiter und erzielte 2011 einen Umsatz von 1,5 Mio. €.

Start-ups Kochhaus GmbH und Ergobag für den Deutschen Gründerpreis nominiert

Wettbewerber der Hamburger um den Deutschen Gründerpreis in der Kategorie Start-up sind die Berliner Kochhaus GmbH, ein origineller Lebensmittelhändler, der die Ware nach Rezepten sortiert präsentiert, sowie die Kölner Ergobag GmbH, deren neuartige Schulrucksäcke dank eines innovativen, von Wanderrucksäcken inspirierten Tragesystems besonders rückenfreundlich sind.

In der Kategorie Aufsteiger sind zwei der drei Finalisten Ingenieure. Bei der Erlangener FMP Technology GmbH dreht sich alles um das Thema Strömungsmechanik. Die 31 Mitarbeiter erwirtschafteten 2011 einen Umsatz von 1,7 Mio. €. Gründer Franz Durst entwickelte eine patentierte, universell einsetzbare Beschichtungsdüse, mit der beliebige Beschichtungsflüssigkeiten aufgetragen werden können. „Wir haben außerdem eine Software entwickelt, mit der die notwendigen Parameter berechnet werden können, um die Beschichtungsdüse innerhalb kurzer Zeit auf neue Anwendungen auszulegen. Das verkürzt die Umrüstzeiten erheblich“, erklärt Mitgründer Martin Gillert.

Mithilfe dieser Software kann FMP sogar berechnen, ob sich neue Beschichtungsflüssigkeiten überhaupt zum Beschichten eignen. Das spart zahlreiche Pilotversuche und empirische Versuchsreihen und damit viel Geld sowie kostbare Arbeitszeit. Das zweite Standbein des Unternehmens ist eine sprayoptimierte Einspritzdüse für Otto- und Dieselmotoren. „Das patentierte System beseitigt die derzeit in Verbrennungsmotoren auftretenden Druckwellen, die die Ursache für mangelhafte Verbrennungsprozesse sind und damit auch verantwortlich für umweltschädliche Emissionswerte sowie den hohen Treibstoffverbrauch“, erklärt der 41-jährige Ingenieur. Zielsetzung bei der Entwicklung der neuartigen Einspritzdüsen ist es, aufgrund des effizienteren Einspritzvorgangs zukünftig ca. 30 % Treibstoff und Emissionen einzusparen.

CSP Services besticht mit präziser Ausrichtung von Solarspiegeln

Ein weiterer Finalist ist die Kölner CSP Services GmbH. Die Ausgründung aus dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat Messtechniken und Bewertungsmethoden entwickelt, mit denen die Spiegel in Solarkraftwerken so präzise produziert und ausgerichtet werden können, dass sie die Kraft der Sonne optimal ausnutzen und damit die Energieausbeute erhöhen.

Große solarthermische Kraftwerke breiten sich in sonnenreichen Ländern wie Spanien, USA, Nordafrika und Indien stark aus. „Unsere Systeme basieren auf der computergestützten, sehr schnellen Auswertung von digitalen Fotos“, erklärt Ingenieur Eckhard Lüpfert, einer der drei Gründer. In der Spiegelung betrachtete Streifenmuster enthalten die Information zur sekundenschnellen Berechnung einer kompletten „Landkarte“ jedes Prüflings. „Die daraus berechneten Qualitätskennzahlen haben sich in der Branche der solarthermischen Kraftwerke zum international anerkannten Qualitätsstandard entwickelt“, so Lüpfert. CSP Services-Systeme werden weltweit in der Qualitätskontrolle bei der Herstellung von Glas, Spiegeln und Kollektoren eingesetzt. Die Firma ist inzwischen Weltmarktführer in ihrem Segment und beschäftigt derzeit 27 Mitarbeiter, die 2011 einen Umsatz von 2,3 Mio. € erzielten.

Der dritte Finalist in der Kategorie Aufsteiger ist die Statista GmbH. Die Hamburger bieten Statistiken zu über 60 000 Themengebieten, dank intelligenter Suchfunktionen blitzschnell zu finden, leicht verständlich aufbereitet und fertig zum Download.

Von Silke Becker/Stefan Asche

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