Mittelstandsfinanzierung 02.09.2011, 12:07 Uhr

Start-ups wie Smava und Debitos leisten Finanzhilfe

So mancher erfolgreiche Mittelständler engagiert sich für Start-ups und gewährt ihnen finanzielle Starthilfe. Zuweilen drehen Gründer den Spieß um. Als Dienstleister vermitteln die Jungunternehmer etablierten Betrieben Kredite oder machen ihre offenen Rechnungen zu barem Geld.

Neue Aufträge sind da. Doch die letzten Kunden lassen sich Zeit beim Begleichen ihrer Rechnungen. Zwar reichen die Rücklagen noch für die laufenden Kosten. Doch um Material vorzufinanzieren, muss Geld her.

Ein typischer Liquiditätsengpass, der kleinen und mittleren Betrieben auch bei guter Auftragslage passieren kann. Was tun? Der erste Weg ging in solchen Situationen bisher zur Bank. Doch mittlerweile lösen immer mehr Mittelständler solche Probleme online. Dort versprechen Kredit- oder Factoring-Marktplätze wie Smava.de oder Debitos.de einen schnelleren und unkomplizierteren Zugang zu Geld.

Bei Smava.de geht jeder zweite Kredit an Kleinunternehmenr und Mittelständler

Gerade bei der Kreditbörse Smava geht inzwischen fast jeder zweite Kredit an Gewerbetreibende. Handwerker, Händler, Zahntechniker oder Architekten fragen hier nach Geld, um Umzüge, Geschäftserweiterungen oder Materialien und Projekte zu finanzieren. Dafür müssen sie ihre letzten Bilanzen und aktuelle Geschäftsdaten vorlegen, anhand derer die Macher von Smava ein kurzes Finanzprofil samt Schufa-Bonitätsauskunft und Kapitaldienstfähigkeit erstellen. Für Besucher der Webseite wird so auf einen Blick klar, welches Risiko ein Kredit an den betreffenden Interessenten mit sich bringt.

Smava verschafft Mittelständlern so Zugang zu privaten Sparkonten. Die Geldgeber können mit Summen ab 250 € in vorgestellte Projekte einsteigen. Maximal dürfen sie 100 000 € auf der Plattform anlegen. Obergrenze für Kreditgesuche sind 50 000 €. Damit ist das Portal für professionelle Investoren uninteressant. Dagegen erzielen die privaten Anleger hier bei begrenztem Risiko durchschnittlich 5 % Rendite, also weit mehr, als derzeit mit Sparverträgen zu erreichen ist.

Seit Gründung im Jahr 2007 hat das Berliner Start-up 6000 Kredite mit fast 50 Mio. € Gesamtvolumen vermittelt. Gut 22 Mio. € davon letztes Jahr. Rund 45 % davon gingen an Gewerbetreibende.

Verbraucherschützer loben das Smava-Modell

Wie viele Zinsen sie zahlen, hängt wie bei Banken von ihrer Bonität ab. Allerdings können die Kreditsuchenden einen Zinssatz vorschlagen und diesen dann gemäß der Nachfrage jederzeit nachjustieren. Kommt die angefragte Summe zusammen, bekommt der Kreditnehmer das Geld auf einen Schlag von Smava, das es bei den Kreditgebern abbucht. Für die Vermittlung behalten die Gründer 2,5 % oder 3 % der Kreditsumme als Gebühr ein – den geringeren Satz bei 36 Monaten Laufzeit, den höheren bei 60 Monaten. Anleger bezahlen 1,35 % ihres Anteils. Zudem erhebt die Plattform Gebühren für Online-Kontoauszüge sowie Mahngebühren bei ausfallenden Raten.

Um das Risiko der privaten Anleger im Zaum zu halten, poolt Smava die Kredite. Fällt in einem solchen Pool ein Kredit aus, bekommen die betroffenen Geldgeber den Verlust aus den Gewinnen der anderen Pool-Kredite erstattet. Die Rendite sinkt dann für alle Kreditgeber im Pool. Verbraucherschützer loben dieses Modell als sicher.

Wie bei Smava.de steckt auch hinter dem Angebot von Debitos.de ein Gründerteam, das etablierten Unternehmen zu mehr Liquidität verhilft. Das 2010 gegründete Start-up hat einen Factoring-Marktplatz im Web eingerichtet also eine Plattform, wo Unternehmen offene Forderungen an Dritte verkaufen können.

Bei Debitos können Mittelstands-Unternehmen offene Rechnungen verkaufen

Zielgruppe von Debitos sind kleine und mittlere Unternehmen. Anstatt sich von Kundschaft mit schlechter Zahlungsmoral in die Liquiditäts-Bredouille bringen zu lassen, treten sie ihre offenen Rechnungen gegen sofortige Bezahlung ab. Als Käufer sind nur Inkasso- oder Factoring-Unternehmen, Rechtsanwälte, Banken oder Fonds zugelassen.

Abhängig vom Ausfallrisiko müssen die Mittelständler dabei natürlich finanzielle Abstriche machen. Um diese zu begrenzen, können sie ihre offene Rechnung mit einem Mindestpreis online stellen – und sie dann meistbietend verkaufen. Dabei beansprucht Debitos.de abhängig vom Status der offenen Forderung 1 % bis 3,5 % der Transaktionssumme als Vermittlungsgebühr. Ist die Forderung gerade erst fällig, ist es billiger. Wenn darüber bereits vor Gericht gestritten wird oder wurde, sind 2,5 % bis 3,5 % fällig.

Anders als beim langfristigen Outsourcing an Factoring-Gesellschaften können die kleinen und mittleren Unternehmen auf der Plattform von Fall zu Fall entscheiden, ob und wie viele Forderungen sie verkaufen. Bis zu 1000 Forderungen lassen sich mit einem Datensatz hochladen. Oder nur eine einzige. Damit scheinen die Berliner einen Nerv getroffen zu haben. Gleich in den ersten vier Wochen haben über 100 Firmenkunden die Beta-Version ihres Marktplatzes geentert. „Das Angebotsspektrum reicht von Mietforderungen über Forderungen aus Beratungsleistungen bis hin zu Forderungen aus Lieferungen im Maschinenbau“, frohlocken die Gründer auf ihrer Webseite. Damit decke es die ganze Vielfalt der mittelständischen Wirtschaft ab.

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