Deutscher Start-up-Monitor 2018 25.10.2018, 14:21 Uhr

Der typische Gründer ist der junge Hochschulabsolvent

Männlich, gut ausgebildet, im besten Erwerbsalter – das ist der typische Start-up-Gründer in Deutschland. Wo er gründet und mit welchen Schwierigkeiten er kämpft, zeigt eine aktuelle Erhebung.

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Foto: panthermedia.net/peshkova

In Deutschland werden immer weniger Unternehmen gegründet. Das zeigt der Deutsche Start-up-Monitor, der für 2017 eine Gründerquote von 1,1 ausgibt. Damit ist ein neuer Tiefpunkt des Anteils von Gründern an der erwerbsfähigen Bevölkerung erreicht. Ein Blick auf die gegründeten Unternehmen zeigt jedoch, dass sie sich durch drei Dinge auszeichnen: „die zentrale Bedeutung von Zukunftstechnologien, der enorme Bedarf an technischer Expertise und die besondere Leistungsbereitschaft von Gründer/-innen“, so Florian Nöll, Vorsitzender des Bundesverbands Deutsche Startups. Damit dürften Ingenieure und Informatikern zu den geborenen Gründern gehören. Und damit auch zu heranwachsenden Arbeitgebern. Denn die jungen Unternehmen stellen schon heute eine beachtenswerte Zahl an Arbeitsplätzen zur Verfügung: Im Schnitt beschäftigt jedes Start-up in Deutschland rund 12 Mitarbeiter.

Wer gründet in Deutschland?

Am aktuellen Start-up-Monitor (DSM) haben sich 1.550 Start-ups, bzw. 3.763 Gründerinnen und Gründer beteiligt. Wobei Gründerinnen noch immer unterrepräsentiert sind. Zwar nehmen immer mehr Frauen das Abenteuer Gründen auf sich, doch ihr Anteil wächst auf gerade einmal 15,1%. Ein Grund liegt wohl darin, dass Start-ups im Gegensatz zu regulären Existenzgründungen besonders innovativ und wachstumsgetrieben sind und überdurchschnittlich häufig aus den Wirtschaftswissenschaften und den Mint-Fächern kommen. Gerade in Mathematik, Technik, Ingenieur- und Naturwissenschaften, kurz Mint, sind aber ohnehin weniger Frauen zu finden als Männer.

Gründer in Deutschland sind unabhängig vom Geschlecht in aller Regel Akademiker. Ein Viertel hat den Master in der Tasche, fast ebenso viele einen Diplomabschluss. Jeder fünfte kann einen Bachelor vorweisen, 13% sind promoviert. Der Anteil derer, die mit einer abgeschlossenen Ausbildung ein Unternehmen gründen, liegt bei gerade einmal 5%.

Die meisten Gründer (47,5%) sind zwischen 25 und 34 Jahre alt. Nur rund 5 bis 7% sind jünger oder zum Zeitpunkt der Gründung bereits 55 Jahre alt. Die meisten Gründer sind also im perfekten Erwerbsalter und sie gründen immer weniger aus der Not heraus. Vielmehr führt die gute Situation auf den Arbeitsmärkten zu mehr sogenannten „Chancengründern“. Was natürlich nicht heißt, dass sich die Deutschen Hals über Kopf ins Ungewisse stürzen würden: Drei von vier Gründerinnen und Gründer starten ihr eigenes Unternehmen im Team mit zwei oder drei anderen Gründern und die meisten gründen im Nebenerwerb.

Wo wird in Deutschland gegründet?

Es gibt einige Gründer-Hotspots in Deutschland, aber keine vergleichbare Ansammlung innovativer Jungunternehmen wie im amerikanischen Silicon Valley. Die meisten Gründungen werden allerdings seit Jahren in Berlin (15,8%) und der Region Rhein-Ruhr (11,2%) realisiert, gefolgt von den Standorten Hamburg (7,3%), Stuttgart-Karlsruhe (6,1%) sowie München (5,9%). Das Bundesland mit den meisten Gründungen ist mit 19% aller Gründungen Nordrhein-Westfalen.

Zwei Drittel aller Start-ups haben ein digitales Geschäftsmodell, inhaltlich arbeitet jedes dritte gegründete Jungunternehmen im B2B-Bereich und ebenso viele in der Informations- und Kommunikationstechnologie. Jedes vierte von ihnen bietet Software as a Service an, 14% entwickeln selbst Software. Nur 11,4% aller befragten Start-ups sind in der Technologieentwicklung oder –produktion mit Hardware beschäftigt.

Die erfolgreichsten Gründerhochschulen führt der Deutsche Startup-Monitor zwar auf, die zehn gründungsstärksten Hochschulen haben aber gerade einmal 21% aller Gründer ausgebildet. Sie können also keineswegs einen besonders hohen Anteil von Gründungen auf ihrem Konto verbuchen – vielmehr ist die Hochschullandschaft sehr ausgewogen an den Gründungsaktivitäten in Deutschland beteiligt.

Kooperation als Überlebensmodell von Start-ups

Kooperationen sind ein prägendes Merkmal aller Jungunternehmen. Die Start-ups kooperieren aber keineswegs nur mit Seniorpartnern wie erfahrenen Mittelständlern und Konzernen. Das macht zwar rund zwei Drittel aller Neugründungen, die Hälfte allerdings arbeitet mit anderen Start-ups zusammen. Ein Grund, so vermutet Studienautor Tobias Kollmann von der Universität Duisburg-Essen, könnte sein, „dass etablierte Unternehmen auf Grund ihrer längerfristigen und stabilen Unternehmensausrichtung insbesondere für junge und innovative Unternehmen Planungssicherheit geben“.

Im vergangenen Jahr war die Kooperationsbereitschaft zwischen Start-ups und etablierten Unternehmen übrigens zurückgegangen, von 70% im Jahr 2016 auf 50% im Jahr 2017. Nöll forderte größere Unternehmen deshalb dazu auf, sich stärker an regionalen Clustern zu beteiligen. Mit ihrer Clusterpolitik fördert die Bundesregierung gezielt regionale Netzwerke zwischen etablierten und Jungunternehmen. „Von den DSM-Start-ups, denen ein regionales Netzwerk oder Cluster bekannt ist, sind die Hälfte auch Teil eines solchen Netzwerkes“, so Kollmann.

Schwierigkeiten deutscher Start-ups

Junge Unternehmer konkurrieren nicht nur inhaltlich, sondern vor allem in Sachen Personal mit etablierten Arbeitgebern. Folglich fällt es ihnen besonders schwer, Informatiker und IT-Fachkräfte zu gewinnen. 74% der Gründer geben an, dass sie es als schwierig bis sehr schwierig empfinden, Spezialisten für angewandte IT zu rekrutieren, 57% hat ebenso große Probleme bei der Einstellung von Fachkräften der technischen IT. Zumal sie in aller Regel nicht mit den marktüblichen IT-Gehältern konkurrieren können.

Da sie besonders digitalgetrieben sind, hindert sie der schleppende Breitbandausbau auch überdurchschnittlich in ihrer Wieterentwicklung.

Welche Entwicklungsphasen gibt es bei Start-ups?

Der Deutsche Start-up-Monitor unterscheidet insgesamt fünf Stufen der Entwicklung:

  1. Seed Stage: Gründer schärfen ihr Konzept und generieren noch keine Umsätze
  2. Start-up Stage: Gründer stellen ein marktreifes Angebot fertig und realisieren erste Umsätze und/oder Kundennutzen.
  3. Growth Stage: Gründer können ein marktreifes Angebot vorweisen und realisieren ein starkes Umsatz- und/oder Nutzerwachstum.
  4. Later Stage: Gründer haben sich im Markt etabliert und/oder planen einen Börsengang.
  5. Steady Stage: Gründer weisen kein starkes Umsatz- und/oder Nutzerwachstum mehr auf.

Politik in der Verantwortung

Viele der Ergebnisse des Start-up-Monitors verweisen auf Probleme, die nur politisch zu lösen sind. Darunter der Ruf nach mehr Kapitalangebot für junge Unternehmen. Wie Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitalisierung im Vorwort des Start-up-Monitors 2018 sagt: Die Zuständigen „wollen die Bedingungen für Wagniskapital verbessern“. Ein Satz, den man seit Jahren hört, dem aber langsam auch Taten folgen dürften.

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