Geldanlage 21.07.2006, 19:22 Uhr

Quant-Fonds: Emotionslos an die Börse  

10 % bis 15 % jährliche Rendite.

Vom Philips-Forschungslabor an den Kapitalmarkt – die Karriere klingt ungewöhnlich. Und sie ist es sicherlich auch. Steffen Hauptmann, Jahrgang 1961, studierte zu DDR-Zeiten IT an der TU Dresden, promovierte mit „summa cum laude“. Als Wissenschaftler im Philips Forschungslabor Aachen leitete Hauptmann verschiedene Projekte in den Bereichen Analyse und Modellierung verteilter Computersysteme und Netzwerktechnologien und begann, sich für die Börse zu interessieren.

„Anfangs konnte ich natürlich nur mit geringen Mitteln investieren und schaute mehr auf die Einzelwerte“, erinnert sich der zurückhaltende Ingenieur. Doch schon bald glaubte Hauptmann im Auf und Ab der Börsen Muster zu erkennen. Ab da beschäftigte sich Steffen Hauptmann intensiver mit den Kapitalmärkten, las viel, recherchierte im Internet und fand im Web ähnlich Interessierte. „Vor allem in den USA. Dort befassen sich viel mehr Leute mit quantitativen Methoden.“

Ein lebhafter Austausch der Erkenntnisse entstand. Im Laufe der Jahre entwickelte Hauptmann eigene Formalisierungen. „Die meisten beruhen auf den Strategien erfolgreicher Investoren“, so der Wissenschaftler. Dabei spielen Namen wie die der Investment-Legenden George Soros oder Warren Buffet keine große Rolle. Vielmehr böten die Strategien der – meist US-amerikanischen – Top-Trader das nötige Futter für die Ableitung neuer Regeln. „Meistens geht es um die Suche nach Ineffizienzen des Kapitalmarktes, z. B. durch Bilanzanalysen. Dabei wird dann etwa sichtbar, ob ein Unternehmen nur zum Buchwert oder noch geringer bewertet wird.“

Über 300 solcher Regeln hat Hauptmann erarbeitet. „Die wichtigste Voraussetzung dafür war, valide Datenbanken aufzubauen. Denn die historischen Kurse der wichtigsten Aktien in den USA und Europa zurückzuverfolgen, ist eine mühevolle Aufgabe“, hat der Kapitalmarktexperte erfahren. Auch dabei war der Austausch von Quellen mit Gleichgesinnten via Internet hilfreich. Heute kann Hauptmann die Kursentwicklung vieler Wertpapiere bis zurück zum Jahr 1900 abbilden.

Zweite wesentliche Voraussetzung für die Bildung des Regelwerks war die gestiegene Rechenleistung der Computer. „Natürlich teste ich jede Regel bis zu zwei Jahre in Simulationen, bevor ich sie mit echtem Geld verwende“, erklärt der Informatiker.

Dabei falle schon eine Reihe von Regelentwürfen durchs Sieb. „Oft erweisen sich vermeintliche Gesetzmäßigkeiten als zufällige Muster“, hat Hauptmann festgestellt. Von den validen Regeln funktionieren viele nur in bestimmten Bösensituationen, andere wiederum verlieren auch dauerhaft ihre Wirkung. „Deswegen wenden wir in der jetzigen Marktphase auch nur ca. 70 Regeln an.“

Seit 1999 setzt Hauptmann die quantitative Investmentstrategie mit eigenem Geld um. 2001 gab er seine Stelle bei Philips auf, lebt seitdem von der Verwaltung des eigenen Vermögens. Warum aber dann jetzt der Fonds? Warum dieses Wissen mit anderen teilen? „Es ist schlicht ein zusätzlicher Verdienst für mich“, erwidert Hauptmann.

Für die Anleger sollen dabei jährlich 10 % bis 15 % herausspringen, als langfristiger Durchschnitt. Im Echtgeldeinsatz brachte das beim Fonds Galiplan Aktien Global eingesetzte Handessystem zwischen September 2001 und Dezember 2005 jährlich 22,63 %.

Investiert wird ausschließlich in Aktien mit hoher Liquidität. Um das Portfolio auch in fallenden Märkten abzusichern, darf der Fonds einen hohen Anteil des verwalteten Vermögens in Index-Futures investieren.

Anfang Mai, zum Zeitpunkt des Gesprächs, lag die Absicherungsquote des Fonds übrigens über 70 %. Das System gehe mittelfristig von einer schwächeren Aktienmarktentwicklung aus, begründete Vermögensverwalter Lenzenhuber. In den Folgewochen korrigierten die Börsen um bis zu 20 %. mav

Der Galiplan Aktien Global (WKN A0F5HG) wurde Ende 2005 aufgelegt. Anleger können den Fonds mit einem Ausgabeaufschlag von 5 % bei Banken und Sparkassen erwerben. Die Managementgebühr beträgt 1,4 % p.a.

 

Ein Beitrag von:

  • Martin Volmer

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