Versicherungen 24.06.2005, 18:39 Uhr

Neue Regeln für Zahnersatz  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 24. 6. 05 – Ab 1. Juli 2005 tritt die nächste Stufe der Gesundheitsreform in Kraft. Damit sinken zwar die Krankenversicherungsbeiträge, aber durch die neue Regelung für Zahnersatz zahlt jeder Versicherte letztendlich doch monatlich 0,45 % mehr an Beitrag. Überlegungen zur privaten Zusatzversicherung machen die Runde.

Wenn es um Zahnersatz, also Brücken, Prothesen und Kronen, geht, müssen Kassenpatienten umdenken. Ab 1. Juli 2005 zahlen alle Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen den vollen Versicherungsbeitrag für Zahnersatz allein. Zurzeit übernimmt der Arbeitgeber noch die Hälfte. Die daraus resultierende Zusatzbelastung beträgt 0,4 % des Bruttoeinkommens. Hinzu kommen weitere 0,5 % für Krankengeld. Auch diese Versicherungsleistung müssen die Versicherten künftig allein bezahlen. Gleichzeitig verpflichtet das Gesetz die Krankenkassen aber auch, ihre Beiträge zum 1. Juli um mindestens 0,9 % zu senken.

Unter dem Strich wird die Krankenversicherung für die Arbeitgeber billiger, für die Versicherten teurer. Sie profitieren von der Beitragssenkung zwar genauso wie die Arbeitgeber (je zu 0,45 %), müssen die Zusatzbelastung von 0,9 % aber allein tragen. Bei einem Beitragssatz von beispielsweise 14 % zahlt das Kassenmitglied künftig nicht mehr 7 %, sondern 7,45 %. Die Beiträge werden von den Kassen über den Arbeitgeber eingezogen. Freiwillige Kassenmitglieder, die ihre Beiträge selbst überweisen, müssen ab 1. Juli auf den erhöhten Beitragssatz achten.

Für ihren Zahnersatz müssen Kassenpatienten gleichzeitig bis zu 75 % mehr bezahlen als bisher. Schon seit 1. Januar gewähren die Kassen für Zahnersatz keine prozentualen Zuschüsse mehr, sondern feste, mit den Zahnärzten ausgehandelte Beträge. Für Patienten, die mit schlichtem Zahnersatz zufrieden sind, ändert sich dadurch wenig. Die Zuzahlung beim Zahnarzt kann sogar geringfügig billiger werden. Erheblich teurer als gewohnt kann es jedoch werden, wenn hochwertiges Material oder Zahnersatz nach neuestem Stand der Technik gewünscht wird. Bislang zahlte die Kasse 50 % bis 65 % der entstehenden Kosten für Zahnersatz – je nachdem, wie regelmäßig der Patient in den Jahren zuvor beim Zahnarzt war. Jetzt gibt es auf den konkreten Befund bezogene Festzuschüsse. So zahlt die Kasse für einen fehlenden Zahn immer denselben Betrag, egal für welches Material sich der Patient entschieden hat. Es spielt auch keine Rolle mehr, welche Art von Zahnersatz gewünscht wird. Kassenpatienten erhalten den Festzuschuss jetzt also auch dann, wenn sie sich ein Implantat einsetzen lassen.

Die neue Regelung kann vor allem deshalb empfindlich teuer werden, weil überdimensionierte Rechnungen jetzt nicht mehr auf Kosten der Kasse gehen. Sie werden zum Risiko des Patienten. Die Mehrkosten für Extras, wie Vollkeramikkronen, können vom Zahnarzt nach der privatärztlichen Gebührenordnung abgerechnet werden. Früher war allerhöchstens ein 2,3facher Gebührensatz möglich, heute kann der Arzt auch das 3,5fache verlangen. Grundlage ist eine so genannte Mehrkostenvereinbarung, die der Arzt vor der Behandlung mit seinem Patienten abschließt. Darin erklärt sich der Patient bereit, die Kosten zu übernehmen, die die Kasse nicht erstattet. Meist sind es aber hohe Laborrechnungen, die die Kosten für Zahnersatz in die Höhe treiben. Wer Geld sparen will, kann seinen Zahnarzt auf ein günstigeres Labor hinweisen. Auskunft über preiswerte Anbieter geben die Krankenkassen. Wenn es um Zahnersatz geht, sind Zahnärzte verpflichtet, ihren Patienten einen Heil- und Kostenplan aufzustellen. Bei Zweifeln an der vorgeschlagenen Behandlung kann sich der Patient einen weiteren Plan von einem anderen Zahnarzt erstellen lassen. Kosten dürfen für die Heil- und Kostenpläne nicht anfallen.

Wer sein Kostenrisiko beim Zahnarzt privat versichern will, muss aufpassen. Die meisten privaten Zahnversicherungen decken lediglich die Regelkosten für einfachen Zahnersatz ab. Für teure Mehrleistungsvereinbarungen muss der Kunde dann trotz privater Zusatzversicherung allein aufkommen. Die Versicherer erstatten je nach Angebot 20 % bis 30 % der Regelkosten bis zu einer Obergrenze. Gesetzliche und private Versicherung decken zusammen höchstens 80 % bis 90 % der Kosten ab. Wer auch hochwertige Leistungen und privatärztliche Rechnungen absichern will, muss darauf achten, dass sein Tarif auch Mehrleistungsvereinbarungen abdeckt. Einige Versicherer, etwa Allianz und Central, haben diese Policen seit Jahresbeginn neu im Programm.

Die Stiftung Warentest hat private Zusatzversicherungen unter die Lupe genommen und vier günstige Angebote mit vergleichsweise umfangreichen Leistungen für Zahnersatz herausgefiltert: Central (Tarif GZE1), Debeka (Tarif AZplus), Inter (Tarif GZE1) und R+V (Tarif ZE30). Die Preise für eine 33-jährige Frau beziehungsweise einen 33-jährigen Mann betragen hierbei rund 12 € im Monat. Deutlich teurer sind die neuen Mehrleistungstarife. Ein 33-jähriger Mann zahlt dafür bei der Central 22 € im Monat, die gleichaltrige Frau 31 €.

Grundsätzlich stehen dem gesetzlich Versicherten jetzt drei Möglichkeiten offen: 1) Er kümmert sich versicherungsmäßig um nichts und bekommt im Falle einer Zahnersatz-Behandlung nur den Festzuschuss von seiner Kasse. Den Rest zahlt er selbst. 2) Er erkundigt sich bei seiner Kasse nach einer Zusatzversicherung. 3) Er schließt auf dem freien Versicherungsmarkt einen Vertrag mit einem Versicherungsanbieter seiner Wahl. Gerade weil das Thema noch neu und mit Unsicherheit behaftet ist, sollten Patienten, sobald sie eine Zusatzversicherung haben und noch bevor die Behandlung beginnt, ihren Heilkostenplan sowohl der gesetzlichen Kasse als auch der Zusatzversicherung vorlegen und ganz konkret fragen, was diese zahlen werden. E. DOLLE-HELMS / elb

Stellenangebote im Bereich Verwaltung

Porsche AG-Firmenlogo
Porsche AG Praktikant (m/w/d) After Sales Gesetze & Umwelt Stuttgart-Weilimdorf
Anton Welling Nachf. Oliver Welling e.K.-Firmenlogo
Anton Welling Nachf. Oliver Welling e.K. Immobilienkauffrau / Kauffrau für Büromanagement / Hotelfachangestellte (m/w/d) Münster
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Die Autobahn GmbH des Bundes Teamleiter/in (w/m/d) im Bereich Straßenausstattung Stuttgart
Borsig GmbH-Firmenlogo
Borsig GmbH Sachbearbeiter Technisches Gebäudemanagement / Arbeitssicherheit (m/w/d) Berlin
FVLR GmbH-Firmenlogo
FVLR GmbH Referent/in (m/w/d) Detmold
Stadtwerke München GmbH-Firmenlogo
Stadtwerke München GmbH Leitung Mobilitätseinnahmen und Fördermittel (m/w/d) München
TotalEnergies-Firmenlogo
TotalEnergies Wirtschaftsjurist / Vertragsmanagement Erdgasmobilität (m/w/d) Berlin
Präsidium Technik, Logistik, Service Der Polizei Baden-württemberg-Firmenlogo
Präsidium Technik, Logistik, Service Der Polizei Baden-württemberg Sachbearbeiterin / Sachbearbeiter im Bereich Funkplanung (w/m/d) Stuttgart
Landeshauptstadt Wiesbaden-Firmenlogo
Landeshauptstadt Wiesbaden Sachbearbeiterin / Sachbearbeiter für den Bereich Architektur, Städtebau und Bauingenieurwesen im Sachgebiet Bauberatung und Genehmigungsverfahren Regelbau (w/m/d) Wiesbaden
Stadt Köln-Firmenlogo
Stadt Köln Geodät*in (m/w/d) als Sachgebietsleitung des Bereichs Führung des amtlichen Liegenschaftskataster Köln

Alle Verwaltung Jobs

Top 5 Finanzen

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.