Geldanlage 23.04.2010, 19:46 Uhr

Risiko bei Aktienanleihen nicht unterschätzen

Bei Aktienanleihen winken hohe Zinsen und am Ende steht entweder der eingesetzte Betrag oder ein Aktienpaket. Mehr und mehr Anleger springen auf den fahrenden Zug auf und investieren in solche Produkte. Doch die Risiken dieser Anlagevehikel sind nicht zu unterschätzen.

Die Finanzkrise kennt einen klaren Verlierer: Zertifikate-Anbieter. Sie haben es schwer, ihre Geschichten in klingende Münze zu verwandeln. Die Anleger haben den Zusammenbruch der Lehman Brothers noch in zu schlechter Erinnerung. Sie wissen, dass von strukturierten Produkten nichts mehr übrig bleibt, wenn dem Emittenten die Puste ausgeht. Die Branche hat reagiert und reüssiert vor allem mit Garantieprodukten und der Herausgabe von Aktienanleihen.

Aktienanleihen werden gern mit Wandelanleihen verwechselt. Dabei haben beide nur auf den ersten Blick einiges gemein: Sie bieten für eine fest vereinbarte Laufzeit einen festen Zins an.

Doch während Wandelanleihen von den Unternehmen selbst begeben werden, werden Aktienanleihen von einem Bankhaus herausgegeben. Dieses zahlt auch den versprochenen Zins.

Bei Wandelanleihen hat der Anleger bis zum Ende der Laufzeit die Wahl, ob er seine Papiere gegen die entsprechenden Aktien eintauschen will oder nicht (außer, es handelt sich um eine Pflichtwandelanleihe).

Bei Aktienanleihen bestimmt der Emittent, ob er am Ende der Laufzeit Aktien liefert oder den Nennwert ausbezahlt. Das muss nicht immer zum Vorteil des Anlegers geschehen.

Ein Beispiel: Für eine Aktienanleihe auf Papiere der Prime Standard AG bietet die Bond Bank 10 % Zinsen. Der Wandlungspreis liegt bei 100 €. Liegt der Kurs der Aktie am Ende der Laufzeit unter 100 €, wird die Bond Bank die Aktien liefern. Bei Kursen jenseits der 100 € zahlt das Haus seinem Anleger den Einstiegspreis plus Zinsen zurück, bei einer einjährigen Laufzeit also 110 €.

Daraus folgt: Das Engagement bei einer Aktienanleihe lohnt sich nur, wenn der Kurs des abgebildeten Wertpapiers nicht zu stark fällt, aber auch nicht zu stark steigt. Wäre der Kursverlust der Prime Standard AG höher als 10 %, würde der Anleger draufzahlen. Denn auf der Höhe des Zinskupons endet der Risikopuffer.

Die Verlustrisiken sind hoch. Bei fallenden Märkten mit Aktien abgegolten zu werden hat zudem auch wenig Reiz.

Seinen vollen Charme entfalten Aktienanleihen bei längeren Seitwärtsphasen an der Börse. Hier werden die zum Teil immensen Zinsversprechen, die schon mal an der 20-%-Marke kratzen können, voll ausgeschöpft.

Der Erfolg wächst also mit der Lethargie des Aktienkurses. Steigende Volatilität, also Schwankungsanfälligkeit der Märkte, ist nicht das Ding dieses Anlagevehikels.

Das alles zeigt, dass Aktienanleihen nur für gewiefte Anleger geeignet sind, die sowohl Aktien- als auch Anleihemärkte einschätzen können und zusätzlich eine gewisse Affinität zu Terminmärkten haben. Denn Aktienanleihen sind im Grunde nichts anderes als ein Optionsgeschäft – genauer genommen gleichen sie einer Verkaufsoption.

Das Emissionshaus Sal. Oppenheim rät deshalb potenziellen Anlegern, sich nicht nur die dazugehörigen Aktien genau anzuschauen, sondern auch das Verhältnis zwischen dem Kurs und dem Basispreis der Aktienanleihe.

Ein bekannter Wert kann zwar Sicherheit suggerieren, doch können Aktien, die im Rampenlicht stehen, durchaus über das Ziel hinaus schießen. Auch Unternehmen mit hohen Dividendenrenditen schmälern die Lust auf die Zinsversprechen der Aktienanleihe.

Kleinere Unternehmen sind wiederum schwankungsanfällig. Das gilt vor allem für Aktien, die gerade „in Mode“ sind.

Moden wechseln unter Umständen an der Börse schneller als die Rocklängen in Paris. Sal. Oppenheim empfiehlt „Mauerblümchen, die auch im Schatten gedeihen“.

STEFAN WOLFF

Von Stefan Wolff
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