Börsenspiel 01.06.2012, 11:00 Uhr

VDI-Ingenieurfonds: So investieren die Top-Spieler

Glück oder gründliche Analyse – welche Anlagestrategie führt in der laufenden dritten Spielrunde unseres Börsenspiels zum Erfolg? Wir haben die führenden Mitspieler des virtuellen Ingenieurfonds gefragt, nach welchen Kriterien sie ihre Aktien auswählen – und teils überraschende Antworten erhalten.

Das kann sich sehen lassen: Über 20 % Wertzuwachs haben sich die führenden Teilnehmer unseres virtuellen Ingenieurfonds seit Jahresbeginn erarbeitet. Wobei der Begriff „erarbeitet“ ein wenig gedehnt werden muss: Während sich einige Leser sehr intensiv mit den 110 Aktien aus den Indizes Dax, MDax und TecDax beschäftigt haben, vertraut ausgerechnet der bisherige Spitzenreiter auf den Fondsmanager „Zufall“.

Thorsten Heckmann, der in der vergangenen Woche die Wertung anführte, kommentiert sein Ergebnis selbst mit „Glück gehabt“. Denn eine Anlagestrategie habe er gar nicht. „Ich habe mir Aktien herausgesucht, die mir gefallen haben“, berichtet der Ingenieur. „Außerdem habe ich mir vorgenommen, die Aktien solange zu behalten wie es geht. Dadurch, dass ich vergessen habe, die Aktien im Depot zu verlängern, kam es ab und an zu Veränderungen.“

Die zehn beliebtesten Aktien werden für den Ingenierufonds gekauft

Die Teilnehmer unseres Spiels können täglich beliebig viele Aktien positiv oder negativ bewerten. Die Wertung bleibt längstens 28 Kalendertage gültig, wenn nicht vorher erneut abgestimmt wird. Jeden Tag werden die zehn beliebtesten Aktien gleich gewichtet in den virtuellen Ingenieurfonds „gekauft“.

Jedem Mitspieler wird zusätzlich ein individuelles Depot eingerichtet, dem seine Kaufempfehlungen zugeordnet werden. Das persönliche Portfolio muss zu jedem Zeitpunkt mindestens fünf Positionen enthalten. Werden weniger als fünf Positivstimmen abgegeben, wird das Portfolio anteilig mit dem Ingenieurfonds aufgefüllt. Gleiches gilt bei späterer Teilnahme oder einer Zwischenpause: Hier wird für die Teilnehmer während der Inaktivität die Rendite des Ingenieurfonds hinterlegt.

Der beste Ingenierufonds-Spekulant gewinnt ein MacBook

Wer in der laufenden dritten Runde die beste Wertentwicklung in seinem persönlichen Portfolio schafft, wird mit einem MacBook belohnt. Aktuell liegt das von allen Teilnehmern gemeinsam bestückte Fondsportfolio übrigens mit knapp 4,7 % im Minus, während der Vergleichsindex HDax seit Anfang Januar über 5 % zulegen konnte.

Im Schnitt liegt ein Drittel der knapp über 1000 Spielteilnehmer besser als der virtuelle Ingenieurfonds. Das heißt: Wer gewinnen will, muss aktiv werden. Bei der Titelauswahl kann man auf sein Glück setzen – wie Thorsten Heckmann. Oder strategisch vorgehen, wie die VDI nachrichten-Leser Christian Barthel und Rainer Engels, die derzeit die Plätze zwei und drei belegen.

Für Christian Barthel ist es die erste Teilnahme an einem Börsenspiel. „Mich hat interessiert, ob das System der kollektiven Intelligenz auch bei der Geldanlage funktioniert“, erklärt der 38-Jährige. Zusätzlich hat den BMW-Ingenieur die Gewinnmöglichkeit gereizt.

Seine Aktien für den virtuellen Ingenieurfonds hat er in einer Mischung von Branchenanalyse und Ausschlussverfahren ausgesucht. „Ich habe den Markt schon zu Jahresbeginn sehr volatil eingeschätzt. Und über die berufliche Lektüre habe ich Anzeichen gesehen, dass die Stahlindustrie und die verbundenen Sektoren 2012 möglicherweise stärker unter Druck geraten werden.“ Also ließ Barthel ThyssenKrupp oder Klöckner links liegen.

Teilnehmer Barthels setzt im Sportjahr auf Konsumwerte wie Adidas

Dafür stehen bei ihm Konsumwerte – wörtlich zu nehmen – hoch im Kurs. „2012 ist mit den Olympischen Spielen und der Fußball-EM ein großes Sportjahr“, meint Christian Barthel. Davon sollten Sportartikler profitieren, so seine Schlussfolgerung. Puma oder Adidas? „Da habe ich mich letztlich nach Sympathie und Unternehmensgröße für Adidas entschieden.“ Die haben seiner Meinung nach auch das innovativere Sortiment und die bessere Position auf dem Weltmarkt. Im Konsumsektor hat sich der Ingenieur für Gerry Weber und Hugo Boss erwärmt. Beide seien in einem Preissegment vertreten, dass nicht sehr von der Konjunktur beeinflusst werde. Dazu noch drei weitere Titel: BASF wegen der breiten Aufstellung und hohen Dividendenrendite, Merck, weil deren Produkte den Wellnesstrend bedienten und Pfeiffer Vakuum, weil deren Technologie führend sei und in vielen Zukunftsbranchen benötigt werde – fertig ist die Erfolgsmischung.

Im echten Leben investiert Christian Barthel noch defensiver, überwiegend in Fonds und nur ganz vereinzelt direkt in einzelne Aktien „Für die gezielte Aktienanlage habe ich nicht genügend Zeit.“

Die hat sich Leser Rainer Engels für die dritte Spielrunde fest eingeplant. „Ich habe schon im vergangenen Sommer teilgenommen und durch den Gewinn von 100 % mit der Aktie Q-Cells vermutlich geführt.“ Doch dann ließ der Ingenieur das Depot laufen, die Performance ließ nach.

Ingenierufonds als Versuchslabor für Experten-Ratschläge

Zu Weihnachten bekam er den Buch-Klassiker „Intelligent investieren“ von Benjamin Graham geschenkt, der als Lehrmeister der lebenden Investment-Legende Warren Buffet gilt. Nun will er erproben, ob die Thesen des Buches funktionieren. „Im Januar und Februar habe ich mir jeden Abend ein bis zwei Stunden genommen, um die Tagesgewinner und –verlierer zu studieren. Ich wollte wissen, was die Unternehmen machen, welche Nachrichten die Kurse bewegt hatten.“

Auch bei Engels gehörte die Merck-Aktie immer wieder zum Portfolio. Gigaset, Drillisch, Software AG – die weiteren Favoriten des Wermelskircheners scheinen mit seiner beruflichen Tätigkeit zu korrespondieren: Engels entwickelt Software für den Maschinenbauer Klingelnberg. Privat befasst sich der 48-Jährige schon seit 1987 mit der Aktienanlage. Von Fonds hält er wenig: „Die müssen investieren, wenn die Anleger ihnen Geld geben und verkaufen, wenn Fondsanteile zurückgegeben werden. Das sind häufig dann nicht die besten Ein- bzw. Ausstiegszeitpunkte.“

Zwei Verbesserungsvorschläge hat Rainer Engels für den virtuellen Ingenieurfonds: „Die Transaktionsgebühren sollten berücksichtigt werden, denn die mindern im wahren Leben ja auch die Wertentwicklung. Und ich würde gern sehen können, auf welchem Platz mein Depot gerade steht.“

Die zweite Anregung haben wir gleich aufgegriffen. Ab sofort veröffentlichen wir auf der Webseite des Börsenspiels die Rangliste der zehn führenden Mitspieler des Ingenieurfonds. MARTIN VOLMER

www.vdi-nachrichten.com/ingenieurfonds

Ein Beitrag von:

  • Martin Volmer

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