Speed-Dating mit dem Wirtschaftsminister 23.05.2013, 08:32 Uhr

Deutsche Gründer begleiten Rösler ins Silicon Valley

Die deutsche Computer- und Software-Industrie kann nach Einschätzung von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) bis 2020 den Sprung in die Weltspitze schaffen.

Philipp Rösler im Kreise deutscher Jungmanager.

Philipp Rösler im Kreise deutscher Jungmanager.

Foto: BMWi

„Unser Ziel ist es, dass Deutschland bis zum Ende des Jahrzehnts bei der Informations- und Kommunikationstechnologie unter den führenden drei Nationen liegt“, so Rösler. Wie das zu schaffen ist? Ein Rezept sucht der Minister diese Woche im Silicon Valley in Kalifornien. Begleitet wird der Vizekanzler auf seiner fünftägigen Reise von mehr als 100 Managern junger deutscher IT-Firmen. Diese Startups wollen mit Anwendungen im und für das Internet wie ihre US-Vorbilder den Durchbruch schaffen.

Bei seiner Ankunft in San Francisco betonte Rösler, Deutschland sei beim IT-Boom keineswegs zu spät dran. Allerdings sei es nicht einfach, große US-Investoren davon zu überzeugen, Wagniskapital in neu gegründete Firmen in Berlin und nicht in Kalifornien, Tel Aviv oder London zu investieren. Deshalb sei er nach San Francisco geflogen: „Wir müssen etwas tun, um ernstgenommen zu werden.“

Ziel der Bundesregierung sei es, die Zahl der Neugründungen im Computer- und Software-Bereich von derzeit jährlich 9000 auf 18.000 zu verdoppeln. Dafür sollen künftig 750 Mio. Euro Wagniskapital mobilisiert werden – aktuell sind es 250 Mio. Euro in der deutschen Branche.

Warum sind so viele Start-ups an der Seite Röslers im Valley unterwegs? Worum geht es dabei? „Kohle“, sagt Stephanie Renda. Die Chefin des Start-ups match2blue will 8 Mio. Dollar bis 12 Mio. Dollar einsammeln, um ihre in Deutschland erfolgreiche Dienstleistungs-App in den USA zu vermarkten. Renda und ihre Mitstreiter haben beim Speed-Dating vor Investoren jeweils nur vier Minuten, um diese zu überzeugen, nicht vor der Haustür im Valley, sondern im fernen Berlin Geld auszugeben.

Während der Reise hat Rösler eine Aufstockung des German Silicon Valley Accelerators (GSVA) angekündigt: Ab Herbst werden doppelt so viele IT-Start-ups für drei Monate ins Silicon Valley entsandt wie bisher.

Lohnt sich der Ausflug in die USA für junge Manager aus Deutschland? In der kommenden Ausgabe der VDI nachrichten ziehen einige der mitgereisten Gründer eine Bilanz. (dpa/sta)

Von Stefan Asche

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