Unternehmensfinanzierung 20.01.2006, 18:42 Uhr

Aus Tradition im Mittelstandsgeschäft  

VDI nachrichten, Frankfurt, 20. 1. 06, elb – Großbanken, Genossen und Sparkassen sind wahrlich nicht allein auf dem Markt der Unternehmensfinanzierung. Auch große Auslands- und Privatbanken haben Ambitionen im mittelständischen Bereich. Die größte deutsche Privatbank, Sal. Oppenheim, und die größte als Universalbank tätige Auslandsbank, die SEB, stehen im Mittelpunkt des heutigen Serienbeitrages.

Seit sechs Jahren gehört die frühere BfG nicht mehr zum Credit Lyonnais-, sondern zum schwedischen SEB-Konzern. Geblieben aus der BfG-Zeit ist vor allem der Kern der Belegschaft, Analysten und Berater – auch im Firmenkundengeschäft. Mittelständische Unternehmen gehörten schon früher zur „Kernzielgruppe“ der Bank. Die zumindest Anfang des Jahrtausends schwierige wirtschaftliche Lage vieler dieser Unternehmen hat die Bank zu einer konservativen Risikopolitik genötigt. Sie konzentriere sich nun auf Unternehmen mit mindestens befriedigender Bonität, „mit Investmentgrade“, sagt Jürgen Nedvidek, Leiter des Geschäfts mit mittelständischen Firmenkunden bei der SEB. Aber es gibt Ausnahmen. „Etwas schlechtere Ratings prüfen wir bei plausiblen, positiven Zukunftsaussichten auch gerne“, erklärt Nedvidek. Er schließe solche Kunden bei berechenbarem Risiko und „angemessener Einschaltung in das Tagesgeschäft“ nicht aus.

Die SEB biete das gesamte Finanzierungsspektrum an, vom Kredit bis zum Leasing, wolle dies aber nicht „über dem Kunden ausschütten“, sondern „mit hohem Beratungsansatz“ an ihre Zielkunden herangehen. Der Kredit sei Kern-, aber auch „Ankerprodukt“, um die Kunden bei Bedarf an andere Formen heranzuführen. Das sei heute nicht mehr selbstverständlich im Bankgeschäft. „Stärke und hohe Erfahrung sehen wir im Bereich der strukturierten Außenhandelsfinanzierung, im Segment Asset Backed Securitisation und Leasing“, beschreibt Nedvidek die Spezialität der SEB.

Der Kunde könne nicht nur auf Kredite, außerbilanzielle Finanzierungsformen oder Eigenkapital zugreifen. Die SEB öffne auch mittelständischen Kunden den Zugang zum Kapitalmarkt. Sie biete im Verbriefungsbereich „auch standardisierte Lösungen für Mittelstandsunternehmen“, die dann allerdings einen entsprechenden Unternehmenserfolg, einen „Track Record“, nachweisen müssten.

Deutschland gehöre zum Kernmarkt der SEB Gruppe. Durch die Einbindung in die schwedische SEB gehören die skandinavischen und baltischen Länder, Polen sowie die Ukraine zu den Heimatmärkten in Europa. Dahin könne die SEB den Firmenkunden begleiten.

Nicht wie die frühere BfG aus gewerkschaftlicher, sondern aus gut 200-jähriger Privatbanktradition kommt das Bankhaus Sal. Oppenheim. Einer seiner früheren Mitinhaber, Abraham Oppenheim, war 1843 an der Gründung der Köln-Mindener Eisenbahngesellschaft maßgeblich beteiligt. Welche Rolle die feine Investmentbank bei der Privatisierung der Deutschen Bahn AG spielen wird, ist noch nicht gewiss.

Gewiss ist nur, dass sie sich als „eine der führenden deutschen Investmentbanken für Wachstumsunternehmen und den Mittelstand“ versteht. Reines Kreditgeschäft bietet sie nicht an. „Unsere Kunden profitieren von unserer hohen Strukturierungskompetenz sowie der langfristigen und dauerhaften Platzierung,“ versichert Kersten Schmitz, der bei der Bank als „Senior Vice President Transaktionen“ arbeitet und damit insbesondere mit Börsenersteinführungen, Kapitalerhöhungen und Umplatzierungen sowie Mezzanine-Emissionen von Genussscheinen und Nachranganleihen zu tun hat. Den Kunden bietet Sal. Oppenheim vor allem individuelle Beratung an. Die Produktpalette zeigt den Hang der Bank zum Kapitalmarkt. „Neben der Bereitstellung von Betriebsmittelkrediten oder der Strukturierung oder Teilnahme an Konsortialfinanzierungen konzentrieren wir uns auf individuelle Finanzierungsstrukturen für Beteiligungsfinanzierungen und Finanzierungen zur Erfüllung von Abfindungs- oder Übernahmeangeboten“, berichtet Schmitz.

Zur Spezialität des Hauses zählt Schmitz die Eigenkapitalfinanzierung oder auch die Versorgung mit eigenkapitalähnlichen Mitteln. Wenn die Gesellschafter des Unternehmens diese nicht selbst aufbringen, helfe Sal. Oppenheim mit einer „bedarfsorientierten Strukturierung und Platzierung“ von mezzaninen Finanzierungen. Die Formen könnten Nachrangdarlehen, stille Beteiligungen und auch Genussscheine sein.

Der Privatbankcharakter klingt bei Sal. Oppenheim auch an anderer Stelle an, dann, wenn es um Basel II und ein Ratingurteil geht. Schmitz: „Ein externes Rating des Unternehmens ist bei vielen unserer Finanzierungslösungen nicht erforderlich.“ Man überzeuge sich selbst „von einem dem jeweiligen Produkt angemessenen Chancen-Risiko-Mix.“ MICHAEL BRAUN

Von Michael Braun
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