Kreditwirtschaft 15.06.2001, 17:29 Uhr

Slot-Handy und virtuelle Karten für mehr E-Commerc

Euro und E-Commerce argelds und die konsequente Weiterentwicklung des E-Commerce sieht der Kreditkarten-Anbieter Europay als derhoffen sich die Kreditkartenanbieter eine Sonderkonjunktur.

Viele Europäer werden sich in den ersten Wochen des nächsten Jahres wünschen, sie hätten in der Schule besser aufgepasst und das große Einmaleins nicht so schnell wieder vergessen. Ob im Supermarkt oder beim Metzger – wer mit seiner nationalen Währung bezahlt, bekommt Euro zurück. Wer sich das Kopfrechnen sparen will, wird auf sein Plastikgeld zurückgreifen. Darauf spekuliert jedenfalls das Kreditkarten-Unternehmen Europay (Marken: Eurocard-Mastercard, Maestro, Eurocheque und Cirrus) mit Sitz im belgischen Waterloo. „Die Einführung des Euro wird den bargeldlosen Zahlungsverkehr fördern“, glaubt Peter Hoch, Chef von Europay International.

Dabei kann Europay bereits heute mit seiner Geschäftsentwicklung zufrieden sein. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der ausgegebenen Karten um 14,5 %. Mit ähnlichen Wachstumsraten rechnet die Gesellschaft auch für die nächsten Jahre.

Mittelfristig soll der elektronische Handel das Wachstum weiter treiben. „Die konsequente Weiterentwicklung des E-Commerce ist für uns eine Kernaufgabe“, sagt Sören Sasse, Manager bei Europay, der sich mit technischen Fragen des bargeldlosen Zahlungsverkehrs beschäftigt. Immerhin nutzen bereits heute 80 % aller europäischen Einkäufer, die online bezahlen, ihre Kreditkarte.

Wichtigste strategische Herausforderung für die nächsten Jahre sei, das Vertrauen der Karteninhaber in das Internet zu stärken. Die Bezahlung per Kreditkarte im Internet sei heute kein Problem mehr und zudem äußerst sicher. „Natürlich bleibt immer ein gewisses Risiko bestehen, genau wie in der realen Welt“, räumt Sasse ein. Absolute Sicherheit gebe es ohnehin nicht. Vielmehr scheitere der Einsatz der Karte im Internet in Deutschland an psychologischen Hürden der Nutzer.

Um diese zu senken, hat Europay eine „virtuelle Karte“ eingeführt, die der Kunde ausschließlich für Zahlungen im Internet verwendet. Statt die Nummer von der Plastikkarte anzugeben, bezahlt er mit einer zusätzlichen Nummer. Die virtuelle Karte kann mit niedrigeren Kreditlimits ausgestattet werden und besitzt eingeschränkte Funktionen. So bleibt bei im Falle des Missbrauchs der Schaden begrenzt.

Der Übergang zum M-Commerce ist fließend. Hier zeichnet sich eine Lösung mit Chipkarten, digitaler Unterschrift und telefonischem Rückruf ab: Die Karten sind an Server der Bank gebunden. Per automatischem, telefonischem Rückruf durch die Bank gibt der Karteninhaber die Zahlung frei.

In Frankreich existiert dieses Modell bereits. Rund 400 000 Handys im Nachbarland verfügen über einen Slot, in den die Kreditkarte geschoben werden kann. Immerhin 2000 Transaktionen pro Tag registriert Europay. Aber: „In den meisten Fällen nutzen die Handybesitzer die Funktion nur zum Aufladen ihres Prepaid-Kontos bei ihrem Telefonanbieter“, erklärt Sasse.

Entsprechend zurückhaltend äußert sich der Manager zum Potenzial von M-Commerce. An Spekulationen über mögliche Killer-Applikationen mag Sasse sich nicht beteiligen. „Handy ist hip. Aber es ist und bleibt nur ein Medium unter vielen.“ Dennoch plant Europay ein eigenes Entwicklungszentrum für M-Commerce und Chipkarten. Darin sollen künftig Systemtests durchgeführt und Standards entwickelt werden.

Denn für die Einführung flächendeckender Systeme stellen fehlende technische Standards immer noch die größte Hürde dar. Genau wie Europay arbeitet auch der amerikanische Konkurrent Visa an einer eigenen Lösung, die er Banken und Verbrauchern anbietet. Neben der Konkurrenz aus der eigenen Branche haben zudem Mobilfunkbetreiber eigene Modelle für den elektronischen Zahlungsverkehr entwickelt. Die Palette reicht von der Bezahlung über die Telefonrechnung bis zur Gründung einer eigenen Bank, nach dem Vorbild von Mobilcom-Chef Gerhard Schmid.

Statt sich an einen Tisch zu setzen, sorgen die Anbieter mit ihren verschiedenen Systemen bei den Verbrauchern für Verwirrung. Zwar sind sich die meisten Verfahren technisch sehr ähnlich, solange sie jedoch nicht voll kompatibel sind und unter einem gemeinsamen Namen vermarktet werden, kann sich der digitale Zahlungsverkehr im Internet und über Handy nur langsam durchsetzen.

THOMAS SCHNEIDEWIND/mav

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