Schiffsfonds 10.07.2009, 19:42 Uhr

Schnäppchenjagd auf See  

Wegen der Wirtschaftskrise bleiben bestellte Schiffe auf den Werften liegen, fertige Schiffe verlieren ihre Charter. Neue Schiffsfonds, wie der HCI Shipping Opportunity, blasen zur Schnäppchenjagd. VDI nachrichten, Hamburg, 10. 7. 09, elb

Der Boom schien nicht enden zu wollen. Mit der Globalisierung blühte der Seehandel. Goldene Zeiten für Reeder, Werften, Schiffsfinanzierer und die Anleger von Schiffsfonds. Teils wurden ihre gebrauchten Schiffe schon nach wenigen Jahren zu Kursen weit über dem Anschaffungspreis verkauft.

„20 Jahre lang ist der Container-Umschlag im Verhältnis zum globalen Bruttosozialprodukt 2,8 Mal so stark gewachsen“, erklärt Burkhard Lemper vom Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik an der Hochschule Bremen. „Dieser Faktor wird bis 2020 nur noch bei 2 liegen.“

So, wie der Seehandel überproportional davon profitiere, wenn die Wirtschaft wächst, leide er auch besonders stark unter der aktuellen Wirtschaftskrise.

Sinkender Container-Umschlag plus zusätzliche Ladekapazität – das setzt natürlich Charterraten und Schiffspreise unter Druck. Die Emittenten von Schiffsfonds haben das schon zu spüren bekommen. Konnten sie 2008 laut dem Verband Geschlossene Fonds 2,5 Mrd. € von Anlegern einwerben, platzierten sie von Januar bis März 2009 nur noch 95,5 Mio. €.

Doch Not macht erfinderisch. Schnäppchenfonds, zu gut englisch: Blind Pool- oder Opportunity-Fonds. Die Emittenten hoffen, stillgelegte Schiffe oder Schiffe, die bei den Werften vom Besteller nicht abgenommen werden, günstig erwerben zu können. Wenn dann, wie allgemein erwartet, die Weltkonjunktur 2011 wieder anspringt, lassen sich die Schiffe gewinnbringend veräußern.

Der Großteil der aktuell angebotenen Schiffsbeteiligungen verfolgt diese Strategie. Das Kalkül ist nachvollziehbar. Doch die Tücken liegen in den Details. Zum einen ist nicht abschätzbar, wie viele Neubau-Aufträge an die Werften noch storniert oder verschoben werden. Zum anderen ist nicht prognostizierbar, wie viel Tonnage in den kommenden Monaten abgewrackt wird.

Vor allem aber ist es nicht damit getan, Schiffe zu erwerben und in einigen Jahren wieder zu verkaufen. Denn wenn Schiffe nicht fahren, sondern aufliegen, kosten sie dennoch Geld – für die Instandhaltung ebenso wie für die spätere Wiederinbetriebnahme.

Also muss Beschäftigung für die Schnäppchen-Schiffe her. Dafür sieht man beim Fondshaus HCI Capital die besten Voraussetzungen im eigenen Haus. „Wir haben starke Partner, wie den Reeder Peter Döhle an Bord, die mit dafür sorgen“, meint Karsten Liebing, Geschäftsführer der HCI Hammonia Shipping AG, die den Fonds managen soll.

Die Prospektgenehmigung vorausgesetzt, können bei dem Schnäppchenfonds auch private Anleger an Bord gehen. Sie sollten sich aber der sehr hohen Risiken bewusst sind. Ein wesentliches Risiko liegt darin, dass die Schiffe womöglich zu teuer eingekauft werden. Denn neben HCI sind derzeit allein in Deutschland sechs weitere Schnäppchenjäger im Schiffsfondsmantel unterwegs. Das zweite große Risiko besteht darin, dass die Krise länger dauern könnte als erwartet. Wenn dann die Fondsschiffe nicht beschäftigt werden, könnten die Kosten aus dem Ruder laufen. Die Mindestbeteiligung beträgt 10 000 € zuzüglich 5 % Agio.

Auf der anderen Seite winken Chancen. Rund 20 % Rendite jährlich peilt die Fondsgesellschaft an. „Dieser Fonds ist damit so etwas wie das Private Equity der Schifffahrt“, meint HCI-Vorstand Oliver Moosmayer. Ob die Anleger schon wieder so risikofreudig sind? Sicher ist sich Moosmayer nicht. Entsprechend hat man sich viel Spielraum gelassen. Der Fonds kann schon bei 20 Mio. €, bei guter Nachfrage aber auch erst bei 150 Mio. € geschlossen werden.

MARTIN VOLMER

Von Martin Volmer
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