Geldanlage 30.07.2010, 19:48 Uhr

Tagesgeld: Konkurrenz sorgt für steigende Zinsen

Monatelang kannten die Zinsen von Tagesgeldkonten nur eine Richtung – abwärts. Mit dem Markteintritt eines neuen Anbieters ist jedoch Bewegung in den Markt für täglich verfügbare Einlagen gekommen.

Auf diesen Schritt haben sicherlich viele Sparer gewartet. Seit Anfang Juli verzinst die neu gegründete Onlinebank GE Capital Direkt ihr Tagesgeldkonto mit jährlich 2,25 % – so viel wie derzeit kein anderes Institut. Die Folge: Nachdem das Gros der Anbieter ihre Zinsen in den letzten Monaten eher gesenkt als erhöht hat, scheint der Markteintritt von GE Capital Direkt die lang ersehnte Trendwende eingeläutet zu haben. Um keine Kunden zu verlieren, haben einige Mitbewerber bereits reagiert und ihre Offerten angehoben.

So bietet die Volkswagen Bank direct seit dem 15. Juli für die kommenden fünf Monate einen garantierten Zinssatz in Höhe von 2,0 %. Der Haken: Das Angebot richtet sich nur an Neukunden und ist lediglich für Beträge von bis zu 20 000 € gültig. Sparer, die eine höhere Summe anlegen, erhalten nur einen Zinssatz von 1,35 %.

Nach ähnlichem Muster ist das Angebot von Comdirect gestrickt. Dort werden die Einlagen lediglich bis zu einer Summe von 5 000 € mit 2,1 % verzinst. Wer mehr anlegt, wird mit einem Zinssatz von 1,0 % abgespeist. Ab einer Einlagensumme von über 50 000 € kassieren Anleger sogar nur noch einen jährlichen Zins von 0,5 %

Das Angebot von GE Capital ist an keine zusätzlichen Bedingungen geknüpft. Es fallen keinerlei Kosten an – und eine Begrenzung der Einlagensumme besteht ebenfalls nicht. „Das neue Tagesgeldkonto ist ein äußerst attraktives Angebot“, meint auch Max Herbst, Chef des Frankfurter Finanzdienstleisters FMH. Problematisch sei jedoch, dass der Zinssatz von 2,25 % jederzeit gesenkt werden könne. Denn einen Zeitraum, für den dieser Zinssatz garantiert ist, umfasst das Angebot nicht.

Dass die Zinsen bald gesenkt werden, ist laut Herbst indes unwahrscheinlich: „Ich gehe davon aus, dass GE Capital Direkt sich dauerhaft auf dem deutschen Markt etablieren möchte – und rechne daher nicht damit, dass das aktuelle Zinsniveau bereits in ein oder zwei Monaten nach unten korrigiert wird“.

Die 2,25 % kommen auch bei Sparern gut an. Unternehmensangaben zufolge wurde die angestrebte Kundenzahl zum Start von GE Capital Direkt übertroffen. Und: „Wir erwarten eine fünfstellige Kundenzahl bis Ende des Jahres“, so Joachim Secker, Chef von GE Capital Germany.

Ob dieses Ziel erreicht wird, bleibt jedoch abzuwarten. Grund: „Sobald die etablierten Tagesgeldanbieter nicht mehr ausreichend neue Kunden gewinnen können, werden sie wohl die Zinsen erneut anheben“, erwartet Experte Herbst.

Seine Vermutung kommt nicht von ungefähr, denn der Markt für Tagesgeldkonten ist hart umkämpft. Zwar verdienen die Topanbieter vor allem in der aktuellen Niedrigzinsphase in der Regel kein Geld mit ihren Tagesgeldangeboten. Allerdings gelingt es den Finanzinstituten häufig, ihren Tagesgeldkunden in der Folge andere Produkte zu verkaufen, mit denen sich dann hübsche Renditen erzielen lassen. „Tagesgeldkonten mit Zinsen jenseits der 2 %-Marke sind reine Marketinginstrumente“, so Herbst.

Dass GE Capital den hart umkämpften Markt für Tagesgeldkonten betreten hat, begründet Joachim Secker damit, dass „die Einlagen eine verlässliche Refinanzierungsmöglichkeit und zusätzlichen Schutz für das B2B-Geschäft von GE Capital bieten“. Die Kundengelder sollen vor allem in die Bereiche Leasing und Factoring von GE Capital Germany fließen.

Welches Tagesgeldangebot das beste ist, muss jeder Anleger für sich selber entscheiden. Dass ein Tagesgeldkonto jedoch ein sinnvolles Anlageinstrument ist, steht außer Frage. Denn anders als bei einem Sparbuch, von dem Anleger in der Regel nur bis zu 2 000 € pro Monat abheben können, haben Anleger mit einem Tagesgeldkonto jederzeit Zugriff auf ihre gesamten Einlagen.

Hinzu kommt, dass Kunden mit einem Sparbuch einen deutlich niedrigen Zinssatz erhalten. Zwar mögen sich für viele Sparer auch 2 % nicht besonders üppig anhören. Aufgrund der aktuell niedrigen Inflationsrate von 0,9 %, fahren Anleger unterm Strich jedoch eine durchaus attraktive Realrendite ein.

Einen noch höheren Ertrag erzielen Anleger mit einem Festgeldkonto. So liegt der durchschnittliche Zinssatz von Festgeldeinlagen mit einer Laufzeit von zwölf Monaten bei 1,3 %, während täglich verfügbare Einlagen bei einer Anlagensumme von 5000 € im Schnitt mit 1,08 % verzinst werden.

Besonders großzügig ist die Bigbank aus Estland. Dort kassieren Anleger mit einem Festgeldkonto für die kommenden zwölf Monate einen Zinssatz von bis zu 2,9 %. Doch Vorsicht: Bigbank ist nicht Mitglied im Einlagensicherfonds des Bundesverbandes deutscher Banken. Daher sind die Einlagen lediglich bis zu einer Höhe von 50 000 € pro Person gesichert. F. VON DEN DRIESCH

  • Franz Von Den Driesch

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