Geldanlage 05.05.2006, 19:21 Uhr

Viele Stiftungen helfen jungen Ingenieuren  

VDI nachrichten, Mönchengladbach, 5. 5. 06, Fr – Ein Boom, den die Öffentlichkeit kaum wahr nimmt, rollt zurzeit durchs Land. Immer mehr vermögende Personen investieren viel Geld in Stiftungen. Sie unterstützen z. B. die Ausbildung von Ingenieuren und Naturwissenschaftlern oder sie setzen sich für die Erforschung seltener Krankheiten ein.

Was ich bei meiner Firma verdient und nicht zum eigenen Lebensunterhalt benötigt habe, soll durch den von mir nachstehend angeordneten Stiftungsfonds als Zeichen meiner Dankbarkeit wieder zum Wohl des technischen Nachwuchses verwendet werden.“ Mit diesem Testament machte sich der ehemalige Krupp-Direktor Erich Müller vor 43 Jahren zum Pionier. Der unverheiratet und kinderlos gebliebene Ingenieur gründete nämlich die allererste Stiftung des Stifterverbandes der Deutschen Wissenschaft. Heute beträgt das Vermögen der Professor Dr.-Ing. Erich Müller Stiftung 1,4 Mio. €. 350 besonders begabte Studierende aus den Ingenieur- und verwandten Naturwissenschaften wurden bisher gefördert.

Was Müller Anfang der sechziger Jahre tat, blieb kein Einzelfall. Bis heute ist nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, der Dachorganisation aller Stiftungen der Bundesrepublik, die Zahl der bürgerlichen Stiftungen auf 13 490 gestiegen und nimmt weiter zu. 2005 stieg ihre Zahl mit 880 neuen Stiftungen gegenüber dem Vorjahr um 3 %. „Das bürgerschaftliche Engagement in Deutschland wächst“, jubelte Hans Fleisch, Geschäftsführer des Bundesverbandes anlässlich der Bekanntgabe der Zahlen.

Das aktuell stiftungsfreudigste Land in Deutschland ist Nordrhein-Westfalen, dann folgen Bayern und Baden-Württemberg. Den Grund für den Stiftungsboom nennt Andreas Schlüter, Generalsekretär des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft: „Stiftungen sind ein doppelter Gewinn.“ Zum einen nutzen sie den Stiftern selbst, die mit dem Rechtsgebilde einer Stiftung die Sicherheit bekommen, dass ihr Geld auch nach ihrem Tod zu dem von ihnen ausgewählten Zweck verwendet wird und zum anderen nutzen sie den von ihnen bedachten Stiftungsempfängern: Stipendiaten erhalten Forschungsgelder, Schüler und Studenten bekommen durch die Stiftungsgelder eine Ausbildung, die sie sich sonst vielleicht nicht leisten könnten.

Und gerade für angehende Ingenieure und Naturwissenschaftler haben die Stiftungen eine Menge zu bieten. Ein Beispiel ist die erst 2003 mit 2,5 Mio. € Stiftungskapital gegründete Degussa-Stiftung, die einerseits Kunst und Kultur und andererseits durch Stipendien und Projektförderung auch Studierende und Doktoranden aus naturwissenschaftlichen Studiengängen fördert.

Um eine Stiftung zu errichten, sind einige Formalien nötig. Das wichtigste ist die Erklärung des Stifters, dass und zu welchem Zweck er eine Stiftung errichten möchte und dass er sich verpflichtet, seine Stiftung dazu mit einem Stiftungsvermögen auszustatten. Schließlich ist noch die Genehmigung durch die Aufsichtsbehörde notwendig. Für Klaus Dyckerhoff, einem Mitglied der Wiesbadener Bau-Dynastie, war klar, warum er und seine Ehefrau Edith eine Stiftung planten: „Wir wollten junge Wissenschaftler fördern“, erläuterte er vor kurzem beim ersten nordrhein-westfälischen Stiftergespräch in Düsseldorf, zu dem die Degussa-Stiftung und der Stifterverband eingeladen hatten.

Wie bei der Dyckerhoff-Stiftung errichten mittlerweile die meisten Stifter ihre Stiftung noch zu Lebzeiten, während früher Stiftungen erst nach dem Tod eines Stifters geschaffen wurden. „Heutige Stifter wollen dagegen zu ihren Lebzeiten Akzente setzen“, erläutert Generalsekretär Schlüter. Der Grund, warum Stifter ihr Geld in Stiftungen anlegen, anstatt kurzfristig einfach nur für eine Sache zu spenden, was viel weniger Formaufwand bedeuten würde, liegt auf der Hand. Stiftungen sind im Gegensatz zu Spenden nachhaltig. „Der Stifter kann sicher sein, dass der Zweck, der ihm zu Lebzeiten am Herzen lag, auch nach seinem Tode weitergefördert wird“, sagt Beraterin Manteuffel. Sind die Zwecke der Stiftung einmal als gemeinnützig anerkannt, werden sie vom Staat begünstigt, indem er den Stiftern im Rahmen ihrer Steuererklärung einen Sonderausgabenabzug gewährt.

Der Grund für die Steuerbegünstigung gemeinnütziger Stiftungen ist, dass Stiftungen mit ihrer gemeinnützigen Tätigkeit für den Staat in gewisser Weise entlastend wirken. Und – wie im Falle der Frauke-Weiskamp+Christel-Ruranski-Stiftung – ein Herzensanliegen des Stifters erfüllen: Frauke, so hieß die Tochter des einen Stifters, erkrankte plötzlich an einer bis dahin kaum erforschten Krebsart und obwohl die Tochter sofort behandelt wurde, erlag sie Anfang 1987 dem Krebsleiden. Um anderen dasselbe Schicksal zu ersparen, gründeten die Eltern zusammen mit den Angehörigen einer ebenfalls betroffenen Kranken eine Stiftung, deren Ziel die Erkrankte, Christel Ruranski, kurz vor ihrem Tod so beschrieb: „Wenn mir nicht geholfen werden konnte, so ist dies durch eine intensivere Forschung vielleicht bei anderen möglich“. EVA ENGELKEN

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  • Eva Engelken

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