PLÄNE FÜR ERWEITERUNG 03.11.2014, 10:42 Uhr

Wird der Berliner Flughafen nochmal 3,2 Milliarden Euro teurer?

Für den Pannenflughafen BER soll es bereits fertige Pläne für einen Ausbau geben. Veranschlagte Kosten: 3,2 Milliarden Euro. Darunter soll auch die dritte Startbahn sein, die die Länder Berlin und Brandenburg als Mitgesellschafter bisher strikt ablehnten. Das berichtete die Bild am Sonntag.

Noch inoffiziell: Angeblich existieren bereits Pläne für die Erweiterung des Berliner Flughafens, der bekanntlich noch nicht einmal eröffnet ist. 

Noch inoffiziell: Angeblich existieren bereits Pläne für die Erweiterung des Berliner Flughafens, der bekanntlich noch nicht einmal eröffnet ist. 

Foto: dpa/Patrick Pleul

Diskutiert wird schon länger über eine dritte Startbahn. Denn: Die bisher geplanten Kapazitäten des Flughafens werden für das inzwischen erwartete Flugaufkommen nicht ausreichen. 5,4 Milliarden Euro wird der Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) nach aktueller Schätzung kosten. Wenn die Erweiterungspläne umgesetzt werden, über die die „Bild am Sonntag“ berichtete, dürfte die Summe auf 8,6 Milliarden steigen.

Nach einer schier endlosen Serie von Pannen wird der 2006 begonnene Bau frühestens Anfang 2016 eröffnet werden, vier Jahre später als geplant. Die Planung für die Kapazitäten des neuen Großflughafens stammt vom Anfang der 2000er Jahre, und inzwischen hat das Flugaufkommen sowohl bei Fracht- als auch Passagiermaschinen drastisch zugenommen – und wird weiter steigen.

Kein Wunder also, dass der Betreiber über die Erweiterung der Kapazitäten nachdenkt. Mitte September hat der Aufsichtsrat deshalb einem Vorschlag der Geschäftsführung zugestimmt, „den Ausbau des BER-Flugbetriebs vertieft zu untersuchen“. Im Mittelpunkt der Untersuchung stünden „die Möglichkeiten zur Weiternutzung des Flughafens Schönefeld und der Ausbau des Areals am BER“, heißt es im offiziellen Sachstandsbericht.

Halbe Million für Fahnenmast?

Ausbau des Areals am BER? Schließt das die umstrittene dritte Startbahn ein, die Teil des ursprünglichen Architektenplans war, von den beteiligten Ländern Berlin und Brandenburg aber strikt abgelehnt wird? Die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) sagt: „Nein.“ Aber mehr auch nicht. Die Zeitung berichtet indes über sehr konkrete Pläne, die die zusätzlichen Kosten für die dritte Startbahn mit rund einer Milliarde Euro kalkulieren. Hinzu kämen mehr als zwei Milliarden für ein weiteres Terminal und andere Ausbauten.

Zufahrt BER: Noch tut sich hier gar nichts. Aber schon jetzt ist klar, dass der Berliner Flughafen nach aktuellen Prognosen zu klein für das inzwischen erwartete Flugaufkommen ist.

Zufahrt BER: Noch tut sich hier gar nichts. Aber schon jetzt ist klar, dass der Berliner Flughafen nach aktuellen Prognosen zu klein für das inzwischen erwartete Flugaufkommen ist.

Foto: flickr/m.joedicke

Da fallen die Kosten für einen angeblich geplanten 60 Meter hohen Fahnenmast und ein Willy-Brandt-Denkmal, für die laut dem Bericht jeweils eine halbe Million Euro eingerechnet werden, zwar kaum ins Gewicht – angesichts der Kostenexplosion machen sich solche Extra-Posten aber in der Öffentlichkeit natürlich nicht so gut. Schon im Juli hatte der Aufsichtsrat zusätzliche 1,1 Milliarden Euro freigegeben, die laut Flughafenchef Hartmut Mehdorn „notwendig sind, damit der Flughafen eröffnet werden kann“. (siehe älterer Bericht)

Rekord an Berliner Flughäfen erwartet

Die FBB muss Erweiterungen prüfen, so viel ist klar. Das Fluggastaufkommen an den Airports Tegel und Schönefeld steige stärker als im deutschen Durchschnitt und soll nach ihrer eigenen Schätzung in diesem Jahr mit rund 27 Millionen einen neuen Rekord erreichen. Dabei ist die Flughafengesellschaft immer noch mehr als genug mit der Lösung der akuten Probleme und der kreativen PR-Begleitung schlechter Nachrichten beschäftigt.

Beispiel eins: Erst vor wenigen Tagen wurde ein ehemaliger Mitarbeiter wegen Bestechlichkeit zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt. Die FBB sieht sich dadurch nur in ihrer strikten Anti-Korruptionspolitik „bestätigt“.

Raumnummern werden nach zwei Jahren korrigiert

Beispiel zwei: Die FBB meldet Fortschritte bei der Aufarbeitung der Pannen. Nicht bei der völlig falsch geplanten Entrauchungsanlage, aber bei den falschen Raumnummern. Das 2012 entstandene „inkonsistente Raumnummernsystem“ sei jetzt teils beseitigt, mit dem Rest seien Firmen nun beauftragt. „Inkonsistenz“ bedeute: „Im Ergebnis lassen sich Räume nicht mehr eindeutig auffinden. Zum Teil passen Raumnummern und die Lage im Gebäude nicht zueinander.“  Das habe in den vergangenen Monaten „immer wieder zu Schwierigkeiten bei der Sanierung des Flughafens geführt“.

Konkret: Teile der Entrauchungsanlage können erst installiert werden, wenn alle Räume die richtigen Nummern haben. Nachvollziehbar erscheint auch dieser Grund: „Des Weiteren benötigt die Feuerwehr zur Gewährleistung der Sicherheit konsistente Raumnummern, damit die Rettungsdienste im Notfall schnell am richtigen Einsatzort sind.“

 

Von Werner Grosch Tags:
Das könnte sie auch interessieren

Top Stellenangebote

Volkswagen AG-Firmenlogo
Volkswagen AG Technischer Sachbearbeiter (m/w) für den Bereich Entwicklung Elektrik/Elektronik Wolfsburg
DEKRA-Firmenlogo
DEKRA Prüfingenieure und Sachverständige (m/w) keine Angabe
Kreis Steinburg-Firmenlogo
Kreis Steinburg Projektingenieur/in Straßenbau Itzehoe
Landkreis München-Firmenlogo
Landkreis München Diplom-Ingenieure/-innen Architektur / Bauingenieurwesen München
Bekaert GmbH-Firmenlogo
Bekaert GmbH Technischer Leiter (m/w) Neu-Anspach
Landkreis Leer-Firmenlogo
Landkreis Leer Ingenieur/in (Diplom/Bachelor) der Fachrichtung Bauingenieurwesen Leer
Landkreis Leer-Firmenlogo
Landkreis Leer Ingenieur/in (Diplom/Bachelor) der Fachrichtung Hochbau/Architektur Leer
Landkreis Leer-Firmenlogo
Landkreis Leer Ingenieur/in (Diplom/Bachelor) der Fachrichtung Architektur Leer
Landeshauptstadt Hannover-Firmenlogo
Landeshauptstadt Hannover Sachgebietsleiter (w/m) Sachgebiet Energiemanagement im Bereich Infrastrukturelles Gebäudemanagement Hannover
Hochschule Kaiserslautern-Firmenlogo
Hochschule Kaiserslautern Professur im Bereich Leistungselektronik und Elektronik (W2) Kaiserslautern
Zur Jobbörse