Serie Finanzplanung 27.01.2012, 12:01 Uhr

Vorsorge für die Familie

Die Weichen langfristig stellen – so lautet die Devise für Ingenieure, die im Beruf Fuß gefasst haben. Die einen haben schon oder wollen noch Familie, die anderen geben bei der Karriere Vollgas. Doch für beide führt an einem durchdachten Vermögensaufbau kein Weg vorbei, sagen unabhängige Vermögensprofis. Wertpapiere spielen dabei eine zentrale Rolle.

Wer als Ingenieur mit knapp 40 Jahren die ersten Sprossen der Berufsleiter erfolgreich erklommen hat, kann rund 80 000 € im Jahr nach Hause tragen. Nach Abzug von Steuern und den Beiträgen zur Sozialversicherung bleiben einem Single rund 45 000 € netto – und damit fast 3 800 € im Monat. Familienväter oder -mütter mit zwei Kindern und dem gleichen Gehalt verfügen im Monat über gut 4 300 €. Der Single wie der Familienmensch haben also genug „Masse“, um sukzessive Vermögen aufzubauen.

Doch wo beginnen? „Familien sollten als erstes für den schlimmsten Fall vorsorgen, das heißt: ein Testament aufsetzen und einen Testamentsvollstrecker sowie eine Familie benennen, die die Kinder versorgt, falls beide Eltern sterben sollten „, sagt Timon Heinrich, Vorstand der Hansen & Heinrich AG in Berlin. Auch eine Patientenverfügung sei empfehlenswert, so der unabhängige Finanzprofi.

Vorsorge bei Krankheit und Tod: Berufsunfähigkeitsversicherung und Risikolebensversicherung

Zudem sollte ein möglicher Ausfall des Haupternährers abgesichert werden – zum einen durch eine Berufsunfähigkeitspolice (BU), zum anderen durch eine Risikolebensversicherung auf den Todesfall. Udo Schindler, Vorstand der KSW Vermögensverwaltung AG mit Sitz in Nürnberg, empfiehlt jungen Familien, die Summe der Lebensversicherung auf drei bis fünf Jahresnettogehälter des Hauptverdieners festzusetzen. „So treten neben das emotionale Leid beim Tod dieses Familienmitglieds nicht auch noch finanzielle oder gar existenzielle Sorgen“, sagt der Vermögensverwalter. Singles seien ebenfalls gut beraten, eine BU-Versicherung abzuschließen.

Ist die Absicherung unter Dach und Fach, geht es um den langfristig angelegten Vermögensaufbau beziehungsweise die Mehrung bereits vorhandenen Vermögens.

Für angestellte Ingenieure ist zumindest ein Teil der Vorsorge festgelegt: Sie zahlen in die gesetzliche Rentenversicherung ein und haben Anspruch auf die Altersversorgung des Arbeitgebers, bei der sie im Monat aktuell bis zu 224 € ihres Bruttogehalts ansparen können, ohne dass Sozialabgaben oder Steuern anfallen. Schindler rät, diese Möglichkeit zu nutzen, da der Effekt der Steuerstundung selbst eventuelle Renditevorteile mehr als ausgleiche.

Weniger Eintracht herrscht bei der Rürup-Rente. Darüber können Ingenieure bis zu 20 000 € im Jahr in die Altersvorsorge stecken – und derzeit 72 % dieser Summe steuermindernd geltend machen. Bis 2025 wird die absetzbare Summe in 2 %-Schritten auf 100 % erhöht.

Finanzielle Vorsorge fürs Alter: Rürup-Rente für Selbstständige ist steuervergünstigt

„Insbesondere für alle Selbstständigen lohnt sich der Abschluss einer Rürup-Rente, da dies für sie die einzige Möglichkeit darstellt, steuerbegünstigt vorzusorgen“, sagt Michael Stegmüller von der Mannheimer Vermögensverwaltung performance IMC. Zudem sei diese sogenannte Basisrente unpfändbar und damit eine Garantie, dass die Altersvorsorge auch in Krisenzeiten erhalten bleibe.

Diese positive Sicht kann Timon Heinrich nicht teilen. Der Grund für seine Zurückhaltung sind „die vielen Restriktionen der Rürup-Rente“. So ist eine Kapitalausschüttung nicht möglich, sondern nur eine Verrentung – wer früh stirbt, hat wenig davon. Werde zudem kein Schutz der Hinterbliebenen vereinbart, der wiederum die Rente drückt, verfalle das angesparte Kapital im Todesfall des Versicherten komplett.

Egal welche Lösung gewählt wird – im Hinblick auf die Altersvorsorge reichen weder gesetzliche Rente noch Rürup-Rente allein aus, so die einhellige Meinung der Vermögensverwalter. Vielmehr sollten Wertpapiere eine wichtige Rolle bei der Vermögensbildung spielen.

Udo Schindler rät in den kommenden Jahren zu einer breiten Streuung über mehrere Anlageklassen mit Schwerpunkt auf Firmeninvestments wie Aktien und Unternehmensanleihen. „Angesichts der Schuldenkrise in allen Industrieländern sollten Staatsanleihen aus Euroland oder den USA untergewichtet werden“, so seine Meinung.

Prinzipiell können 40-Jährige ihren Fokus durchaus auf die Rendite richten und daher einen relativ hohen Anteil an Aktien von 50 % bis 60 % halten, meint Heinrich. Einem idealtypischen 40-Jährigen, der 100 000 € oder 200 000 € anzulegen hat, rät er zu 50 % Aktien und 10 % Edelmetallen, 25 % Euroanleihen, 10 % Fremdwährungsanleihen und 5 % Liquidität.

Doch der Vermögensverwalter betont, dass die Risikotragfähigkeit von vielen individuellen Faktoren abhängt. Dazu gehöre etwa die Frage, welche sonstigen finanziellen Verpflichtungen bestehen oder welche Schwankungen seines Vermögens der Anleger ertragen kann.

Anleger, die noch nicht so viel auf der hohen Kante haben, können vermögensverwaltende Fonds zum Vermögensaufbau nutzen. Diese Fonds nehmen dem Anleger die Arbeit ab, indem sie auch kleinere Sparraten auf verschiedene Anlageklassen verteilen und diesen Prozess je nach Marktlage und nach bestimmten Kriterien steuern.

Vorsorge für die Kinder: Eltern zahlen frühzeitig in Fonds

Dabei sind nach Ansicht der Finanzprofis ein günstiger Einkauf der Fondsanteile sowie die Stetigkeit der Einzahlungen für die Aussicht auf attraktive Renditen extrem wichtig. Übrigens eignen sich solche Fonds auch gut für Eltern, die frühzeitig mit kleinen Sparplänen für die Ausbildung ihrer Kinder vorsorgen wollen.

Doch bei aller langfristigen Vorsorge: Die aktuellen Konsumbedürfnisse dürfen darunter nicht leiden. Mindestens die Ausgaben der nächsten sechs Monate sollten daher auf einem gut verzinsten Tagesgeldkonto liegen. Auch das Geld für eine größere Anschaffung kann dort angespart werden. Wer angesichts der Finanzkrise Risiken reduzieren will, verteilt das Geld auf zwei oder drei Banken.

Und die eigengenutzte Immobilie? Geschmackssache, finden die Vermögensverwalter. Familien, die ja in aller Regel auf eine Finanzierung angewiesen sind, sollten sich um möglichst rasche Tilgung bemühen – getreu dem Motto: Die sicherste Rendite besteht im Abbau der Schulden. 

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