Bitcoin-User fürchten um ihr Geld 26.02.2014, 15:55 Uhr

Weltgrößte Bitcoin-Börse Mt. Gox ist offline und sorgt für Kursrutsch

Seit Dienstagmorgen ist die Internetseite der weltgrößten Bitcoin-Börse Mt. Gox in Japan offline. Millionen User haben keinen Zugriff mehr auf ihre Konten. Laut Betreiber handelt es sich um eine Sicherheitsmaßnahme gegen einen Hackerangriff. Skeptiker befürchten, dass die Börse zusammengebrochen ist. 

Die weltgrößte Bitcoin-Börse MT. Gox ist vom Netz. Jetzt fürchten User um ihr Geld.

Die weltgrößte Bitcoin-Börse MT. Gox ist vom Netz. Jetzt fürchten User um ihr Geld.

Foto: MT. Gox

Keine Zentralbank, keine Regierung, kein physischer Vermögenswert – das waren für Bitcoin-Fans immer wesentliche Vorteile der virtuellen Währung. Sie ignorierten selbst die Stimme der Europäischen Bankenaufsicht EBA, die ausdrücklich warnte: Für das digitale Geld gibt es keine Einlagensicherung und Nutzer sind bei Verlusten ganz auf sich gestellt.

Und genau das könnte jetzt eingetroffen sein. Mt. Gox, die größte Handelsplattform für Bitcoins, ist seit Dienstagsmorgen offline. Kunden kommen nicht mehr an ihr Guthaben. Und japanische Behörden weisen jegliche Verantwortung von sich und leisten keine Hilfe.

Hacker sollen Bitcoins im Wert von 744 Millionen Euro erbeutet haben

Derzeit ist unklar, was mit Mt. Gox passiert ist. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung zitiert ein internes Dokument, wonach das Unternehmen mit 55 Millionen Dollar verschuldet ist. „Die werden sich sicher mit unserem Geld in die Karibik abgesetzt haben“, schreibt ein Twitter-User. Andere Gerüchte besagen, dass Hacker der Plattform endgültig das Genick gebrochen haben. Angeblich haben sie seit 2009 durch eine Sicherheitslücke im Protokoll 744.000 Bitcoins im Gesamtwert von 744 Millionen Dollar erbeutet. Das führte dazu, dass bei Mt. Gox schon Anfang Februar kurzzeitig keine Auszahlungen mehr möglich waren.

Die Bitcoin-Börse MT. Gox ist offline. Auf der Homepage gibt es dazu nur einen kurzen Hinweis.

Die Bitcoin-Börse MT. Gox ist offline. Auf der Homepage gibt es dazu nur einen kurzen Hinweis.

Foto: Screenshot ingenieur.de

Optimisten glauben hingegen im Quellcode Hinweise darauf gefunden zu haben, dass die Börse lediglich eine Pause einlegt und im April unter dem Namen Gox zurückkehrt. Laut einem späten Statement der Betreiber habe man die Seite allerdings nur vom Netz genommen, um sich vor einem Hackerangriff zu schützen. Genaueres ist nicht bekannt.

Bitcoin-Kurs sinkt um 22 Prozent auf unter 400 Euro

Selbst ein Zusammenbruch von Mt. Gox sei keine Gefahr für die virtuelle Währung, sagt Oliver Flaskämper, Geschäftsführer von bitcoin.de, in einem Bericht der Welt. „Das Bitcoin-Netzwerk läuft weiter wie geschmiert, es ist nur ein Dienstleister von der Fähre gegangen.“ Trotzdem macht sich international Verunsicherung breit. Der Kurs der digitalen Währung ist seit gestern um 22 Prozent auf unter 400 Euro eingebrochen, und somit auf den niedrigsten Wert seit November 2013. Zu Glanzzeiten erreichte er Spitzenwerte von über 1000 Euro.

Mt. Gox ist nicht die erste Bitcoin-Börse, die ins Schleudern gerät. Auch die Handelsplattform Global Bond Limited aus Hongkong ist im Oktober 2013 plötzlich verschwunden – und mit ihr Bitcoins im Wert von rund 5,5 Millionen US-Dollar. Das ist für Staaten wie China und Thailand ein Beweis für die Untragbarkeit der virtuellen Währung. Ihre Zentralbanken haben den Handel mit dem Kryptogeld bereits verboten.

Virtuelle Währung als Reaktion auf die Finanzkrise

Die virtuelle Währung ist die Antwort eines unbekannten Programmierers auf die Finanzkrise. Er erfand das Kryptogeld im Jahr 2009, um eine Währung zu schaffen, die von Staaten, Zentralbanken und Finanzinstituten unabhängig ist. Und genau hier lauert die Gefahr.

Was ein Bitcoin wert ist, hängt lediglich davon ab, was der Nutzer bereit ist zu zahlen. Starke Kursschwankungen sind die Folge. „Das Bankgeschäft basiert auf Vertrauen. Für mich hat es nicht den Anschein, als könne das bei Bitcoin gewährleistet werden“, kritisiert Währungsexperte Kit Juckes von der französischen Großbank Société Générale gegenüber der Welt. 

Von Patrick Schroeder

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