Immobilien 22.03.2013, 21:00 Uhr

Vermieter entdecken erst langsam den Wert von altersgerechten Wohnungen

Nicht nur Eigentümer sind gut beraten, wenn sie sich frühzeitig um die barrierefreie Gestaltung ihrer Wohnungen kümmern. Auch Mieter, die schon viele Jahre in ihren vier Wänden leben, sollten sich mit dem Thema befassen. Wichtig dabei ist: Fast jede bauliche Veränderung bedarf der Zustimmung des Vermieters.

Noch sind barrierefreie Wohnungen rar in Deutschland. Doch immer mehr Wohnungsbauer investieren mittlerweile in altersgerechte Wohnungen.

Noch sind barrierefreie Wohnungen rar in Deutschland. Doch immer mehr Wohnungsbauer investieren mittlerweile in altersgerechte Wohnungen.

Foto: dpa

Barrierefreie Mietwohnungen sind noch rar in Deutschland. Experten schätzen, dass erst etwas mehr als 1 % des Wohnungsbestandes in Deutschland den Anforderungen an barrierefreies Wohnen entspricht. Doch es tut sich was. „Immer mehr Wohnungsbauunternehmen investieren auch in altersgerechte Lösungen, wenn sie ihren Bestand modernisieren“, sagt die Sprecherin des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen GdW, Katharina Burkardt.

Die GdW-Sprecherin rät Menschen, die Wert auf eine barrierefreie Ausstattung der Wohnung legen, sich bei ihren Vermietern nach dem bestehenden Angebot zu erkundigen und mit ihnen über mögliche Lösungen zu reden. Auch Torsten Weidemann, Referent für Wohnungswesen und Stadtentwicklung bei Haus & Grund, einer Interessenvertretung privater Wohnungsanbieter in Deutschland, rät zum Gespräch mit den Vermietern. Noch seien viele private Wohnungsanbieter eher zurückhaltend bei der Investition in barrierefreie Modernisierungen, „aber wenn sie merken, dass da eine Nachfrage besteht, reagieren sie oft sehr positiv“, so der Experte.

Der Verband versuche schon seit einiger Zeit, die Mitglieder für das Thema „Barrierefreiheit“ zu interessieren, die Resonanz sei jedoch eher verhalten. „Die psychologische Hemmschwelle ist doch noch recht hoch“, hat Weidemann festgestellt. Viele würden einschlägige Umbauten mit Krankheit und Siechtum assoziieren. Da herrsche dann vielfach die Meinung vor: Probleme werden gelöst, wenn sie anstehen.

Einfacher sei es, die Vermieter für das Thema unter dem Blickwinkel des Komfortgewinns zu motivieren. „Dann sehen sie die barrierefreie Modernisierung eher als Aufwertung ihrer Immobilie“, so Weidemanns Beobachtung.

Mieter müssen aber nicht warten, bis die Vermieter aktiv werden. Sie können theoretisch auch selbst in den altersgerechten Umbau ihrer Mietwohnung investieren. Sie müssen das aber mit dem Vermieter absprechen. Seit 2001 ist der Vermieter verpflichtet, baulichen Veränderungen zuzustimmen, wenn sie für eine behindertengerechte Nutzung der Wohnung erforderlich sind. Mieter dürfen also auch die Türen verbreitern, damit Gehilfe und Rollstuhl hindurchpassen, Haltegriffe im Bad anbringen oder eine ebenerdige Dusche einbauen.

Auch der Zugang zur Wohnung kann behindertengerecht umgebaut werden: etwa durch einen Treppenlift, wenn dadurch die vertragsgemäße Nutzung der anderen Mietparteien nicht gestört wird. Für alle diese Maßnahmen gibt es die gleiche finanzielle Unterstützung, von der auch Eigentümer profitieren können. So fördert etwa die KfW die Investition in eine barrierefreie Wohnung mit zinsgünstigen Darlehen (siehe Kasten oben).

„Dennoch kommt der altersgerechte Umbau der Wohnung nur für die wenigsten Mieter in Betracht“, zeigt sich Ulrich Ropertz, Geschäftsführer des Deutschen Mieterbunds skeptisch. Zum einen sei die Investition in eine Barrierefreiheit der Wohnung recht teuer. Eine Modernisierung beispielsweise des Bads kostet schnell über 10 000 €, so Ropertz. Zum anderen könne der Vermieter beim Auszug den Rückbau der Maßnahmen fordern und als Sicherheit eine zusätzliche Kaution verlangen. „Für den selbst initiierten Umbau entscheiden sich daher vor allem Menschen, die durch eine plötzliche Erkrankung eine behindertengerechte Wohnung benötigen“, so Ropertz. Denn dann werde der Umbau zusätzlich von Krankenkassen oder der Pflegeversicherung finanziell unterstützt.

„Zwar gibt es auch verständnisvolle Vermieter, die in einer Modernisierung mit Blick aufs Alter auch für sich Vorteile sehen“, räumt der Mieterbund-Geschäftsführer ein. Wenn dies der Fall sei, sollten Mieter mit diesen unbedingt über eine Gegenleistung für die Investition verhandeln. Denkbar ist etwa ein zugesichertes Wohnrecht oder eine Vereinbarung, dass sämtliche Einbauten oder Einrichtungen bei Auszug gegen eine angemessene Entschädigung übernommen werden, rät Ropertz. „Da reicht es, wenn entsprechende Vereinbarungen im Mietvertrag festgehalten sind“, so der Mietexperte.   HANS SCHÜRMANN

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