Risikoneigung 02.04.2014, 10:23 Uhr

„Deutsche Angst“ empirisch nachgewiesen

Wer Entscheidungen zu treffen hat, wägt deren Risiken ab. Ob man eher vorsichtig oder eher mutig ist, wirkt sich u.a. auf Konsum oder Finanzwirtschaft aus – und damit auf die Gründungsneigung. Marc Oliver Rieger (Universität Trier), Mei Wang (WHU Vallendar) und Thorsten Hens (Universität Zürich) haben untersucht, ob sich Risikopräferenzen nach Ländern oder Kulturen unterscheiden.

Dabei sind die Wissenschaftler zu überraschenden Ergebnissen gekommen. Sie haben auch festgestellt, dass an der berühmt-berüchtigten „deutschen Angst“ durchaus etwas dran ist.

Ein weiteres interessantes Ergebnis der Studie in 53 Ländern: Es gibt grundlegende Muster, die überall gleich sind. Ging es bei den Entscheidungsfragen etwa um mögliche Gewinne, bevorzugten die Teilnehmer meist eine sichere Option. Ging es hingegen um mögliche Verluste, bevorzugten sie meist eine riskantere Variante. Auch wenn dieses Muster weltweit gilt, gibt es doch in der Stärke der Risikopräferenzen große Unterschiede. Im Wesentlichen wird diese von zwei Faktoren beeinflusst: Zum einen sind Menschen in reicheren Ländern tendenziell weniger bereit, Risiken einzugehen, wenn es um mögliche Gewinne ging. Zum anderen spielen aber auch kulturelle Unterschiede (die mit Kennzahlen aus der Soziologie bestimmt wurden) eine große Rolle.

Und wie steht es nun mit den Deutschen und dem Risiko? Im internationalen Vergleich gehörte Deutschland eher zu den vorsichtigeren Ländern. Insbesondere waren sowohl alle anderen deutschsprachigen Länder als auch sämtliche skandinavischen Länder „mutiger“, wenn es um Risiko bei möglichen Gewinnen ging. Die deutsche Angst ist also nicht nur sprichwörtlich, sondern zumindest bei Gewinnerwartungen real. Weitere Informationen zur Studie stehen im Internet.

Von sta

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